Narziss - Solang das Herz schlägt

Narziss- Solang das Herz schlägt

Alveran / SPV
VÖ: 25.08.2006

Unsere Bewertung: 5/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Tod und Teufel

Ist doch alles nur Spaß. Nun ist es ja nicht so, daß man sich sonderlich beklagen könnte. Es wird viel die Sau rausgelassen, gerne mal rumgeschrien, auch mal ein bißchen was gesungen. Mama kommt rein, sagt: "Mach den Krach da bitte aus", macht man aber natürlich nicht. Also wird weitergegrunzt, gegurgelt, das nächste Bier gekippt, bedeutungsschwanger was rausgebrüllert wie "Black roses rained from blood filled skies", und weitergemosht. Meine Herren: Metalcore (oder so ähnlich).

Nur, Vorsicht jetzt, denn eigentlich sind Narziss ja nur bedingt die, über die sich Brian Posehn in seinem endköstlichen "Metal by numbers"-Clip (muß man gesehen haben, echt jetzt) durch den Kakao zieht, aber auch sie haben ihren Spaß. Wogegen mal überhaupt nichts einzuwenden ist. Natürlich kommen auch bei ihnen so gepflegte Langeweile wie "Und du verblasst" bei rum, dessen super konstruiert wirkende Refrains (natürlich gesungen) schon beim ersten Durchlauf auf den Senkel gehen.

Nun ist es so, daß die nicht immer in der Überzahl sind. Denn regieren tut auf "Solang das Herz schlägt" teils eine schon ganz feine Knüppelei, die man sich schon schön bei den alten Helden abgeguckt hat. Und, vielleicht nicht gerade avantgarde, aber halt doch eben das kleine bißchen "anders": die deutsche Sprache. Die ähnlich wie bei Callejon wahrscheinlich wieder kaum jemand mitbekommen wird. Halb so schlimm, das.

Weil man es hier mit solide zusammengeklopfter Handwerkskunst zu tun hat. Die sich gefällig bei dem bedient, was man an Thrash-, Death-, Black- und Weiß-der-Geier-Metal schon immer so gemocht hat. Und Grindcore natürlich. Bei all ihren kleinen Melodien, der auch. Klammer auf, das Piano-Dingers "Laxamentum" und "Der Puppenspieler classic fade" jetzt mal ausgenommen, Klammer zu. So headbangt man sich dann durch "Verloren", das - klingt natürlich jetzt ein wenig hochgegriffen - fast so irrwitzig beginnt wie eine 80er-Platte der guten, alten Morbid Angel (noch mit David Vincent, seufz). Und hüpft beim kompakten Mosh'n'Pogo-Teil in der Mitte ein bißchen auf dem Sofa rum. Bei den ausgeteilten Magentriten von dem "Tier" denkt man dann nooch, daß "Solang das Herz schlägt" ja eigentlich auch eine ganz prima Disko-Variante von Between The Buried And Me (diese Bekloppten!) wären. Was sie jetzt nicht unbedingt zu was Besonderem macht. Weiß Gott nicht. Aber eben zu einer Alternative. Dann kommt Mama wieder rein. "Mach den Krach aus!" Machen wir natürlich. Noch nicht. Erst noch einmal "Verloren" hören. Ist doch alles nur Spaß.

(Sven Cadario)

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Highlights

  • Verloren
  • Erlösung

Tracklist

  1. Und du verblasst
  2. Morgen nicht geboren
  3. Verloren
  4. Laxamentum
  5. Meine kleine Seele
  6. Erlösung
  7. Der Puppenspieler
  8. Der Puppenspieler classic fade
  9. Nur leben
  10. Keine Grenzen
  11. Das Tier

Gesamtspielzeit: 32:45 min.

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  • Narziss (52 Beiträge / Letzter am 26.06.2010 - 00:16 Uhr)

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