Fury In The Slaughterhouse - Every heart is a revolutionary cell

Fury In The Slaughterhouse- Every heart is a revolutionary cell

SPV
VÖ: 28.07.2006

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Vergißmeinnicht

Die Band mit dem FIFA-WM-Song und ihr neues Album. Nein, nicht die Sportfreunde Stiller. Die gab's hierzuseits schließlich schon. Auch nicht Herbert Grönemeyer oder gar Oliver Pocher. Die sind schließlich keine Bands, und ob sie überhaupt Musiker sind, ist in letzterem Fall auch nicht ganz unumstritten. Es geht hier um Fury In The Slaughterhouse, deren Signaturhymne "Won't forget these days" mit einem Haufen Halb- und Viertelpromis wie Jasmin Wagner, Alexander Klaws oder Thomas Anders als Music Team Germany aufgenommen wurde, um durch die Stadien zu schallen - oder wenigstens durch die Premiere-Berichterstattung. Nie gehört? Tja, nicht jeder Erfolg läßt sich planen.

Dabei hat es sicherlich nicht am Songmaterial gemangelt. Dieses "Won't forget these days" ist ein wunderbarer Mitgröler, wie Hunderte euphoriegetränkte Konzerte beweisen. Und nach solchen Mitgrölern steht dem niedersächsischen Sechser seit jeher der Sinn. Mit allerdings wechselndem Erfolg, wie man weiß. Nach Schlagern wie "Kick it out", "Radio Orchid" oder "Every generation gets ist own disease" fahnden Band und Anhängerschaft nämlich nun auch schon wieder seit Jahren, in denen Fury In The Slaughterhouse nicht müde wurden, Album um Album ihre Beständigkeit mit den dicksten aller dicken Stifte zu unterstreichen. Und sei es nur um des Unterstreichens Willen.

So ist auch Langspieler Nummer elf weniger vom Suchen nach neuen Melodiemomenten geprägt, sondern eher von den beherzten Versuchen, an den eigenen alten Schemata doch noch vorbeizuschrammen. Auf der einen Seite Rock'n'Roll mit den berühmtem drei Akkorden, auf der anderen ein wenig Kunsthandwerk. Das geht bekanntlich nicht immer schmerzfrei zusammen, sorgt aber stets für knackige Hannoverismen: schelmisch gemeinte Übertragungen von fremden Ideengut in die eigenen Möglichkeiten. Da wird aus Dick Dales patentiertem Surfgroove ein stampfendes "Hippy happy", aus vierecksäugigen Fernsehnächten der Kuschelrocker "Gold", und aus angestautem Frust und ein paar Stones-Riffs das lecker schroffe "Nothing to go": "Leckt uns alle am Arsch / Wenn ihr dran kommt."

Sapperlot, werden die Jungs auf ihre alten Tage doch noch mal so richtig ausfallend! Getreu dem Motto "Every heart is a revolutionary cell", denn jedes Herz ist eben eine revolutionäre Zelle. Im Prinzip jedenfalls. Die passende Beweisführung auf diesem Album hätte allerdings ein klein wenig eindrucksvoller ausfallen können. Nichtsdestotrotz: Die schleichende Resignation von "Wasted", die dahingleitende Dramatik aus "POW" und vor allem die schnuckelige Single "Homesick" sind so gekonnt unaufgeregt, daß man froh ist, daß die Band so kurz von dem Zwanzigsten längst wieder genüßlich in der Provinz angekommen ist. "It's only a few hundred miles to go / To Gütersloh." Es muß nicht immer Delmenhorst sein.

(Oliver Ding)

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Highlights

  • Homesick
  • Nothing to go
  • Wasted
  • POW

Tracklist

  1. As long as you believe in me
  2. Tinkerbell
  3. Homesick
  4. Here we go
  5. Nothing to go
  6. Hippy happy
  7. Gold
  8. Where to fly
  9. Wasted
  10. POW
  11. Deborah
  12. Soon to come
  13. Winterday

Gesamtspielzeit: 60:26 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
Nase
2008-12-23 08:36:29 Uhr
War 'ne gute Band, nicht immer besonders, aber manchmal hörenswert. Im Ganzen fand ich sie mäßig.
Oliver Ding
2006-07-11 21:44:14 Uhr
Die neue Single "Homesick" ist auch wieder nett rumpelig.
Demon Cleaner
2006-07-11 15:33:43 Uhr
Netter Titel. "NIMBY" war auch nett. Hört sich nett an. Hoffentlich wirds auch wieder nett.
Armin
2006-07-11 13:13:40 Uhr
Fury In The Slaughterhouse - Album: "Every Heart Is A Revolutionary Cell" - VÖ: 28.07.2006 / SPV

Fury In The Slaughterhouse gehören zu den wichtigsten und erfolgreichsten deutschen Rockbands. Nach ihrer Gründung im Jahre 1987 landete die Band mit ihrem Debüt (1988) und den folgenden 2 Alben Jau! (1990) und Hooka Hey (1991) bereits eine Vielzahl von Klassikern "Time To Wonder", "Won´t Forget These Days", "Trapped Today, Trapped Tomorrow" oder "Cut Myself Into Pieces" sind Eckpfeiler der deutschen Rockgeschichte.
Die 1993 veröffentlichte CD Mono hielt sich 20 Wochen in den Top 50, hatte mit "Radio Orchid" und "Every Generation Got Its Own Disease" wieder zwei Singlehits und die Band bekam schließlich die erste Goldauszeichnung.

Die Hannoveraner gehen mit ihrem neuesten Album "Every Heart Is A Revolutionary Cell" einen konsequent persönlichen und überaus organischen Weg. "Dieses ist eine vollkommen interne Platte, die mit Absicht fast so etwas wie Demo-Flair versprüht", erklärt Thorsten Wingenfelder, Bruder von Sänger Kai Wingenfelder und einer der Gründungsmitglieder der Band. "Es gibt keine ordnende Hand auf dieser Scheibe und genau das soll man auch hören."

Fury In The Slaughterhouse haben während des kreativen Prozesses eine Vielzahl Songs geschrieben, die typischer für die Band nicht sein könnten. "Aufrührerisch zu sein ist für uns reife Herren möglicherweise ein etwas komischer Ansatz, denn eigentlich sollten wir ja von 20jährigen Revolutionären umgeben sein. Aber wir begeben uns mit diesen neuen Songs auf die Suche nach der revolutionären Zelle in uns, die uns tagtäglich als Musiker weitertreibt. Früher waren wir jung und hungrig, heute dagegen gehen wir mehr in die Tiefe."

Und dieses tiefe Eintauchen ins Innere der Band hört auf Titel wie "Wasted", "Nothing To Go" "P.O.W." oder "Winterday" und variiert zwischen schroffen Gitarrenhooks, eingängigen Melodien und melancholischen Momenten. Mit "Homesick" haben sich Fury von Michel van Dyke einen echten Ohrwurm in bester Hitqualität komponieren lassen. "Schon Michels Demo hatte soviel Charme, dass wir es lediglich aufgearbeitet und ein wenig auf Fury zugeschneidert haben. Der Song klingt wie Kai auf den Leib geschrieben. Ein kleines Lied mit ganz erstaunlicher Wirkung." Und dass auch "Every Heart Is A Revolutionary Cell" in seiner Gesamtheit große Wirkung auf die Fans haben wird, daran zweifelt wohl niemand ernsthaft.

Website der Band (bitte immer verlinken): http://www.fury.de
Website des Labels: http://www.spv.de/fury/

REVOLUTIONARY CELL TOURNEE 2006:
10.11.2006 Höxter * Residenz Stadthalle
11.11.2006 Olsberg * Stadthalle
12.11.2006 Aurich * Stadthalle
14.11.2006 Hannover * Capitol
15.11.2006 Hamburg * Große Freiheit 36
16.11.2006 Bremen * Aladin
18.11.2006 Bielefeld * Ringlokschuppen
19.11.2006 Düsseldorf * Stahlwerk
20.11.2006 Mannheim * Capitol
22.11.2006 Stuttgart * LKA Longhorn
23.11.2006 München * Georg Elser Halle
24.11.2006 Nürnberg * Löwensaal
26.11.2006 Berlin * Kesselhaus
27.11.2006 Dresden * Alter Schlachthof
28.11.2006 Leipzig * Werk II

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