Greg Graffin - Cold as the clay

Greg Graffin- Cold as the clay

Anti / Epitaph / SPV
VÖ: 07.07.2006

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 6/10

Oh brother, where art thou?

Das Cover führt in die Irre. Auf ihm klebt ein Sticker, der berichtet, daß dies das Soloalbum des Bad-Religion-Sängers sei. Daß Brett Gurewitz, der andere Kopf der Melodycore-Päpste, das Album produziert habe. Und daß die Weakerthans als Backing Band fungieren. Das Foto aber zeigt einen einzelnen Greg mit akustischer Klampfe und Barhocker. Das riecht ja beinahe nach unplugged. Dabei wissen die angeworbenen Musiker erwiesenermaßen, wie man einen Gitarrenverstärker zum Verzerren des Klanges nutzt.

Der erste Höreindruck schockiert. Man hat mit vielem gerechnet, aber nicht mit Springsteens "The river". Nein, "Don't be afraid to run" ist grundsetzlich ein Graffin-Song, aber mit dieser Mundharmonika, dieser Gitarre und dem leicht lakonischen Mann am Mikro, der eine todtraurige und trotzdem stinknormale Geschichte erzählt, ist man näher am Boss als man jemals erwartet hätte. Mindestens eines ist jetzt klar: Mit Punkrock hat "Cold as the clay" überhaupt gar nichts zu tun.

Genau genommen hätte ein schnelles Soloalbum von Greg Graffin ja auch keinen echten Sinn gemacht. Wie Bad Religion minus Brett Gurewitz klingen, wissen wir ja leider. Stattdessen führt uns der Sänger und Songschreiber zu den Ursprüngen. Die seiner Profession und die seiner musikalischen Sozialisation. Selbige ist so amerikanisch wie sie nur sein kann.

Mit Banjo, Mandoline, Fiddle, Piano, Mundharmonica mutet nicht nur die Instrumentierung bisweilen sehr irisch an. Ohne den Folk von der grünen Insel gäbe es keinen Country und offenbar auch nicht die Bad Religion, wie wir sie kennen. Greg Graffin verfolgt seine musikalische Herkunft bis auf die Einwandererschiffe zurück, erinnert sich an seine Kindheit auf dem Land in Wisconsin und Indiana und läßt Traditionals aufleben, die bei Familienfesten gesungen wurden.

Die eigenen Songs, die der Punkrocker für dieses Album geschrieben hat, fügen sich nahtlos an ihre teils über 200 Jahre älteren Brüder an. Dafür würden sie auf einer Bad-Religion-Platte keinen Platz finden. Greg Graffin Solo ist kein Pflichtkauf für den Freund schneller Melodien aus der Bay Area. Vor allem aber sollte sich niemand von "Cold as the clay" abhalten lassen, nur weil er eine Abneigung gegen Gregs Hauptband hegt. Von der spürt man nämlich nichts. Und wenn man den Sticker auf dem Cover entfernt, wird ohnehin niemand mehr vermuten, daß dieser sympathische Folkie hauptamtlich gerne mal die Sau rausläßt.

(Rüdiger Hofmann)

Bei Amazon bestellen / Preis prüfen für CD, Vinyl und Download
Bei JPC bestellen / Preis prüfen für CD und Vinyl

Bestellen/anhören bei Amazon

Highlights

  • Don't be afraid to run
  • Cold as the clay
  • Talk about suffering
  • California cotton fields

Tracklist

  1. Don't be afraid to run
  2. Omie wise
  3. Cold as the clay
  4. Little sadie
  5. Highway
  6. Rebel's goodbye
  7. Talk about suffering
  8. Willie Moore
  9. California cotton fields
  10. The watchmakers dial
  11. One more hill

Gesamtspielzeit: 36:01 min.

Album/Rezension im Forum kommentieren (auch ohne Anmeldung möglich)

Einmal am Tag per Mail benachrichtigt werden über neue Beiträge in diesem Thread
Dein Name:
Deine Nachricht:
Forums-Thread ausklappen
(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
Churro
2015-07-28 19:05:06 Uhr
@ Bär: Greg Graffin in einen Porxx-Skandal verwickelt? Kannst du das mal näher erläutern?

(Wenn ich das P-Wort ausschreibe, wird das nicht gepostet...)
hellworm
2006-08-03 15:50:27 Uhr
@Obrac
Stimmt. Mr. Brett hat einen Riesenanteil. Dennoch, gerade viele der älteren Songs "F.. Armageddon...", "Damned to be free..","Land of competition", "What can you do?", "No Control", "Change of ideas", "Entropy", "Against the grain" stammen von Greg. Und das waren nicht die schlechtesten. Mist schreiben können aber auch beide (zusammen) recht gut. ;-) Wenn man etwa an die letzte BR "The Empire Strikes First" denkt. Ich weiß nicht, ob Du schon mal auf einem ÄLTEREN BR-Konzert warst. Wenn nicht, Bühnenpräsenz, Charisma und die Stimme hatte Greg. Bestimmt nicht unwichtig für den Erfolg ;-)
Rock
2006-08-03 12:57:38 Uhr
Leute die Raemonn Songs und Revolverheld gut finden, korrespondieren jetzt nicht unbedingt mit meinem Musikgeschmack .. Deshalb enthalte ich mich mal hier.
Sponge
2006-08-03 12:24:00 Uhr
Stimmt auch wieder ;)
Obrac
2006-08-03 12:21:17 Uhr
5/10 ist nicht gerade eine gute Wertung

Für so einen Schwachsinn sind das 4 Punkte zu viel.

Hast du irgendwie vor deine Abneigung gegen die Band im ganzen Forum breitzutreten?

Nein, nein, vor habe ich das nicht, da ich es ja schon lange gemacht habe ;)

Zum kompletten Thread

Hinterlasse uns eine Nachricht, warum du diesen Post melden möchtest.

Weitere Rezensionen im Plattentests.de-Archiv

Threads im Plattentests.de-Forum