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Maroon - When worlds collide

Maroon- When worlds collide

Century / EMI
VÖ: 24.03.2006

Unsere Bewertung: 4/10

Eure Ø-Bewertung: 6/10

Ohne Biß

Alle Achtung! Das grüne Herz Deutschlands ist ganz schön auf dem Vormarsch. Mit der weltberühmten Thüringer Bratwurst verdienen manche richtig viel Zaster im sonnigen Kalifornien oder im noch weiter entfernten Sydney. Bei den Olympischen Winterspielen in Turin hätte das Zwergenbundesland den USA auch als eigenständige Nation im Medaillenspiegel die lange Nase rausgestreckt. Und auch in Sachen Kultur muß sich Restdeutschland immer mehr an den vorsächsischen Dialekt gewöhnen, denn das Können von Bands wie Heaven Shall Burn oder Maroon wird mittlerweile auch westlich der Thüringer Landesgrenzen zur Kenntnis genommen.

Von Gold, Silber oder anderen Edelmetallen sind Maroon zwar immer noch genauso weit entfernt wie vom Sprechen von Hochdeutsch, aber der Straight-Edge Fünfer ist ins Rollen gekommen. Zig Touren hier und da, mal mit wichtigen, mal mit ganz wichtigen Bands zusammen - und manchmal sogar mit völlig belanglosen. Aber man ist präsent und macht Werbung für das Bratwurstland und sich selbst. Das zeigt Wirkung. Irgendwo on the road hält man den Jungs von Agnostic Front und den Dänen Mercenary ein paar dieser leckeren Würstchen unter die Nase, diese verfallen sofort deren Charme, und zack, hat man gleich ein paar Gast-Vocals und Keyboardschnipsel für "When worlds collide" zusammen. Der melodiöse Metal-Riff-Hit "Annular eclipse" mit Mikkel Sandager von Mercenary bleibt allerdings eher eine Ausnahme. Der Rest besteht aus Hardcore mit Metaleinlagen - neuerdings auch Metalcore genannt - und klingt wie Veggie-Möhrchen von Aldi: etwas angetrocknet, aber noch genießbar. In der selben Abteilung könnte man auch "Confessions of the heretic" finden. Hardcore, Midtempo und Soli entstammen zwar nicht einer Metro-Auswahl an Kreativität, aber bilden mit dem Interlude "arctures" einen abwechselungsreichen Gegenpol zum einseitigen Haßbrocken "Wake up in hell".

Aber so richtig würzig-knackig wie das Thüringer Vorzeigeprodukt kommen Maroon keineswegs daher. Setzen die Genrekollegen von Caliban zum Moshpart an, dürften sich Maroon fühlen wie eine Bratwurst nach vier Minuten in der Mikrowelle. Auch bei Ausflügen ins gepflegte Geknüppel zeigen die Nachbarn von Heaven Shall Burn, daß man so was auch mit mehr Feuer unterm Arsch machen könnte. Da hilft alle "Zeigefinger hoch"-Ethik nichts. Der Erfolg verführt zum Nachahmen, und so verkommt Maroons Metalcore zu einer einfachen Kopie. Ähnlich wie "original" Thüringer Bratwürste an der Nordsee. Lasch. Und ohne die Schärfe von Born-Senf geht da sowieso nichts.

(Christoph Schwarze)

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Highlights

  • Annular eclipse
  • Confessions of the heretic

Tracklist

  1. 24hourhate
  2. And if i lose, welcome annihilation
  3. Sirius
  4. Wake up in hell
  5. Annular eclipse
  6. Arcturus
  7. Confessions of the heretic
  8. There is something you will never erase
  9. The omega suite pt. ii
  10. Sword and bullet
  11. Vermin
  12. Koo she
  13. Below existence

Gesamtspielzeit: 43:13 min.

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