Giant Drag - Hearts and unicorns

Giant Drag- Hearts and unicorns

Kickball / Interscope / Universal
VÖ: 07.07.2006

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Feuerwasser

Wer Micah Calabrese heißt, gehört in eine Rockband. Dachte sich Micah Calabrese einst und hatte auch noch das Glück, von Annie Hardy angesprochen zu werden. Er habe doch ein Schlagzeug und ein Keyboard und das käme ihr gerade sehr entgegen. Wie man sich halt so unterhält unter Leuten, die in eine Rockband gehören. Wenig später standen die ersten Songs - Journey- und Beach-Boys-Cover -, man schlaumeierte sich aber auch schon eigene Lieder zurecht. Die liefen fortan unter "Smartass fuzz rock" (worauf natürlich nicht die Band selbst kam), auf Fotos zeigte man sich außerdem mit prima Indianerkopfschmuck. Und als dann ein Debütalbum her sollte, nahm man 26 Songs in zwei Tagen auf und kippte sich ordentlich zu. Wie das eben so läuft. Unter Leuten, die in Rockbands gehören.

Giant Drags Geschichte ist aber nicht die klassische Vom-Tellerwäscher-zum-arbeitslosen-Tellerwäscher-mit-Band-Story. Giant Drags Geschichte geht gut aus, weil diese Menschen ein bis zwei Dinge über gute Songs wissen und Herz und Einhorn am rechten Fleck tragen. Keine Ahnung, ob es wirklich einen "Anti-Strokes-Song" geben muß, aber "This isn't it" verheddert sich so schön in seinem vorgetäuschten Pophit mit angeschlossenem Schneebesengitarrensolo, daß man da gar nicht weiter drüber nachdenken möchte. Es ist nämlich eine Spezialität von Hardy und Calabrese, solch ausgesprochen schöne Songs mit großer Freude und kleinen Gemeinheiten zu zerkratzen. Und sei es nur dadurch, daß Hardy im euphorischen Opener "Kevin is gay" einen ganzen Refrain lang "Yum yum yum" singt. Ist ja auch lecker.

"Hearts and unicorns" reckt und streckt sich nun also nicht gerade für einen sauberen Sound, es klingt aber auch längst nicht so fürchterlich LoFi, wie man das vielleicht erwartet hätte. Chris Isaaks "Wicked game" ist jedenfalls auch in der zerschepperten Giant-Drag-Version noch problemlos wiederzuerkennen. Das sanfte "Blunt picket fence" wurde sogar ziemlich anständig herausgeputzt. Ein wüstes Brummkreiseln wie "My d*** s***" entwickelt auch in der abgespeckten Gitarre-und-Schlagzeug-Variante noch jede Menge Druck. Und wie wunderbar verrückt dieses Duo obendrauf noch ist, läßt man sich am besten vom neunminütigen Hidden Track der Platte erklären. Würden Sie dieses Lied Ihren Kindern vorspielen?

(Daniel Gerhardt)

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Highlights

  • Kevin is gay
  • This isn't it
  • My d*** s***

Tracklist

  1. Kevin is gay
  2. Cordial invitation
  3. This isn't it
  4. Yflmd
  5. Pretty little neighbor
  6. Blunt picket fence
  7. High friends in places
  8. You're full of s*** (Check out my sweet riffs)
  9. Everything's worse
  10. My d*** s***
  11. Smashing
  12. Slayer
  13. Wicked game

Gesamtspielzeit: 53:16 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
Vi_nz
2013-03-05 19:25:41 Uhr
Das neue Album "Waking Up Is Hard To Do" kam heute raus ... und ist tatsächlich gut.

http://anniehardy.bandcamp.com

BillyBremner
2010-02-21 20:23:07 Uhr
neue EP vor wenigen tagen in den usa erschienen ...
rothausmaler
2008-02-22 17:41:12 Uhr
irgendwo hab ich gelesen, dass das album schon fertig sei, major sich weigerte zu veröffentlichen, giant drag gekickt hat und nun frau hardy auf suche nach neuem label ist. quelle: vergessen.
Icarus Line
2008-02-22 02:37:13 Uhr
Ja. Die Hardy arbeitet daran.
BillyBremner
2008-02-22 02:30:06 Uhr
Der Typ ist übrigens raus aus der Band ... ist eigentlich ne neue Platte geplant?
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