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Joycehotel - Limits

Joycehotel- Limits

Make My Day / Al!ve
VÖ: 01.09.2006

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Stehen lernen

Joycehotel müßten es eigentlich so langsam satt haben, daß es so gut wie unmöglich ist, über ihr erstes Album "Joyce Hotel" zu reden, ohne daß dies in ein Aufzählen von Referenzen und musikalischen Vorbildern ausartet. So groß die Namen auch sein mögen: Was hat die Dänen also dazu geritten, dieses zweite Album so klingen zu lassen, wie es klingt? Diese Frage wird unbeantwortet bleiben, denn "Limits" ist kein Befreiungsschlag, sondern der Beweis, daß sich das Spiel mit den Referenzen als waschechter Trumpf der Band erweisen kann. Und noch immer herrscht die Kryptologie über Lyrik und Sound. Raffiniert verwischen und erweitern Joycehotel Grenzen, geben ihrem und dem fremden Sound eine neue Komponente, ertasten sich selbst und pumpen Luft in die nur allzu enge Kiste des eigenen Schaffens.

Ja, die Dänen haben letztlich nicht übermäßig viel gewagt. Um so interessanter, daß sie an Qualität hinzugewonnen haben. Schon das Debüt erbrachte den Beweis für Potential. Das darf nun zum Beispiel im wunderschönen "Blowing up the world" nach ein wenig Kratzen endgültig rausfließen. Mehr als die, zugegebenermaßen noch immer nicht besonders spannende, Stimme des Sängers Kristian Funder, die nun noch mehr an Ian Curtis erinnert als zuvor, ein Klavier und eine zickige, dissonante Gitarre brauchen die Männer nicht, um Atmosphäre zu erschaffen und dann zu erkunden. Um sie später zu zerstören und dem Schmerz keine Milderung zu geben. Der Song endet im Nichts. Ein weiteres Stilmittel, das die Band erfolgreich einzusetzen gelernt hat. Einfach die Ruhe zwischen den Tönen sprechen laßen, ganz nach dem Motto: Silence makes the music.

Was nicht heißt, daß wir es mit Musik für den unbeschwerten Gang zum Brötchenholen zu tun haben, bei dem man sich noch gemütlich den Schlaf aus den Augen reiben kann. Vielmehr ist "Limits" etwas für die Momente, in denen gerade Schlaf in unseren Augen vor lauter Tränen keinen Platz findet. Der Blick auf dEUS und Radiohead scheint im Nachhinein also doch ein wenig abgewendet. Die Richtung weist nun eher zu Okkervil River oder zu den Red House Painters. Referenzen, für die man sich genauso wenig schämen muß, so viel steht fest. Was dem Album fehlt und woran der eigentlich verdiente Durchbruch scheitern wird, das ist das Fehlen einer Single und allzuvieler zwingender Momente. Die Band trägt daran aber keine Schuld. Das tieftraurige "Forever summer" könnte zum Beispiel ganze Himmel schwarz färben, ohne daß es jemand bemerken würde. Was stimmt also nicht? Egal. Es stimmt vieles.

(Konstantin Kasakov)

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Highlights

  • Forever summer
  • Rorschack
  • Blowing up the world

Tracklist

  1. Eights
  2. Falling / Laughing
  3. Forever summer
  4. Rorschack
  5. Blowing up the world
  6. Paramount
  7. Feel nothing
  8. Five flame
  9. Call it
  10. The saint
  11. Mr. Magoo

Gesamtspielzeit: 50:50 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
Armin
2007-05-24 21:40:28 Uhr
JOYCEHOTEL - NEUER VIDEOCLIP ONLINE
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JOYCEHOTEL haben nach dem schönen, animierten Videoclip zu "Falling/Laughing" nun eine zweite Version des Hits online gestellt. Der Song stammt von der im letzten Jahr auf Make My Day Records erschienenen Platte "Limits".
Checkt den alternativen Clip unter:
www.myspace.com/joycehotel und www.youtube.com/joycehotel

http://www.myspace.com/joycehotel
stativision
2006-12-13 20:36:05 Uhr
jau, falling/laughing.
das (zeichentrick)video find ich aber eher schwach.
Dan
2006-12-13 08:30:37 Uhr
Und ich find Limits besser als das Debüt, sorry
Paul Paul
2006-12-13 07:16:49 Uhr
Mir kommt's nicht ruhiger vor. Debüt ist ganz klar besser.
ui
2006-12-13 01:23:13 Uhr
Welches Lied zu welchem Video ist das? 'Falling/Laughing'?

Jedenfalls sind sie über volle Album-Distanz doch deutlich...knarziger...als Coldplay, z.B. bei 'Rorschack' oder 'The Saint'. Aber 'Limits' ist insgesamt schon ruhiger als ihr Debüt, das stimmt sicherlich.
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