Centro-Matic - Fort Recovery

Centro-Matic- Fort Recovery

Misra / Cooking Vinyl / Indigo
VÖ: 28.04.2006

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Schloß und Riegel

Eines vorneweg: Der große Durchbruch wird Centro-Matic auch mit "Fort Recovery" nicht gelingen. Aber wollen sie das denn überhaupt? Ungerührt liefert das Quartett weiter solide und packende Songs ab, die zudem mit einer gehörigen Portion Dramatik durchsetzt sind. Schräg und krachig präsentiert sich die Instrumentierung, und Erkennungsmerkmal Nummer eins bleibt wie bei allen von Will Johnson geleiteten Projekten seine raue und unverkennbare Stimme. Samt seiner drei Mitstreiter Scott Danbom, Mark Hedman und Matt Pence geht Johnson den zielsicher eingeschlagenen Weg weiter. Was aber keineswegs bedeutet, die Texaner hätten sich nicht weiterentwickelt. Verglichen mit früheren Alben hat sich bezüglich der Soundqualität und der Ausgeklügeltheit der Produktionen einiges getan - im positiven Sinne.

Hatte South San Gabriel, die Zweitband mit dem gleichen Personal, kürzlich mit "The Carlton chronicles: Not until the operation's through" auf sanften Pfoten begeistert, geht es auf dem neuesten Centro-Matic-Longplayer ab und an schon einmal etwas rockiger zur Sache. Mit Radiotauglichkeit hat "Fort Recovery" trotzdem wenig zu tun. Die Schubladen Alt. Country und Indierock, in die sich auch dieses Album wieder stecken läßt, werden schließlich nur noch in der aussterbenden Gattung Spartensendungen geöffnet.

Der Schaffenskraft der vor zehn Jahren im texanischen Denton gegründeten Band wird derlei Mißachtung in keiner Weise gerecht. Zwölf von 28 Songs haben es aufs in den Vereinigten Staaten bereits im März veröffentlichte, achte Album von Centro-Matic geschafft. Auf den in Europa erhältlichen Silberling wurden als Zugabe sogar noch drei Bonus-Tracks gepackt. Gut so, denn die Scheibe wird gegen Ende hin immer besser - woran vor allem diese Beigaben großen Anteil haben.

"Fort Recovery" erschließt sich - einer Festung durchaus angemessen - nicht schon beim ersten Hördurchgang. Man braucht eine Weile, um sich der Musik richtig annehmen zu können und das passende Türchen zu finden. Letztlich kommen aber Freunde fesselnder Drums ("Take the maps and run"), altertümlich klingender Orgeln und verzerrt wabernder Gitarren ("For new starts") ebenso auf ihre Kosten wie die Anhänger akustischer Klampfen, Geigen oder spaciger Hintergrundklänge ("I see through you", "In such crooked time"). Ein ums andere Mal greift sich das Quartett die unterschiedlichsten Instrumente und schafft doch ein in sich stimmiges Konglomerat. "Not like anyone would mind" hat Ohrwurmcharakter und läßt einen mit seinen dominanten Zerrgitarren nicht mehr so schnell los. Gemeinsam mit Danbom an der Geige läuft Johnson dann in "Gunmetal and engines" zur Hochform auf. Ein gemächlicher Abschluß. "Nothin' I ever seen" läßt sich zuvor von einem Klavier begleiten und wartet mit einem jener bittersüßen Textmomente auf, die wohl niemand anderes so schön klagend wiedergeben kann wie Johnson. "'Cause forever never brings us what we want."

(Jens S. Vöhringer)

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Highlights

  • Take a rake
  • Not like anyone would mind
  • Gunmetal and engines

Tracklist

  1. Covered up in mines
  2. Calling thermatico
  3. Patience for the ride
  4. I see through you
  5. In such crooked time
  6. For new starts
  7. The fugitives have won
  8. Monument sails
  9. Triggers and trash heaps
  10. Nothin' I ever seen
  11. Take the maps and run
  12. Take a rake
  13. Bucket full of nails
  14. Not like anyone would mind
  15. Gunmetal and engines

Gesamtspielzeit: 61:16 min.

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