The Drips - The Drips

The Drips- The Drips

Wichita / Cooperative / Rough Trade
VÖ: 28.04.2006

Unsere Bewertung: 3/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Tröpfeln

Wenn man sich die Selbstauskunft der Drips zu ihrem Debüt so durchliest, wundert man sich anschließend beim Hören der Platte nicht mehr. Man erfährt, daß es die Band seit 2000 gibt. Daß sie eher ein lose zusammengewürfelter Haufen von Studenten, Bankangestellten sowie von Mitgliedern der zurecht hochgelobten The Bronx ist. Und daß sie fast ein Jahr gebraucht hat, dieses Album fertig zu machen, obwohl man nur wenige Tage daran gearbeitet hat. Es drängt sich der Eindruck auf, daß diese Leutchen eine Menge Dinge in ihrem Leben haben, die Ihnen weit wichtiger sind als diese Band.

Eigentlich ist damit schon alles gesagt, denn genau diesen Umstand hört man "The Drips" an. Hier klingt alles, aber auch wirklich alles halbherzig: das Songwriting, der Groove, der Sound, alles verdient das Prädikat "Ja, geht so". Das wäre nicht weiter schlimm, wenn man die Fadheit, mit der die Kalifornier hier zur Sache gehen, nicht ständig hörbar im Ohr hätte. Mit etwas Interesse an der eigenen Sache hätte man aus diesem Album durchaus eine ganze Menge mehr herausholen können.

Das ist der Punkt, an dem dieses Album ärgerlich wird. Die Drips hudeln gelangweilt ein Album - wohlgemerkt ihr Debüt! - hin, während sich vielleicht im Jugendclub nebenan eine Band sämtliche Beine dafür ausreißen würde, ins Studio zu dürfen. Und selbst wenn deren Songs genauso durchschnittlich wären wie die der Drips und ihre technischen Fertigkeiten vielleicht limitierter, würde diese Jugendclubband mit Herzblut und Feuereifer daraus eine passable Scheibe zimmern, die den Zuhörer mitreißt, weil sämtliche Beteiligten alles geben, was sie haben.

Bei den Drips hingegen tröpfelt es, statt mitzureißen. Rotzig gemeinter Punkrock plätschert dahin, Riffs fließen müde daher, und eine neue Rhythmusidee sucht man bis zur Hälfte des Albums vergeblich. Dann wird die Strophe der Halbballade "16, 16, six" in ska-artigem Offbeat präsentiert. Wow! Die Drips sollten sich wieder auf das Studium, ihre Bank oder The Bronx konzentrieren. Da werden sie gebraucht.

(Rüdiger Hofmann)

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Highlights

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Tracklist

  1. Broken
  2. Downbrown
  3. All kids = dead
  4. I'm Gene
  5. Triplets
  6. Old sex
  7. 16, 16, six
  8. Wasted time
  9. M.I.L.K.
  10. Fountains
  11. Coastline

Gesamtspielzeit: 26:40 min.

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