D:A:D - Scare yourself

D:A:D- Scare yourself

Noise / Soulfood
VÖ: 26.05.2006

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 6/10

Vater Courage

Ruhig war's geworden im Disneyland After Dark. Zum einen, weil vor vier Jahren bei "Soft dogs" die leisen Töne dominierten. Zum anderen aber auch, weil selbige höchst sedierend wirkten. Flop auf ganzer Linie, Trennung vom alten Label, das volle Programm. Ein Neuanfang mußte also her. Und wie man es halt so tut, ist man in sich gegangen und hat überlegt, was man eigentlich schon immer gut konnte. Zum Beispiel: einfach nur geradlinig rocken und rollen.

Okay, bei "Lawrence of Suburbia" läuft noch das Aufwärmprogramm. "A good day (To give it up)" pflügt dann schon wesentlich gefälliger durchs dänische Unterholz. Das sind D:A:D, wie man sie liebt: Immer schön schmutzig, immer fett groovend, dazu einen Schwung mehrstimmiger Refrains. Fast schon wie zu längst vergessenen "No fuel left for the pilgrims"-Zeiten. Und es soll weiter gehen. "Scare yourself" überrascht mit bislang ungeahnten Facetten bei Sänger Jesper Binzer, der hier regelrecht ausflippt.

Dann jedoch geht ein wenig die Puste aus. Immer noch gefällig, aber selten wirklich spektakulär, bewegt man sich stilistisch zwischen "Riskin' it all" und "Helpyourselfish". Das ist deutlich besser als noch bei den müden "Soft dogs"-Kötern, aber irgendwie scheint immer noch Luft nach oben zu sein. Auch wenn "No hero" mit fast schon Beach-Boys-artigem Gesang aufwartet. Und auch wenn "Camping in Scandinavia" wunderbar mit alten Klischees spielt. "Camping in Scandinavia / We don't mind / Camping in Scandinavia / When the sun don't shine."

"Scare yourself" ist auf jeden Fall ein Schritt in die richtige Richtung. Beherzt wird mit dem Starrummel und überzogenen Erwartungen, obwohl traditionell nur in Dänemark vorhanden, aufgeräumt ("Dirty fairytale"). Der Neuanfang ist definitiv gelungen, auch wenn die ganz großen Hooklines wie noch auf "Everything glows" knapp verfehlt werden. Doch Angst braucht man auf keinen Fall zu haben. Willkommen zurück!

(Markus Bellmann)

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Highlights

  • A good day (To give it up)
  • Camping in Scandinavia
  • Allright

Tracklist

  1. Lawrence of Suburbia
  2. A good day (To give it up)
  3. Scare yourself
  4. No hero
  5. Hey now
  6. Camping in Scandinavia
  7. Unexplained
  8. Little addict
  9. Dirty fairytale
  10. Allright
  11. Last chance to change
  12. You filled my head

Gesamtspielzeit: 41:46 min.

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