Hope Of The States - Left

Hope Of The States- Left

Red Ink / Rough Trade
VÖ: 11.08.2006

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Rock Idol

Willkommen im Business. Die britische Sendung "Rock Idol" versuchte vor zwei Jahren die nächste große Nachwuchshoffnung der Insel zu finden. Im deutschen Format "Deutschland sucht den Rocksuperstar" wurden dann Nachwuchskinnbärte in eine Pseudo-Lederkluft gestopft, mit Hilfe von polierten Gitarren auf quietschbunten Hochglanzfotos und unter deren Betitelung mit "Rock" eine Menge Kohle verpraßt. Und auch die hippe britische Indierock-Szene spielte sich in diesem Format gegenseitig aus. Alle standen unter Drogen und sahen kleidungstechnisch aus wie der Obdachlose unter der Nachbarbrücke. Natürlich mittags auch schon genauso sturzbesoffen.

Und weil sich keiner entscheiden konnte, wer nun die coolste Sau im Kingdom werden soll, mußte schließlich doch die Musik entscheiden. Schon komisch. Aber die moderne Melancholie von "The lost riots" paßte nicht nur so hervorragend zum englischen Miesepeter-Wetter, sondern ließ auch Lobesbeeren der Fachpresse in allen Größen und Variationen regnen. Warum auch immer. Auch nicht zu vergessen die tollen Jurywertungen und das überwältigende Ergebnis von 63% aller Stimmen beim völlig unbestechlichen Tele-Voting von "Rock Idol".

Auf Hope Of The States ruhten plötzlich die Hoffnungen einer Nation. In diesen Tagen steht nun die finale Entscheidung zum "Rockstar weltweit" an. Als Favorit gilt weiterhin "Left", was voraussichtlich bei den deutschen Juroren viele Punkte sammeln wird. Präzise auf den Punkt gebrachte Musik findet ein Deutscher schon einmal aus Prinzip gut, schließlich braucht er für alles gerade und klare Linien. Die Entwicklung weg vom Progrock hin zum Poprock, erntet bei uns ebenso Zustimmung wie die Mischung aus immer noch vorhandener Melancholie und dem neueren Schuß Optimismus. Da nimmt sogar der deutsche Dauerpessimist in Zeiten der sommerlichen Konjunkturhochphase gerne die 1,90 Euro pro Stimme bei der Abstimmung in Kauf. Und das sogar noch für die Tommys.

Aber so verwunderlich ist all das nun auch wieder nicht, denn Streicherpassagen und große klassische Pianomelodien waren eigentlich schon immer unser Ding, denn schließlich haben wir die Klassik erfunden. Behaupten wir zumindest mal. Ganz sicher nicht erfunden haben wir hingegen die Leichtigkeit der Musik, die sich von "Blood meridian" bis "The church choir" durchzieht, egal ob diese in letzterem eher episch-minimalistisch oder in "Four" britisch-rockig ausfällt. Neidisch sind wir auf diese Unbeschwertheit allemal. Anerkennend greifen wir abermals zum Telefonhörer und stimmen für Hope Of The States ab; egal ob das nun noch Rock ist oder schon Pop, Britisch oder sonst was. Hauptsache gut. Und wo wir gerade bei gut sind: zumindest "gut" singen kann mittlerweile auch Frontmann Samuel J. Herlihy. Wenn wir also fleißig abstimmen, dürfte dem diesjährigen Sieg bei "Rockstar weltweit" nichts mehr im Wege stehen. Es sei denn, jemand glaubte wirklich an den haarsträubenden Unfug, den wir uns da oben ausgedacht haben.

(Christoph Schwarze)

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Highlights

  • Blood meridian
  • Sing it out
  • Left

Tracklist

  1. Seconds
  2. Blood meridian
  3. Sing it out
  4. Bonfires
  5. The good fight
  6. Left
  7. Industry
  8. This is a question
  9. Little silver birds
  10. Four
  11. January
  12. Forwardirektion:
  13. The church choir

Gesamtspielzeit: 51:59 min.

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The MACHINA of God

Postings: 13528

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2014-09-10 20:51:32 Uhr
Wieso haben die sich eignetlich aufgelöst damals?
exciter
2006-08-31 14:32:34 Uhr
sehr schade :-( aber das neue album, was wieder sehr gut war, ist leider ziemlich untergegangen.

naja, heute abend mal wieder the lost riots einlegen, past eh zum scheißwetter.

Armin
2006-08-31 13:55:31 Uhr
Hallo!

Heute hat uns die Nachricht erreicht, dass sich Hope Of The States aufgelöst haben. Lest hierzu die Presseerklärung des Labels:





Hope Of The States have confirmed after days of speculation that they have split up.

Following two astonishing performances at the weekend’s Carling Reading / Leeds Festival the band have announced they are splitting and would like to thank all their fans who have supported them over last few years.

Hope Of The States who recently released their second album ‘Left’, the follow-up to 2004’s critically-acclaimed ‘The Lost Riots’, are incredibly proud of everything they have achieved.

Hope Of The States comment…

“We can walk away at this point as friends and be increasingly proud of what we have done. Thank you to everyone for all your support and the incredible times we have shared with our fans and supporters”







Gibt Schlimmeres...
alice
2006-08-29 23:37:05 Uhr
jetzt haben sie sich also getrennt, die jungs...schon seltsam, ein paar mal hätten sie das neue album (was ich recht gut finde) ja auch mal live präsentieren können... ihr letztes auftritt war nun auf dem reading fesativals vergangenes wochenende...
Dazer
2006-08-01 15:37:07 Uhr
bin gespannt. das erste war für mich einen klare 8/10!. wieso kommt niemand sonst so auf die idee, postrock mit fast schon singer/songwriter-mukke zu mischen? es durfte die frage gestellt werden, ob man es hier mit den legitimen nachfolger der pumpkins zu tun hatte.
irgendwie macht es mich schon traurig, dass sie den pfad verlassen haben sollen. obwohl es die einzig richtige entscheidung war. ich werde auf jeden fall mal reinhören.
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