Listen


Banner, 120 x 600, mit Claim

Kip Winger - Songs from the ocean floor

Kip Winger- Songs from the ocean floor

Frontiers
VÖ: 15.01.2001

Unsere Bewertung: 4/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Auf Grund gelaufen

Es ist schon ein Kreuz mit den Altlasten: da hat man mal als Bassist in der Alice-Cooper-Band und dabei auf zwei Tourneen in großen Stadien gespielt, ist später mit der eigenen Band, die auch noch mit dem eigenen Namen versehen war, immerhin noch im Vorprogramm der Scorpions durch Europa gezogen, konnte dazu im Laufe von vier Jahren über 5 Millionen Alben verkaufen und ist zu einer der Ikonen des Melodic Hardrock der Achtziger avanciert. Und jetzt? Jahre später kann man sich entweder aufs Altenteil zurückziehen oder einfach das machen, was man eben kann und auch die Jahre vorher gemacht hat. Dies ist natürlich Musik, diesmal nur mit Vor- und Nachnamen und mit einer völlig anderen Musikrichtung, völlig entspannt und in sich ruhend.

Doch dann kommen die ganzen Hardrocker aus ihren Löchern geschossen und werfen einem, ganz so, als sei es streng verboten, sich weiterzuentwickeln, Verrat an der eigenen Sache vor. Dabei hat Kip Winger auch früher schon immer dann am besten geklungen, wenn er Balladen präsentiert hat ("Headed for a heartbreak" vom 1990er Album "In the heart of the young"). Sein erstes Soloalbum "Thisconversation..." von 1996 sollte die Fans schon einmal auf die neue Linie einschwören, doch gibt es immer noch einige (inklusive seiner Plattenfirma), die beim Vorstellen des Bassisten, Sänger und Songwriter Kip Winger als erstes auf seine Zeit bei Alice Cooper hinweisen.

Gegen diese Biografie ist dann auch nur schwer anzukämpfen, obwohl sich auf "Songs from the ocean floor" einige Stücke befinden, die manchem gestandenen Songwriter gut zu Gesicht gestanden hätten. Leider verliert sich Kip allzuoft in seichtes Geplänkel und steuert ein paar seiner Lieder damit in Richtung Belanglosigkeit. Am besten klingen noch die Ausflüge in die Weltmusik wie das orientalisch angehauchte Instrumentalstück "Free", oder das rockige "Crash the wall". Auch das atmosphärisch dichte "Resurrection" ist ein Song, wie man ihn früher nur von Peter Gabriel gehört hätte, den Kip Winger aber gekonnt in das 21. Jahrhundert übersetzt.

Hört man sich die "Songs from the ocean floor" also ohne Rücksicht auf die Biografie des Songwriters an, zeigt sich hier ein nettes Album, welches immerhin das eine oder andere Highlight aufweist. Dennoch leistet sich Kip Winger leider angesichts seiner beachtlichen Erfahrung noch einige Ausreißer zuviel, um mit diesem Album wirkliche Sympathiepunkte abzugreifen. Wem jedoch z.B. das aktuelle Sting-Album rockig genug erscheint, dem wird auch dieses Album sehr gut gefallen. Wer jedoch glaubt, daß ein Rock-Album von vorne bis hinten krachen müsse, sollte lieber zu einem der älteren Winger-Alben greifen.

(Steffen Fischer)

Bei Amazon bestellen / Preis prüfen für CD, Vinyl und Download
Bei JPC bestellen / Preis prüfen für CD und Vinyl

Bestellen bei Amazon / JPC

Highlights

  • Crash the wall
  • Free
  • Resurrection

Tracklist

  1. Cross
  2. Crash the wall
  3. Sure was a wild flower
  4. Two lovers stand
  5. Landslide
  6. Faster
  7. Song of midnight
  8. Free
  9. Only one word
  10. Broken open
  11. Resurrection
  12. Everything you need

Gesamtspielzeit: 54:35 min.

Bestellen bei Amazon