gODHEAD - 2000 years of human error

gODHEAD- 2000 years of human error

Posthuman / Priority / Virgin
VÖ: 23.01.2001

Unsere Bewertung: 5/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Um Gottes Willen

Weiß und weiß gesellt sich gern. Wo das eine Gesamtkunstwerk auftaucht, kann das zweite folglich nicht weit sein. So macht es durchaus Sinn, daß ausgerechnet die kreidebleich geschminkten gODHEAD das erste Signing auf Marilyn Mansons neuem Label Posthuman markieren. Der Ansatz der vier Amerikaner, bissige Texte in moderne Industrial-Kracher zu gewanden, ist bei Marilyn Manson auf ein offenes Ohr gestoßen. So haben gODHEAD nach drei Indie-Veröffentlichungen nun die Gelegenheit bekommen, ihr Major-Debüt vorzulegen und wurden von ihrem ungleich berühmteren Mentor dafür gleich mit Vorschußlorbeeren überschüttet: Der Album-Opener "The reckoning" bekam für den Soundtrack von "Blair Witch Project 2" eine tragende Rolle zugeteilt, während der selbsternannte Antichrist in "Break me down" gODHEAD seine stimmliche Unterstützung zuteil werden läßt.

Auch eine ähnliche ideelle Basis ist vorhanden: Von Bands wie The Cure und Pink Floyd fühlen sich gODHEAD inspiriert, wollen erleuchten statt niederzuknüppeln und versuchen ihr bestes, um dem Hörer die vergangenen "2000 years of human error" warnend vor Augen zu führen. "I'll take you down / To a hole where you will always be alone / I'll turn you out / On a world that doesn't care if you belong" droht Jason Miller in "The reckoning", doch die düsteren Zukunftsvisionen verfehlen oft ihre Wirkung. Die Abgründe tun sich weniger tief auf und die Blitze zucken nur selten wirklich pointiert vom Himmel. Obwohl die designierten Heilsbringer ihr bestes versuchen, sich durch eigene elektronische Elemente und griffigere Songs von Marilyn Manson zu distanzieren, gelingt ihnen das mehr schlecht als recht, so daß ihre aggressiven Stiche an Herz und Hirn knapp vorbeischrammen.

Wenn sich in "Penetrate" schließlich "Prostitution" auf "Pollution" und "Revolution" auf "Solution" reimt, sind gODHEAD von Dichtkünstler Joachim Witt glücklicherweise noch meilenweit entfernt. Und obwohl "2000 years of human error" durchaus gut genug sein mag, um dem Kinogänger in "Blair Witch Project 2" einen kurzzeitigen Schauer auf den Rücken zu jagen oder die bedrohliche Düsternis für einen Moment noch dunkler erscheinen zu lassen: Um uns wirklich weitere 2000 Jahre menschlichen Irrtums zu ersparen, reicht die Energie von gODHEAD bei weitem nicht.

(Armin Linder)

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Highlights

  • The reckoning
  • Break you down
  • I hate today

Tracklist

  1. The reckoning
  2. I sell society
  3. Inside you
  4. Sinking
  5. Tired old man
  6. Break you down
  7. Penetrate
  8. Backstander
  9. Eleanor rigby
  10. 2000 years of human error
  11. I hate today

Gesamtspielzeit: 44:30 min.

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  • godheadSilo (3 Beiträge / Letzter am 01.12.2007 - 18:25 Uhr)