Between The Buried And Me - The anatomy of

Between The Buried And Me- The anatomy of

Victory / Soulfood
VÖ: 14.07.2006

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 5/10

Fast wie früher

Ach, das ist doch alles Scheiße hoch fünf. Da büffelt man monatelang Noten, Grifftabellen und diesen ganzen theoretischen Musikquatsch, doch eigentlich will man nur derbe rocken. Dubiose Clubs aufmischen, abgefahrene Wald- und Wiesenfestivals inklusive obligatorischer Eskapaden mitnehmen und natürlich völlig anders sein als die anderen. Doch irgendwie kommt das alles nicht so recht in die Pötte. Statt an selbstgeschriebenen Metal-Opern probiert man sich erstmal zögerlich im Nachspielen von "Biene Maja". Naja, klappt so halbwegs.

Danach verunstaltet man mal diesen oder jenen Beatles-Song, bevor man als Status-Quo-Coverband zu wirklich jedem noch so öden Dorfjubiläum eingeladen wird. Na herrlich. Jahre danach steht man als Band bei Victory unter Vertrag, hat mit "Alaska" bewiesen, daß man eigentlich niemanden mehr etwas beweisen muß und kann auch endlich Gitarre spielen, ohne die ganze Zeit auf die Saiten zu starren. Genau dann ist der Zeitpunkt gekommen, an dem man entspannt auf die Wurzeln zurückblicken darf. Auf die äußerst peinlichen Auftritte mit den Perücken und so.

Und das sieht dann so aus: Between The Buried And Me kaufen sich erstmal ein paar Kästen, holen den Karton mit den verstaubten Schallplatten und gehen in den Musikkeller. Dort wird dann ordentlich gebechert, gelacht und geplauscht. Und ab zwei Promille zieht man sich die hautengen Shirts an, klebt sich Kunstbärtchen an und spielt Queens witziges "Bicycle race" ein. Für den Metallica- und den Mötley-Crüe-Song setzt man sich ein oberalbernes Langhaar-Toupet auf, und dann fühlt man sich fast wie die alten Helden höchstpersönlich. Überhaupt versucht man, nicht nur optisch den Vorbildern nahe zu kommen, sondern auch musikalisch und stimmlich. So vergißt man beim Imitieren schon einmal den typischen Between-The-Buried-And-Me-Sound und spielt die Klassiker erstaunlich originaltreu und auch detailverliebt nach. Und das sogar noch nach der fünften Runde. Schau an, schau an.

Aber egal wie unterhaltsam solch Abende des Kramens in der Vergangenheit auch sind, man sollte zwei Sachen unbedingt beachten: Zum einen sollte man solche Just-for-fun-Abstürze nicht all zu oft machen, weil dann schnell Langeweile aufkommt. Und zum anderen sollte man den Kater am nächsten Morgen berücksichtigen. Aber Between The Buried And Me kriegen noch die Kurve und schnappen sich nach dem Aufwachen einfach abermals die Instrumente, um das schön traurig-melodische "Us and them" (Pink Floyd) sowie das noch fünfmal mehr traurige "Colorblind" (Counting Crows) aufzunehmen. Hachja. Aber was soll's? Denn so rückblickend gesehen war dann doch dieser ganze nervtötende Streß in der Gründungzeit ganz lustig, vielseitig und unterhaltsam. Genau wie der gestrige Abend. Hehe. Ach, und das Album, was da entstand, übrigens auch.

(Christoph Schwarze)

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Highlights

  • Three of a perfect pair
  • Us and them

Tracklist

  1. Blackened (Metallica)
  2. Kickstart my heart (Mötley Crüe)
  3. The day I tried to live (Soundgarden)
  4. Bicycle race (Queen)
  5. Three of a perfect pair (King Crimson)
  6. Us and them (Pink Floyd)
  7. Geek U.S.A. (The Smashing Pumpkins)
  8. Forced march (Earth Crisis)
  9. Territory (Sepultura)
  10. Change (Blind Melon)
  11. Malpractice (Faith No More)
  12. Little 15 (Depeche Mode)
  13. Cemetary gates (Pantera)
  14. Colorblind (Counting Crows)

Gesamtspielzeit: 70:00 min.

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