Rob Zombie - Educated horses

Rob Zombie- Educated horses

Geffen / Universal
VÖ: 19.05.2006

Unsere Bewertung: 4/10

Eure Ø-Bewertung: 5/10

Der Pferdebrüllerer

Sieh einer an, der jüngere Bruder von Zotti, dem Urviech, kann doch noch Musik machen. Hatte Rob Zombie im letzten Jahr mit "The devil's rejects" zumindest einen Achtungserfolg im Splatter-Genre erzielen können, kehrt der Schuster entgegen ursprünglicher Pläne mit "Educated horses" wieder zu seinem Leisten zurück. Doch so ganz läßt ihn das Kino wohl nicht mehr los: Das Intro "Sawdust in the blood" könnte sowohl musikalisch als auch vom Titel her locker auf einen seiner Soundtracks passen. Und auch der Rest wird immer wieder mit Filmschnipseln angereichert.

Wo die beschworenen Sägespäne herkommen, weiß man allerdings nicht ganz so genau. Zumindest nicht aus der Box eines Vollblutgaloppers. Denn so nett "American witch" auch so vor sich hinknödelt, die dressierten Gäule aus dem Albumtitel sind eher gutmütige Familienpferde. Shetlandponys statt Araberhengste, sozusagen. Na gut, kann ja mal passieren, daß man nicht so recht in die Gänge kommt. Nur nicht bei einer ohnehin schon sehr knappen Spielzeit. Und schon mal gar nicht, wenn sich die Tendenz fortsetzt.

Der Staub, der nämlich aus den Boxen rieselt, ist nicht der des gottverlassenen Highways aus "The devil's rejects", sondern die Schicht auf den Songs. Die kreativen Ideen sind Herrn Zombie ausgegangen, es regiert Routine. Ein paar nette Ideen wie sitarähnliches Geklimper bei "17 year locust" sowie das nette "The scorpion sleeps", das bisweilen entfernt an Marc Bolan (!) erinnert - das war's denn auch schon. Der Rest ist ziemlich uninspiriertes Geriffe. Da wirkt die LP-artige Songaufteilung nicht mehr als wehmütige Reminiszenz an die schwarzen Teller, sondern so anachronistisch wie der Inhalt.

Vom Schockrock-Potential her hätte Rob Zombie durchaus mal in die Fußstapfen eines Alice Cooper treten können. Doch während jener nach über 35 Jahren immer noch gelegentlich Gutklassiges produziert, scheint Rob Zombie sein kreatives Pulver verschossen zu haben. Vielleicht nicht in cineastischer, aber doch in musikalischer Sicht. Letztlich wird man auch nach intensiverem Genuß dieser Platte keine Pferde kotzen sehen.

(Markus Bellmann)

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Highlights

  • American witch
  • The scorpion sleeps

Tracklist

  1. Sawdust in the blood
  2. American witch
  3. Foxy foxy
  4. 17 year locust
  5. The scorpion sleeps
  6. 100 ways
  7. Let it all bleed out
  8. Death of it all
  9. Ride
  10. The devil's reject
  11. The lords of Salem

Gesamtspielzeit: 38:24 min.

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  • Rob Zombie (33 Beiträge / Letzter am 15.05.2014 - 15:32 Uhr)

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