Schrottgrenze - Château Schrottgrenze

Schrottgrenze- Château Schrottgrenze

Motor / Warner
VÖ: 31.03.2006

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Junges Glück

Nein, die Bemerkungen zu Bandnamen lassen wir heute mal stecken. Ausnahmsweise. Und stellen stattdessen erst mal das hier klar: Nämlich, daß die netten Schleswig-Holsteiner von Schrottgrenze einfach nicht mehr 18 Jahre jung sind (kommt drüber hinweg, Leute!). Und daß Tobias Levin (Kante, Tocotronic) die Aufnahmen des hier vorliegenden "Château Schrottgrenze" ganz sicher aus gutem Grund betreut hat. Stopf Dir diese depperten Phrasen von wegen "Die sind jetzt erwachsen geworden" sonstwohin. Die mochte noch nie jemand lesen. Gott sei Dank.

Schredderpunkrock war bei Schrottgrenze ja ohnehin vorvorgestern irgendwann mal. Stattdessen ist dort jetzt mehr so befindlichkeitsfixierte Popmusik, was ganz gewiß nicht abwertend gemeint ist. Ehrlich. Mit Weichzeichner-Gitarren und Vier-Viertel-Eleganz. "Eine Tür verschließt das Licht / Halt mich fest an meiner Zigarette / Ich bin gekommen, woher interessiert nicht mehr / Diese Nacht hat mich hergebracht / Etwas schreit, etwas schreit in meiner Haut / Gib mir Schönheit, gib mir Schmutz / Ich will Gefahr." Sie sind eben keine 18 mehr.

Und weil "Château Schrottgrenze" eben alles in allem ehrliche Bauchmusik ist, die Sorte, die von Herzen kommt, ginge das mit dem Zorn auch gar nicht mehr. Das hier sind 10 Polaroidaufnahmen von guten Menschen, die das eigentlich noch nie anders gehandhabt haben, es vermutlich nicht mal anders können. Und der Herr Levin, der verleiht den klugen Nummern, die "Fotolabor", "Alaska" oder "Eine Stadt aus Klebstoff" heißen, dann den warmen Klang, den sie einfach verdient haben.

Analog-Elektronik und Melotron gehen gerne mit, aber das passiert ja alles nur auf den Nebengleisen. Das nimmt man so im Vorbeihören mit, weil: Schön ist's ja schon. Dieser dezente Nachhall-Effekt, dieser Flokkati-Sound, in den man sich sofort hineinkuscheln kann, wenn man nur will. Hauptsächlich sind es aber die erfühlten Bauchmomente - von denen diese Platte tatsächlich ein paar hat - kombiniert mit den doch ziemlich schlauen Worten von Sänger Alex Tsitsigias, die gefallen. "Und Du bist da wo Meere stranden / Und das ist ziemlich weit von hier / Wildnis am Rand der Welt / Welcome to the last frontier". Und: "It doesn't matter if we all die / Denn schon sehr bald fällt auf uns Laub." So ist es.

(Sven Cadario)

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Highlights

  • Fotolabor
  • Alaska
  • Eine Stadt aus Klebstoff

Tracklist

  1. Nichts ist einsamer als das
  2. Am gleichen Meer
  3. Fotolabor
  4. Wie ein Geist, bloß immer da
  5. Alaska
  6. Seit ich alles von Dir weiss
  7. Kongress
  8. Wenn Du da bist
  9. Eine Stadt aus Klebstoff
  10. Mann am Punkt
  11. Schrottgrenze

Gesamtspielzeit: 34:02 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
qywanbvutax
2012-03-24 12:54:18 Uhr
oQY1bO qqcxewdwpvun
Red
2012-03-24 09:07:11 Uhr
diese Frau Tauzher braucht wohl dnrgneid Geld und schreibt deshalb so dummes Zeug ohne den Kopf einzuschalten. Denn hat sie bestimmt nur, damit sie Ihre Haare nicht in der Hand tragen mudf. Pressefreiheit ist schon in Ordnung aber bitte keine Hetze wie wir schon einmal hatten. Auf solche Leute kf6nnen wir verzichten.
eli
2010-11-29 19:39:13 Uhr
für mich das beste album der band.
die stärksten songs wurden ja schon genannt.
aber vor allem "am gleichen meer" und "alaska" sind wirklich gut.
dödel
2010-11-29 18:41:50 Uhr
alter, du nervst wie die sau
Gordon Fraser
2010-11-25 18:06:30 Uhr
Kenne nichts von der Band davor oder danach, aber dieses eine Album ist verdammt stark. War 2006 eine Riesenentdeckung für mich.
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