Eat No Fish - Make it home

Eat No Fish- Make it home

Artist Station / Soulfood
VÖ: 28.07.2006

Unsere Bewertung: 2/10

Eure Ø-Bewertung: 6/10

Heringsmarinade

Es ist ein ganz einfaches Konzept: Wer den anderen eine Grube gräbt, fällt selbst hinein. Als sich die Guano Apes vor gut zehn Jahren daran machten, ihren Spaten zu wetzen und ein ordentliches Loch auszuheben, das zunächst ganz im Pfadfindersinne mit Laub und Ästen zugedeckt wurde, machten sich viele Fieselschweiflinge auf den erfolgversprechenden Weg des geringsten Widerstands. Nach und nach tappten die ersten Wegbegleiter in die Falle, bis schließlich auch die Guano Apes mit Saus und Braus versackten. Und mit etwas Zuspruch hätten auch Eat No Fish "Adieu" sagen können. Vielleicht hätten sie einfach nur jemanden fragen müssen, der sich mit damit auskennt.

Denn wer hätte erhofft, daß die drei Mannen um Frontfrau Maria Koch nach dem achtbaren "Greedy for life" von 1999, dem Totalausfall "Insane" von 2001, dem Verlust von Gitarrist Lars Oppermann auf halber Strecke und der Verabschiedung des Majordeals tatsächlich ihren wahnsinnigen, kleinen Finger erheben und sich mit ganzer Kraft aus dem Misthaufen einer gescheiterten Karriere erheben? Eben. Niemand. Und bevor wir uns in sämtlichen Vorurteilen suhlen, die wir gerne über den besagten Haufen gekippt hätten, setzten wir uns mit dem erneuten Lebenszeichen der vier Kraftbolzen auseinander und stellen mit wachen Sinnen fest: Maria war beim Frisör. Und die Musik riecht immer noch nach Katzenfrühstück in Heringsmarinade.

Von hinten aufgezäumt, hat "Make it home" genau einen passablen Song auf der hohen Kante: Die poppige Ballade "Sweet", die wie ein heller Blitz aus dem grollenden Donner aufleuchtet. Irgendwo zwischen den kompositorischen Ansätzen der Cranberries, Bell Book & Candle und Sixpence None The Richer, bringen Eat No Fish alles an Qualität in einem Song unter, welche den anderen Songs mindestens subtrahiert worden ist. Man versuche sich nur an dem gewaltig tranigen Opener "Step inside", mit H-Blockx-Gedächtnis-Riffing, Die Happy-Vokalisierung und eingeschlafenen Füßen. "You want to" ist genau diese gefürchtete Powerballade, die sich nicht mal Nu Pagadi getraut hätten. Der Gipfelstürmer des schlechten Geschmacks nennt sich "Some say". Da verschrammelt man tatsächlich ein Red-Hot-Chili-Peppers-Riff, setzt einen irritierenden Sprechgesang von Maria in den Mittelpunkt, um im Refrain dann loszurocken, wie es Sub7even nicht schlechter machen könnten.

"Make it home" hat alles zu bieten, was der Mainstream vor ca. fünf Jahren zu bieten hatte. Auf ordentlich gesenktem Niveau. Die singende, schreiende, energetische und offenbar nachhaltig talentfreie Frontfrau zieht auf der Bühne sämtliche Blicke auf sich, die Band kramt im Hintergrund irgendwo zwischen Diebstahl und Langeweile ihr musikalisches Repertoire heraus und stimuliert die kleinen Kids zu mutigem und losgelöstem Hüpfen. "Armselig" wäre noch geschönt.

(Christian Preußer)

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Highlights

  • Sweet

Tracklist

  1. Step inside
  2. Until you're mine
  3. You want to
  4. Go again
  5. Never lose again
  6. One more second
  7. Make it home
  8. Sweet
  9. Some say
  10. Perfect drive
  11. Easy love

Gesamtspielzeit: 39:44 min.

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