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Strapping Young Lad - The new black

Strapping Young Lad- The new black

Century Media / EMI
VÖ: 14.07.2006

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Back in black

Befassen wir uns doch mal näher mit dem Phänomen Devin Townsend. Zunächst mal dürften die Vokabeln "Multitalent" und "Workaholic" fallen, wenn man mal einen Blick auf dseine mittlerweile beträchtliche Diskographie nebst Produzenten-Jobs wirft. Und wer jetzt meint, der Mann sei doch krank, hat sogar recht. "Manisch depressiv" lautet das aktuelle Bulletin. Moment mal, davon hatten wir doch schon mal gehört? Richtig, ein nicht ganz unbekannter Musiker aus Seattle hatte in der depressiven Phase zur Unzeit ein Gewehr griffbereit. Townsend hingegen ließ und läßt sich behandeln und schafft es tatsächlich, den Energieüberfluß der manischen Phase zu bisweilen grandiosen Platten zu kanalisieren.

Und wenn es so richtig wild wird, trommelt er seine Kumpels von Strapping Young Lad zusammen, um die Begrifflichkeit "extrem" zu redefinieren. So war es zumindest bis "Alien". Doch dann? Ein halbes Jahr später war mit der Devin Townsend Band auf "Synchestra" Struktur, bisweilen gar Melodie erkennbar. Für Strapping Young Lad gab es also zwei Alternativen: den Trend zur Konsolidierung des Sounds fortzusetzen oder eine unhörbare Lärmcollage zu konstruieren.

Ersteres scheint der Fall. Zunächst einmal bleibt die säuberliche Trennung im Härtegrad zwischen der Devin Townsend Band und Strapping Young Lad. Also anschnallen und zärter besaitete Gemüter aus dem Raum werfen. Und nach einer knappen Dreiviertelstunde fühlt man sich, als hätte man die intensivste Bekanntschaft mit einem Duracell-Häschen gemacht, das statt von einer Batterie von einem ausgewachsenen Starkstromanschluß gespeist würde. Uff! Doch je öfter man sich in diesen Mahlstrom zwischen Thrash, Jazz und Industrial hineinwirft, umso stärker kann man in die Strukturen eindringen.

Denn diese sind klarer als noch auf den Vorgängeralben. Mittlerweile sind sogar Songs erkennbar. Und zwar überaus großartige solche. Wie der reinrassige Thrasher "Decimator" mit seinem großartigen Moshpart. Oder der Haßklumpen "You suck", auf dem sich Townsend aber mal so richtig auskotzt. Oder das tief blicken lassende "Antiproduct": "I am the antiproduct / Rotten to the core." Dennoch benötigt man für den vollständigen Genuß von "The new black" Kondition. Wer auch nur kurz abgelenkt ist, könnte dazu neigen, das Album in die "Gehämmer"-Schublade einzusortieren. Aber ähnlich wie bei System Of A Down wird belohnt, wer dabei bleibt.

Strapping Young Lad und insbesondere Devin Townsend haben gelernt, daß purer Extremismus nicht mehr alles ist. Obwohl man mittlerweile "Far beyond metal" ist, scheint Townsend die Erkenntnis gewonnen zu haben, daß es manchmal sinnvoll ist, an einem gewissen Punkt zu verharren und die verschiedensten Entwicklungen einfach mal zu sammeln. Stagnation geht jedenfalls anders. Vielleicht ist Townsend aber auch nur müde, wofür seine Ankündigung spräche, dies sei das letzte Album der Band. Doch wer weiß das schon bei einem Künstler, bei dem wie selten Genie und Wahnsinn zusammenarbeiten. Jekyll und Hyde. Devin und Townsend.

(Markus Bellmann)

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Highlights

  • You suck
  • Antiproduct

Tracklist

  1. Decimator
  2. You suck
  3. Antiproduct
  4. Monument
  5. Wrong side
  6. Hope
  7. Far beyond metal
  8. Fucker
  9. Almost again
  10. Plyophony
  11. The new black

Gesamtspielzeit: 42:45 min.

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