Audioslave - Revelations

Audioslave- Revelations

Epic / SonyBMG
VÖ: 01.09.2006

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Die Achsel der Gerechtigkeit

Der Kalauer ist eine so offensichtliche Steilvorlage, den muß man einfach verwandeln. Also: Eine - Tusch! - Offenbarung war "Out of exile" ja nicht gerade für Soundmachine, äh... Rage Against The Garden, ach nee: Audioslave. Allzu routiniert, zu unterkühlt und berechenbar kam man seinerzeit an. Wie zur Rechtfertigung wird also bereits ein Jahr später der Nachfolger hinterhergeschoben. Und in bester Audioslave-Tradition ist diesmal das ehemalige Rage-Against-The-Machine-Label Epic dran. Auch das ist einzigartig im Business.

Nun, nach wenigen Sekunden Intro dürfte sich dann auch das lahmarschigste Publikum in eine hüpfende Masse verwandeln. Denn "Revelations" bringt endlich mal wieder die Voraussetzungen für einen zünftigen Riot auf der Tanzfläche mit. Ein stampfendes Riff, ein endlich mal wieder Druck ausübender Chris Cornell und ein wild solierender Tom Morello. Womit wir beim Hauptkritikpunkt der letzten Platte wären. Seien wir mal ehrlich: Bei AC/DC wollen doch auch alle einen komplett ausflippenden Angus Young. Und Tom Morello ohne grob geschätzte drei Millionen Effektgeräte ist auch nur 'ne halbe Sache. Dennoch hält er sich - und das zieht sich über die komplette Albumstrecke - deutlich zurück. Und das ist auch gut so, gibt es doch den anderen wahrlich nicht schlechten Bandmitgliedern mehr Luft.

Was weiterhin positiv auffällt: Audioslave anno 2006 sind eben nicht mehr Rage Against The Machine mit dem Sänger von Soundgarden. Mit dem dritten Album läßt sich endlich die Reife zur Band attestieren. Fette Groover wie "Broken city" waren in dieser Form nicht wirklich zu erwarten. Ebenso die deutlichen Ausflüge in den Funk, die bei "Jewel of the summertime" eine leichte Schwäche im Refrain kompensieren müssen. Ach ja, und politisch können Audioslave auch sein. Und diesmal eben nicht durch Chefagitator Morello, sondern durch Chris Cornell, der im brillanten "Wide awake" das gepflegte Nichtstun der Bush-Administration während der Hurrikan-Katastrophe in New Orleans anprangert. "The poor and undefined left behind / While somewhere you're trading lives / For oil as if the whole world / Were blind." Gefüllt durch die bislang beste Performance von Drummer Brad Wilk und Baßmann Tim Commerford unter der Fahne von Audioslave.

In Sachen Unbekümmertheit dürfte das Debüt "Audioslave" sicher unerreicht bleiben. Doch Audioslave haben offensichtlich erkannt, daß ein bißchen Herzblut vielleicht gar keine so schlechte Zutat für ein gutes Album ist. Hilfreich war dabei sicherlich, daß ein großer Teil der Songs auf der letzten Tour bereits ausführlich getestet und anschließend optimiert wurde. So fallen endlich wieder Schweißtropfen auf das bei "Out of exile" deutlich dominierende Reißbrett. Stellt sich abschließend noch die Frage, ob Audioslave nur gute Platten abliefern, wenn sie bei Epic erscheinen. Wir werden bei Audioslave, Part 4, sehen.

(Markus Bellmann)

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Highlights

  • Revelations
  • Broken city
  • Wide awake

Tracklist

  1. Revelations
  2. One and the same
  3. Sound of a gun
  4. Until we fall
  5. Original fire
  6. Broken city
  7. Somedays
  8. Shape of things to come
  9. Jewel of the summertime
  10. Wide awake
  11. Nothing left to say but goodbye
  12. Moth

Gesamtspielzeit: 48:21 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
dfg
2006-12-02 20:16:00 Uhr
Bei What You Are vom ersten Album ist bei
0:48/0:49 so ein komisches Geräusch bei mir.
Das ist mir jetzt erst aufgefallen.

Kann mir jemand mal sagen ob er das auch hört?
Norman Bates
2006-11-18 13:53:13 Uhr
Hm, auf jeden Fall besser als Out of Exile. Ist aber auch keine Kunst. Kann man sich zwischendurch anhören. Vor allem aber bekomme ich beim Hören das Bedürfnis, mal wieder zu RATM oder Led Zeppelin zu greifen.
Was ist denn das für ein geil fieses Riff in "Shape of things to come"? Ist das von Led Zep geklaut oder ist es einfach nur ähnlich?
Armin
2006-11-01 17:10:19 Uhr
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Strombuli
2006-10-12 15:16:27 Uhr
Nachdem ich jetzt wieder eine Stunde meines Lebens mit der neuen Audioslave verschwendet hab, bleibt festzuhalten: sie machen weiterhin Klischeerockmusik ohne Seele und Innovation, vollkommen unnötige Band mit zwei Glückstreffern (What you are, like a stone) und einer handvoll okayen songs
BrockLanders
2006-10-11 09:56:42 Uhr
Meiner Meinung nach kriegen pro Scheibe immer mindestens zwei drei wahre Kracher hin, die so keine Band hinbekommt. Meistens relativ einfache Songs, die höllisch grooven und mit Cornells Stimme veredelt werden. Ohne wenn und aber ist das der geilste Sänger da draußen. Wer das nicht glaubt, höre sich mal sofort sein Soloding an. Un auf der neuen Platte gibt es "Wide Awale", "Moth", "Shape of Things to come".
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