28 Days - Upstyledown

28 Days- Upstyledown

Moshroom / PIAS / Edel
VÖ: 19.02.2001

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 6/10

Die neue, alte Schule

Schon vor ein paar Monaten erschienen 28 Days mit "Sucker" auf der Bildfläche der alten Welt. Eine Schublade für ihren Sound war schnell gefunden: Irgendein neues New-Metal-Ding aus Australien. Und da die Schublade eigentlich wegen Überfüllung geschlossen bleiben sollte, wurden auch schnell die üblichen Verdächtigungen geäußert: kommerziell gestylt, Trittbrettfahrer, Limp Bizkit-Adepten (bösere Zungen nannten es "Plagiatoren"). So weit, so nachvollziehbar.

Nun ist aber gerade der Vorwurf eines Limp Bizkit-Plagiats bei 28 Days grundfalsch. "Sucker" geht in der Tat in die diese Ecke, das war es dann aber auch schon. Die Haupteinflüsse von 28 Days sind ansonsten etwa eine Dekade älter: Old-schooliges Material aller Farben und Formen wird in einen Topf geworfen, wenig verrührt und kurz aufgekocht. Das Ergebnis ist heiß und hat Biß. 'Haute cusine' ist das eher nicht, sondern deftige Hausmannskost. Die Hauptzutaten heißen Bad Religion, The Offspring, Beastie Boys, Public Enemy und Body Count. Und das Menü ist schmackhaft und abwechslungsreich: Punkrocksongs als Aperitif, Crossover als Hauptgang, zwischendurch ein Happen Emo und das ganze immer wieder mit poppigem Punkrock garniert.

"Upstyledown" ist keine Platte für den nachdenklichen Abend alleine zu Hause. Als Soundtrack für die Grillfete am Baggersee hingegen oder natürlich für den Tag neben und auf der Halfpipe ist sie genau richtig. Das eigentlich erstaunliche ist, daß "Upstyledown" auch den Hörer, der das Alter von 25 schon überschritten hat, durchaus zu unterhalten weiß. Musikgeschichte schreibt dieses Album sicherlich nicht, und das ist sicherlich auch nicht beabsichtigt. Der Unterhaltungswert sinkt jedoch auch nach dem zehnten Durchlauf nicht in den Keller. So frisch ist Oldschool-Crossover schon lange nicht mehr auf den Tisch gekommen. Wer sich an dem Hype und der Kommerzialität von "Upstyledown" nicht stört, wird an dem Album sicherlich eine Menge Freude haben, denn die Band weiß all den Wirbel um sich geschickt für sich auszunutzen. Was bleibt, ist eine Spaß-Platte die ihren Zweck erfüllt: Sie macht Spaß.

(Rüdiger Hofmann)

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Highlights

  • Goodbye
  • Song for Jasmine
  • Deadly like

Tracklist

  1. The bird
  2. Know the score
  3. Sucker
  4. Jedi vs the Krust
  5. Goodbye
  6. Time for us to leave
  7. Rip it up
  8. Song for Jasmine
  9. I remember
  10. Spicy fingers
  11. Rollin Gang
  12. What you know
  13. Don't touch my turntables
  14. Deadly like
  15. Information overload
  16. Kill the fake (seshoo)

Gesamtspielzeit: 43:52 min.

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