Hatebreed - Supremacy

Hatebreed- Supremacy

Roadrunner / Universal
VÖ: 25.08.2006

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Problembewältigung

Daß das Leben kein Kinderhort mit Ganztagsbetreuung ist, wissen wir nicht erst seit diesem Satz jetzt. Das Leben ist stattdessen oft sogar richtig fies, dreckig, gemein und nicht zuletzt auch übelst anstrengend. Ungerecht sowieso. Und das durchzieht sogar alle sozialen Schichten. Fangen wir also etwas weiter unten an. Den armen Hartz-IV-Empfängern wird nicht nur immer mehr Geld gestrichen, nein, man nimmt ihnen sogar das mittägliche Talkshow-Programm vom Sender. Schweinerei. Selbst unserer Redaktion geht es kaum besser. Bis auf ein paar vereinzelte Schlechtwetter-Festivals war auch dieses Jahr wieder kein kollektiver Rock'n'Roll-Urlaub finanzierbar. Da denkt man sich doch, daß es wenigstens die großen Rockstars besser haben. Aber denkste. Pustekuchen.

Hatebreed spielten sich live drei Jahre die Finger wund. So wund, wie wir sie uns in diesem Zeitraum tippten und der Hartz IV-Freak zappte. Klar, irgendwann ist man ausgebrannt und am Ende. Beim Durchzappen des Satellitenprogramms vielleicht etwas später. Hat man aber wie Jamey Jasta ein erfolgreiches Label zu managen, eine noch erfolgreichere Band und neben hundert anderen Verpflichtungen im Grunde keiner Millisekunde Freizeit, dann tritt das Burnout-Syndrom sicher ziemlich schnell ein. Dank Fanpost in Größenordnungen unserer Spamattacken im Forum, gibt es Hatebreed allerdings noch. Puh, Glück gehabt.

Und das Ding ist: Hatebreed scheinen jetzt irgendwie mächtig gewurmt von dem ganzen Streß zu sein und holen zum Rundumschlag aus. Schon zum Opener kann man sich gut vorstellen, wie sogar der träge Hartz-IV-Mensch einen ungeahnten Adrenalinschub verspürt, aus Frust volle Banane in den blöden Fernseher tritt, weil jener nur Mist abspielt und danach der Sachbearbeiterin in der Arbeitsagentur an die Gurgel geht. Das ist Hardcore. Schon allein die die Tracklist liest sich so, als wolle man reinen Tisch machen. Getreu der üblich knüppelnden "Destroy everything"-Botschaft: alles zermürben, was einem stinkt im Leben. Was das alles genau sein kann, erfährt man in den sehr persönlichen Texten des auch musikalisch rückbesinnenden "Horrors of self" und dem Minihit "Never let it die". Harte Zeiten. Um genau das auch durch gesteigerte Brutalität zu verdeutlichen und den Thrash-Anteil zu erhöhen, haben sich Hatebreed auch mit dem Ex-Terror-Gitarristen Frank "3 Gun" Novinec verstärkt. Vielleicht schnappen wir uns auch einmal die noch nicht existierende Band The Spam Killers und nehmen einen Song über unsere Redaktionsprobleme auf. Untermalt mit stetigem Hardcore-Krach natürlich. Wenn's hilft ...

(Christoph Schwarze)

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Highlights

  • Defeatist
  • Never let it die

Tracklist

  1. Defeatist
  2. Horrors of self
  3. Mind over all
  4. To the threshold
  5. Give wings to my triumph
  6. Destroy everything
  7. Divine judgement
  8. Immortal enemies
  9. The most truth
  10. Never let it die
  11. Sitting venom
  12. As diehard as they come
  13. Supremacy of self

Gesamtspielzeit: 36:28 min.

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