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OPM - Menace to sobriety

OPM- Menace to sobriety

Atlantic / Eastwest
VÖ: 12.02.2001

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 6/10

Opium fürs Volk

Seien wir doch mal ehrlich. Das Wetter in unseren Breitengraden ist auch nicht mehr das, was es einmal war. Im Winter nur Regen und Matsch, der Frühling will nicht erwachen, und der Sommer ist meist vorbei, bevor er begonnen hat. Und dennoch sind wir zu keiner Jahreszeit davor gefeit, daß sich den ganzen Tag eine Melodie durch unseren Kopf bohrt, die uns von Sonnenschein und Palmen erzählt. Nun schickt sich ein kalifornisches Trio namens OPM an, sich in den Gehörgängen einzunisten: "If I die before I wake / At least in heaven I can skate". Die Single "Heaven is a halfpipe" rotiert seit geraumer Zeit auf allen Kanälen. Die bereits für November geplante Europa-Veröffentlichung des Debütalbums "Menace to sobriety" wurde von der Plattenfirma dennoch immer weiter verschoben, vielleicht nicht zuletzt, um die kalte Jahreszeit hinter sich zu lassen und die ersten Sonnenstrahlen aus den Playern zu locken.

Mit "Heaven is a halfpipe" im Ohr und jeder Menge Vorurteile bewaffnet erwartet man eigentlich nicht viel mehr als eine halbgare Hommage an das gute, alte Skateboard und einige treibende Schrammelstücke à la Sugar Ray. Doch bereits mit dem Opener "Stash up" räumt das Trio die Bedenken sprunghaft beiseite und eröffnet die Tore zu ihrer eigenen, so unterhaltsamen wie abwechslungsreichen, Halfpipe. Ob im Reggae-lastigen "Undercover freak" oder im poppigen "Brighter side", OPM schaffen es auf erstaunlich direktem Wege, dem Hörer ein relaxtes Grinsen ins Gesicht zu zaubern. Hat man gerade noch das Gefühl, völlig entspannt in einer mexikanischen Bar zu sitzen ("Trutcha"), sitzt man wenig später auf "Better daze" schon wieder im verruchten "Whitey's" und frühstückt mit Everlast. Spaß ist das Stichwort für "Menace to sobriety", und statt durchproduziertem, tiefgreifendem Sound stehen locker aus dem Handgelenk gespielte Songs im Vordergrund. Die Eigendefinition von OPM, die sich als Punkmusiker, die keinen Punk machen, sehen, trifft somit den Nagel durchaus auf den Kopf. Doch wie immer folgt auf einen sonnigen Tag immer ein kleiner Wolkenbruch. Auch "Menace to sobriety" macht hier keine Ausnahme und reiht an die strahlenden Hits immer wieder Stücke, die einfach so vor sich hinplätschern.

Ganz gleich, ob die ominösen drei Buchstaben tatsächlich für OPiuM stehen oder OPM nur auf Other People's Money aus sind: Alles in allem ist es OPM durchaus gelungen, einen interessanten Mix aus Ska, Pop, Hip Hop, Reggae und Dub aus dem Ärmel zu schütteln. Ihre "Bedrohung der Nüchternheit" wird sicherlich ein paar Wochen Höhenluft in den Charts schnuppern dürfen und den ein oder anderen Fuß mehr oder minder bewußt zum Wippen bringen. Doch jeder, der eine Halfpipe schon mal von oben zu sehen bekommen hat, weiß, daß man meist schon wieder am Boden liegt, bevor man den Platz an der Sonne auch nur richtig genießen konnte.

(Patrick Rodeck)

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Highlights

  • Heaven is a halfpipe
  • Brighter side
  • Better daze
  • Dealerman

Tracklist

  1. Stash up
  2. Interlude: Punanny
  3. Heaven is a halfpipe
  4. El Capitan
  5. Undercover freak
  6. Brighter side
  7. Better daze
  8. Trucha
  9. Dealerman
  10. Reality check
  11. Interlude: Rage against the Coke machine
  12. Unda
  13. Interlude: 15 minutes
  14. Fish out of water
  15. Sound

Gesamtspielzeit: 48:25 min.

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