10 Years - The autumn effect

10 Years- The autumn effect

Republic / Universal
VÖ: 19.05.2006

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Großeinsteiger

Stop, Jungs und Mädels! Dieses Album erscheint zwar über den bösen, globalen Weltbeherrscher Universal, aber Euren plakativen Heuschreckenhaß verschiebt bitte auf morgen. Denn so langsam, ganz, ganz langsam, verstehen auch Pop-Manager, daß verhältnismäßig härtere Musik ein großes Publikum verheißen kann. Sogar in Deutschland. Dredg, Staind und A Perfect Circle machten das schon gekonnt vor. Und genau irgendwo in dieser Schnittmenge bewegen sich auch 10 Years. Nicht so experimentell wie Dredg oder so versiert wie A Perfect Cirlce, aber auch nicht so hausfrauenschnulzig wie Staind. Einigen wir uns jetzt einfach mal auf Chevelle und kümmern uns um die wichtigeren Dinge, als derartige Vergleiche.

Denn eigentlich haben 10 Years schon jetzt, auf ihrem Debütalbum, einen markanten Sound gefunden. Sonderlich kompliziert ist die Rezeptur nicht. Strophen und Refrains wechseln schließlich in ähnlicher Reihenfolge, wie wir das von mehr oder weniger guten Pop-Rock-Hymnen gewohnt sind. Der Opener "Waking up" wirkt dabei noch standardkonform. Aber schon hier stellt sich heraus, daß der dicke Pluspunkt an Sänger Jesse Hasek verliehen werden muß, der diesen noch eher harmlosen Melodien mit seiner Maynard-Keenan-Stimme einen prägnanten Stempel aufdrückt.

Schon mit "The recipe" landen 10 Years ihren ersten kleinen Minihit, der einmal mehr durch die sanfte und vertraute Stimme getragen wird und die Schemata der ersten beiden Songs durchbricht. Trotz potentiell noch zwei oder drei weiteren hitverdächtigen Liedern, wie dem härteren "Half life" oder dem akustischen "Seasons of cycles", wurde "Wasteland" die erste Auskopplung. Sicher nicht umsonst, denn belegt gerade das in Kooperation mit Amnesty International entstandene Video, daß 10 Years keine reine Liebeslieder-Band ist, sondern durchaus auch ernsthafte Themen ansprechen wollen.

Das eigentliche Highlight offenbart sich im abschließenden 10-Minüter. Fast könnte man denken, eine A Perfect Circle-Coverband würde den Titeltrack einspielen. Auf ähnlichem Niveau, wohlgemerkt. Extrem melodische Riffs, eingängige Gesangspuren und ein treibender Abschluß inklusive instrumentalischem Interlude. Hier spielen 10 Years endlich einmal ihre oft noch zu zaghaft angedeutete Experimentierfreude aus. Denn nur so wird das was mit den großen Vergleichen.

(Christoph Schwarze)

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Highlights

  • The recipe
  • Wasteland
  • The autumn effect

Tracklist

  1. Waking up
  2. Fault line
  3. The recipe
  4. Cast it out
  5. Wasteland
  6. Seasons to cycles
  7. Half life
  8. Through the iris
  9. Empires
  10. Prey
  11. Insects
  12. Paralyzing kings
  13. The autumn effect

Gesamtspielzeit: 57:16 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
Badrique
2008-06-01 02:09:19 Uhr
Neue Scheibe "Divisions" finde ich sehr gelungen!
Leatherface
2007-04-24 19:49:38 Uhr
Gerade mal wieder reingehört. Überragend ist eigentlich nur Wasteland. Der Rest eher so mittel.
Badrique
2007-04-24 19:45:09 Uhr
Ich höre sie schon seit Wochen und "The Autumn Effect" läuft bei mir in Endlosschleife :)
Leatherface
2007-04-24 17:21:46 Uhr
Kann man mal hören. Sowas wie A perfect circle light.
Know it all
2007-04-24 17:20:29 Uhr
Kenn ich seit letztem Jahr, is ne ganz gute Band, haut mich aber ni vom Hocker, dafür stehen sie mir zu sehr zwischen den Stühlen.
Die Lieder die du aufzählst sind tatsächlich die Highlights die man nennen muss, aber die hauen mich mehr oder weniger vom Hocker.
Die 6/10 hier bei Plattentests is voll okay. Mehr würde ich ni geben, aber das Lied The autumn effect is durchaus genial.
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