Soil - True self

Soil- True self

DRT / Soulfood
VÖ: 24.03.2006

Unsere Bewertung: 5/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Sozialarbeit

DRT Entertainment: Die soziale Auffangstation ehemaliger "Wir hatten da mal einen Hit"-Wunder. Resozialisierung für schwer gebeutelte Musiker, denen irgendwo auf der Karriereleiter eine Stufe weggebrochen ist und die von nun an wieder den Anschluß suchen. American Head Charge hatten ihre fünf Minuten New-Metal-Ruhm, Blindside liefen auf VIVA, und Soil enterten Punkte als Godsmack- und Alice-In-Chains-Verschnitt. "Halo" war der Kracher, "Redefine" schnürkeloser Alternative Rock, aber eben kein Hit. Majorlabels fackeln da nicht lange rum. Aus die Maus. Drückt man im laufenden Betrieb dann plötzlich den Reset-Knopf, geht meist noch irgendetwas anderes verloren. In diesem Falle der Frontmann.

Verlorene Identität und hauswirtschaftliche Probleme, aber der Betreuungsdienst DRT Entertainment richtet das schon wieder und stellt ein neues Dach überm Kopf zur Verfügung. Ex-Diesel-Machine-Sänger A.J. Cavalier bekam den Job am Mikro, und mit etwas seelischer Begleitung wagen Soil nun den Wiederaufstieg. Ein musikalischer Neuanfang. Obwohl eigentlich ist es nur ein stimmlicher Neuanfang, denn instrumental bewegt man sich immer noch im Post-Alternative-Rock um Drowning Pool und Konsorten. Viel Breitwand-Rock, ohne die große Übermelodie. Hier und da diese kleinen feinen Riffs im Stil von "Threw it away", dann mal etwas aggressiver im Opener "Fight of life" oder bei "Pick me up" und im Gegenzug fast balladesk in "Let it go". Hauptsache nicht zu viel riskieren beim Comeback.

Doch Potential ist da, daß zeigt sich besonders in "Forever dead" mit Beteiligung von Burton C. Bell (Fear Farcory). Ein knackiger Dreiminüter mit kontrolliertem Geknüppel, Geschrei und einem cleanen, sehr melodischen Refrain. Und überhaupt beherrscht der Neue ein ziemlich wandlungsfähiges Stimmorgan. Singen und Schreien kann er, manchmal ähnlich rauh und kantig wie Sully Erna. Zumindest immer sympathisch. Oberste Prämisse scheint eh zu sein, daß niemand verschreckt wird. Komplett neue Ideen oder mehr Abwechselung werden ausgespart, und so mutiert der geplante Neubeginn zu einer etwas halben Sache. Aber selbst die Resozialisierung der Labelkollegen geht verhalten voran. Langfristige Integration ist nun einmal keine Geschichte von heute auf morgen.

(Christoph Schwarze)

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Highlights

  • Forever dead
  • Pick me up

Tracklist

  1. Fight for life
  2. Give it up
  3. Pick me up
  4. The last chance
  5. True self
  6. Hear me
  7. Forever dead
  8. Until it's over
  9. Jaded
  10. Threw it away
  11. One last song

Gesamtspielzeit: 43:29 min.

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