The Coup - Pick a bigger weapon

The Coup- Pick a bigger weapon

Anti / Epitaph / SPV
VÖ: 21.04.2006

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Putschmunter

Am 11. September 2001 war die Karriere von The Coup eigentlich besiegelt. Daß Boots Riley und DJ Pam The Funkstress spaßeshalber auf dem geplanten Cover ihres Albums "Party music" das World Trade Center abfackeln wollten, fand nach diesem Zwischenfall mit den Flugzeugen außer ihnen kaum noch jemand komisch. Und die explizite Politik aus Rileys Texten schon mal gar nicht. Deckel drauf, unter den Tisch, Mantel der Geschichte drüber. Und doch konnten sich die wenigen Hinhörer dem zündelnden Funk von The Coup kaum entziehen.

Grund genug, für Album Nummer fünf in vierzehn Jahren noch mal richtig zuzulangen. Bei "Pick a bigger weapon" ist alles eine Schippe dicker. Die Grooves, die Beats, die Funkschnipsel, die Slogans, die Gäste. "We are the ones" zwirbelt eckige Gitarren unter pumpende Parolen aus besseren Zeiten. "Once upon a time when crack was gold / And hip-hop was not yet platinum sold." Den Wettstreit Ökonomie vs. Philosophie führt auch "Laugh/Love/F***" weiter, wenn es feines Glitzern zwischen solche Verse pustet: "If I'm not involved I feel I ain't breathin' / If I can't change the world, I ain't leavin', baby / That's the same reason you should call me this evening." Vor die Revolution hat der Herr die körperliche Liebe gesetzt.

Überhaupt sind The Coup bei aller Umsturzdidaktik immer für einen Griff zwischen die Beine gut. Es braucht eben nicht nur Eier für handfeste Taten. Apropos Hände: Damit kann man nicht nur Steine werfen und Fäuste ballen, sondern auch feste klatschen. Besonderen Applaus verdient sich dabei das Klaviermonster "My favorite mutiny", bei dem sich Riley von Black Thought und Talib Kweli anstacheln läßt und dann doch beide in den Schatten stellt: "Mind cloudy through the wheeze and phlegm / I'm get my brain off of that and the Jesus hymns." Ein klarer Kopf muß eben sein. Und ein guter Seitenhieb auch.

Für ihre herrlich feisten Grooves ließen sich The Coup übrigens von Stevie Wonder, Prince oder Marvin Gaye inspirieren. Tom Morello, Dwayne Wiggins (Toni! Tony! Toné!), Frank Beverly (Maze) und Jello Biafra zündelten gar persönlich mit. Brüder im Geiste, aufrecht wie in der Horizontalen. "Pick a bigger weapon" ist lasziv wie in "Ijuswannalayaroundalldayinbedwithyou" oder dem flehenden "Babylet'shaveababybeforebushdosomethin'crazy". Spöttisch wie in "Head (of state)". Verschwörerisch wie in "Mindfuck (A new equation)" oder der Heiligsprechung "Tiffany Hall": "You said that one day we'd be ruled by computers / I said, 'It's like that now cause we all machines' / And you replied, 'But I'm a robot with dreams'". Träume können die Welt verändern. Und dafür braucht man nicht mal einen Waffenschein.

(Oliver Ding)

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Highlights

  • Laugh/Love/F**k
  • My favorite mutiny (with Black Thought & Talib Kweli)
  • Mindf**k (A new equation)
  • Tiffany Hall

Tracklist

  1. Bullets and love (Introduction)
  2. We are the ones
  3. Laugh/Love/F**k
  4. My favorite mutiny (with Black Thought & Talib Kweli)
  5. Ijuswannalayaroundalldayinbedwithyou
  6. Head (of state)
  7. Sho yo ass
  8. Yes em to death
  9. Ass-breath killers
  10. Get that monkey off your back
  11. Mindf**k (A new equation)
  12. Two enthusiastic thumbs down
  13. I love boosters!
  14. Tiffany Hall
  15. Babylet'shaveababybeforebushdosomethin'crazy (feat. Silk E.)
  16. Captain Sterling's little problem
  17. The stand

Gesamtspielzeit: 65:28 min.

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  • The Coup (11 Beiträge / Letzter am 13.11.2012 - 13:09 Uhr)

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