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Kubb - Mother

Kubb- Mother

Mercury / Universal
VÖ: 02.06.2006

Unsere Bewertung: 5/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Mamatönchen

Kubb heißt übersetzt "Klotz" und ist ein taktisches Gesellschaftsspiel, bei dem es darum geht, die Holzklötze der Gegenpartei durch geschicktes Werfen zu fällen. Um es gleich vorwegzunehmen: Der ganz große Wurf gelingt dem in London beheimateten Quartett bedauerlicherweise nicht. Dabei hegt der Titel ihres Debüts durchaus edle Absichten, er soll nämlich - Achtung! - dem Göttlich-Weiblichen huldigen. Jawohl. Kichert da jemand? Haben wir es hier etwa mit der "Emma"-Platte-des-Monats zu tun? Oder vielleicht sogar wirklich mit einem taktischen Gesellschaftsspiel? Beides wäre zumindest gut möglich. Harry Collier (Gesang, Baß), Dominic Greensmith (Schlagzeug, Ex-Reef), Adj Buffoni (Gitarre) und John Tilley (Tasten) häkeln netten, leicht verdaulichen, radiofreundlichen, sauber produzierten Sentimental-Pop. Als wären sie maßgeschneidert worden. Für das Vorprogramm von Keane.

Daß auch mehr möglich ist, beweist zumindest "Somebody else", ein ganz hervorragendes musikalisches Filetstückchen, in dem Collier sogar stimmlich in Jeff-Buckley-Gefilde vordringt. Der Tatsache, daß dort aber die Luft für jeden, der nicht Jeff Buckley heißt, ziemlich schnell ziemlich dünn wird, kann man mit Luftmaschen allerdings nicht entgegenwirken. Und mit heißer Nadel gestrickte Gassenhauer und vermeintliche thematische Wagnisse, wie "Wicked soul" (Hemmungsloser Sex!) oder das langatmige Emo-Epos "Chemicals" (Drogenexzesse!), liefern auch nur begrenzte Sauerstoff-Ressourcen. Dafür aber jede Menge Süßstoff: Streichergesäusel, Klavierzuckerperlen, Gospelgedöns (insbesondere bei der Bilderbuchballade "Grow"). Auch wenn der Herr Frontmann eigenen Angaben zufolge tatsächlich diverse Experimente hinter sich hat - man nimmt es den Jungs einfach nicht ab. Dafür klingen sie viel zu sehr nach Veilchenpflücken.

Wie Harry Collier entdeckt wurde, das ist auch so eine ganz niedliche Geschichte, wie sie "Bild der Frau", "Frau im Spiegel", "Spiegelbild der Frau" oder "Emma" vermutlich sofort ganz gerührt drucken würden: Er kellnerierte in einem Café und wurde von seinen Kollegen auserkoren, einem Stammgast, der Geburtstag hatte, ein Ständchen zu singen. Der Stammgast war Didos Bruder Rollo, und die Dinge nahmen ihren Lauf. Ist das nicht aufregend? "Here's to the future / Forget about your past", lauten die gut gemeinten ersten Zeilen des Openers "Remain", und das ist wohl auch eine ganz hübsche Idee: Vergeßt einfach die Existenz von Keane, vergeßt Coldplay, A-Ha, U2 und ein bißchen Radiohead, Muse und Jeff Buckley. Dann werdet Ihr Kubb lieben wie Eure eigene Mutter. Aber auch nur dann.

(Ina Simone Mautz)

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Highlights

  • Somebody else

Tracklist

  1. Remain
  2. I don't mind
  3. Somebody else
  4. Wicked soul
  5. Grow
  6. If I can't have you
  7. Alcatraz
  8. Without you
  9. Chemical
  10. Sun
  11. Bitch
  12. Burn again

Gesamtspielzeit: 44:12 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
*push*
2006-10-28 10:10:50 Uhr
bissken eben
onnja
2006-10-26 17:44:45 Uhr
nee, nee. zwei okaye songs, der rest britsuppe. langweilig und bekommt hier die verdiente nicht-anerkennung.
*push*
2006-10-26 16:37:08 Uhr
bissken unterbewertet
Armin
2006-05-31 23:40:16 Uhr
Kubb
Aktuelle Single "Wicked Soul" - VÖ: 26.05. // Aktuelles Album "Mother" - VÖ: 02.06.

KUBB - Zwischen Liverpool und Tobago

Harry Collier. Ein unscheinbarer Name, aber was für eine Geschichte. Am Mersey geboren, schon mit 4 in die karibische Heimat der Mutter, nach Tobago, wo er die Musik für sich entdeckte. Flöte, Klarinette, klassische Gitarre. Mit 17 rief ihn England zurück, zunächst nach Cornwall, dann nach London, wo in Drummer Dom Greensmith (ex-Reef), NME-Fund John Tilley als Keyboarder und dem Gitarristen Adj Buffoni bald Mitstreiter für Kubb gefunden waren, um Songs eine Form zu geben, die auch Unangenehmstes nicht aussparen. In „Chemical“ etwa Colliers exzessiven Drogenkonsum, der sich in den letzten fünf Jahren schon mal auf „zuviel Koks, zu viele Pillen und 20 Joints am Tag“ summierte. In Youth (U2, The Verve) fanden Kubb einen ebenso renommierten wie verständigen Produzenten. Man darf beim Hören von „Mother“ ein bisschen an Jeff Buckley denken, ein bisschen an Muse und vielleicht auch an bisschen an die frühen Radiohead. Bis man aufhört zu denken – zumindest in Vergleichen – und sich ganz dem Zauber dieses Harry Collier hingibt, der da so gekonnt auf dem Drahtseil tanzt, gespannt zwischen der Karibik und dem Land seines Vaters (aus Ealing, West-London). Das Ergebnis sind so bittere wie wunderschöne Songs wie „Somebody Else“ und „Bitch“, aber auch das vom Klavier dominierte „Wicked Soul“, das hemmungslosen Sex thematisiert.

Und was hat es mit dem Titel auf sich? „Wir alle lieben unsere Mütter“, sagt Harry Collier, „aber was wir nicht genügend respektieren, ist das eigentlich Weibliche. Außerdem ist "Mother" ein wunderschönes Wort. Die Erde ist unsere Mutter, wir alle bestehen letztlich nur aus Dreck. Sie hat uns hervorgebracht. Viele Leute, die ich kenne, sind genau so emotional, wie ihre Beziehung zu ihrer Mutter es ist. Eine Tatsache, die es wirklich zu einem sehr wichtigen Wort werden lässt. Mir bedeutet dieses Wort sehr viel; allen bedeutet dieses Wort viel.“ Zumal wenn die richtige Musik dazukommt, wie bei Kubb.

Armin
2006-05-24 21:00:26 Uhr
Kubb
Aktuelle Single "Wicked Soul" - VÖ: 26.05. // Aktuelles Album "Mother" - VÖ: 02.06.

KUBB - "Wicked Soul"

Eine ganze Reihe von Faktoren hat dazu beigetragen, dass Harry Collier zu demjenigen Sänger und Songwriter wurde, der er heute ist. Manche davon sind als positiv zu bezeichnen, andere als negativ, wiederum andere waren schlichtweg seltsam. Doch wenn man dermaßen im Leben steht wie Harry, mussten sie vielleicht früher oder später auftreten - er selbst betrachtet sie letztlich als „Things To Learn From“. Vielleicht ist es diese Einstellung, die das Debütalbum seiner Band Kubb so besonders macht.

Die erste Single „Wicked Soul“ ist eine gelungene Mischung aus grandiosen Klavierbögen und Harry Colliers melodischer Ausnahmestimme. Hier zeigt sich besonders deutlich, dass Colliers Songwriting weit über dem Durchschnitt ist.

„...“Wicked Soul“, a piano-based highlight whose ambiguous lyric left it unclear whether the narrator is a stalker or a harmless weirdo” - The Guardian

„With Songs like „Wicked Soul“ Kubb are ready to rock“ - Elle

“With […] the fabulous “Wicked Soul” in their set list, you know that Kubb are going to be absolutely inescapable in 2006” - GQ

“A compelling new voice” - Q Magazine

Entdeckt wurde Harry - damals noch Kellner - übrigens von Dido’s Bruder Rollo Armstrong (Faithless) als er ihm zum Geburtstag ein Lied singen „musste“. So kann es gehen.

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