Frank Black - Fast man, raider man

Frank Black- Fast man, raider man

Cooking Vinyl / Indigo
VÖ: 16.06.2006

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Bauerntrampeln

Frank Black scheint Gefallen gefunden zu haben. Schon auf "Honeycomb" war der Proto-Indierocker in Nashville eingekehrt und frönte Rustikalem. Auf "Fast man, raider man" setzt es nicht nur davon noch viel mehr. Sondern auch noch mehr ausgewiesene Fachleute als Gäste. Aus Sicht der Music Row schaut das jetzt so aus: Den Hut, in dem Black bislang als unerhörter Weisenschrammler sein Geld sammeln mußte, darf er sich jetzt endgültig auf den kantigen Schädel setzen.

Wenn auch längst nicht jedes der meist eher übersichtlich gehaltenen Liedchen zwischen Honkytonk, Folkrock, Blues, E-Street-Shuffle und einem Rest Indiegeschepper Laune macht, so überzeugt Balck doch auf "Fast man, raider man" mit Masse statt Klasse. Insofern ist das bodenständige Hemdsgeärmel hier keine erkennbare Abwendung von alten Tugenden des ehemaligen Pixies-Chefs. Und mit den Catholics eingeprügelt hätte man "Fat man, raider man" auch kaum den Country-Vorwurf gemacht. Wobei ein solcher Vorwurf ja ohnehin höchstens etwas für Kleingeister ist.

Schon wenn der erste Silberling dieses Doppelpacks losschwoft, hoppeln muntere Gedanken umher. "If your poison gets you" grinst über alle verfügbaren Backen, und die verspritzte Galle schmeckt plötzlich gar nicht mal so bitter. Black gibt den dezent verbeulten Crooner und genießt die gekonnte Untermalung von Experten wie Levon Helm (The Band), Al Kooper (Bob Dylan), Tom Petersson (Cheap Trick), Steve Cropper (Booker T & The MG's), Spooner Oldham, Duane Jarvis oder dem "Eve of destruction"-Autor P.F. Sloan. In "Johnny Barleycorn" blökt sogar ein Saxophon los. Wenn das so weitergeht, tritt der Klops demnächst noch in Vegas auf. Die Figur des späten Elvis hat er ja jetzt schon.

Spaß beiseite: Die immerhin 27 Songs von "Fast man, raider man" tänzeln so unangestrengt durch die Gegend, daß man Black alles unterstellen mag, außer einer Verstellung. Der ist wirklich so drauf, daß er so relaxt losschunkelt wie in "Wanderlust", sich den Frust der klassischen Säuferhymne zusammen mit Provinzkehle Marty Brown "Dirty old town" weggrölt, in "Fast man" leidenschaftlich herumtrödelt oder absurde Abwesenheitsnotizen verteilt wie in "I'm not dead (I'm in Pittsburgh)". Ernst nehmen muß man das nicht. Spaß macht die Platte trotzdem. Es sei denn, man wolle lediglich wieder die alten Laut-Leise-Trümmereien der Pixies hören. Mit denen hat "Fast man, raider man" nun so gar nichts am Stetson.

(Oliver Ding)

Bei Amazon bestellen / Preis prüfen für CD, Vinyl und Download
Bei JPC bestellen / Preis prüfen für CD und Vinyl

Bestellen/anhören bei Amazon

Highlights

  • If your poison gets you
  • Dirty old town
  • Wanderlust
  • I'm not dead (I'm in Pittsburgh)
  • Highway to lowdown

Tracklist

  • CD 1
    1. If your poison gets you
    2. Johnny Barleycorn
    3. Fast man
    4. You can't crucify yourself
    5. Dirty old town
    6. Wanderlust
    7. Sevendays
    8. Raiderman
    9. End of the summer
    10. Dog sleep
    11. When the paint grows darker still
    12. I'm not dead (I'm in Pittsburgh)
    13. Golden shore
  • CD 2
    1. In the time of my ruin
    2. Down to you
    3. Highway to lowdown
    4. Kiss my ring
    5. My terrible ways
    6. Fitzgerald
    7. Elijah
    8. It's not just you moment
    9. The real El Ray
    10. Where the wind is going
    11. Holland Town
    12. Sad old world
    13. Don't cry that way
    14. Fare thee well

Gesamtspielzeit: 91:36 min.

Bestellen bei Amazon

Weitere Rezensionen im Plattentests.de-Archiv

Threads im Plattentests.de-Forum

Anhören bei Spotify