Diva Int. - Diva Int.

Diva Int.- Diva Int.

Rodeostar / Edel
VÖ: 21.07.2006

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 6/10

Propheten im eigenen Lande

Früher, da war Hamburg sowas wie New York oder London. Eine Stadt, in die Künstler aus dem Ausland kamen, um dort an ihrer Karriere zu feilen. Und heute? Heute müssen Leute wie Diva Int. sich erst in den Staaten beweisen, bevor sie sich zurück nach Deutschland trauen, um hier dann endlich ihren Sound zu verbreiten. Und was ist der Dank? Ignoranz? Wir werden sehen.

Tatsächlich ist der Sound von Diva Int. mehr New York als London und hat mit Hamburger Schule aber auch gar nichts gemein. "Ain't no disco"? Von wegen. Es findet sich von mal lässigen bis bissigen Gitarrenwänden, elektronischen Elementen bis hin zum Saxophon so alles, was man in einem angesagten Undergroundclub zur Zeit erwarten würde. Meist kommt das Liedgut mit einer wuchtig arbeitenden Rhythmussektion daher und nur in Ausnahmen driftet etwa in "Nowaytoday" der Sound mal in seichtere Gewässer ab. Referenzen an alles mögliche Tanzbare aus den letzten 30 Jahren sind die gängigsten Einsprengsel in ein gitarrenlastiges Ganzes, das von Arne Buss mit an Iggy Pop oder David Bowie gemahnener Stimme durch die Untiefen der Nacht getrieben wird.

Bei den bunten Lichtern, die zwischen den Zeilen aus den Liedern quellen und dem Gewummer, das einen an den Pulsschlag einer Großstadt erinnert, ist da nicht allzuviel Gezerre von Nöten. Wenn man dann zu "Sold down the river" mit dem VW-Bus an der Elbe entlang rauscht, fühlt man sich ein klitzekleines bißchen an The Clashs "London calling" erinnert. Es ist eine Binsenweisheit, daß es meist besser ist, gut bei den Großen abzukupfern, als schlecht selber zu erfinden. Bei Studenten und Professoren nennt sich das Wissenschaft, bei Künstlern Inspiration. Und mit etwas Glück wird man dann, wenn nicht schon auf der ganzen Welt, dann doch wenigstens auf der heimischen Bühne gefeiert. Wollen wir es hoffen.

(Holger Schauer)

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Highlights

  • Sold down the river
  • Drowned in your wishing well
  • Sit on the fence

Tracklist

  1. Ain't no disco
  2. Sold down the river
  3. Nowaytoday
  4. If you don't dig that you don't dig nothing
  5. Nothing to do
  6. Drowned in your wishing well
  7. Litterboy
  8. Sit on the fence
  9. Forty eight hours
  10. How to love

Gesamtspielzeit: 35:16 min.

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