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Zucchini Drive - Being Kurtwood

Zucchini Drive- Being Kurtwood

2nd / Hausmusik / Indigo
VÖ: 03.03.2006

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 6/10

Vitamin B

Möhrchen sind gut für die Augen, Heißhunger auf saure Gurken legt einen zeitigen Frauenarztbesuch nahe, und übermäßiger Zucchini-Genuß weicht das Gehirn auf. Natürlich erzählen sie einem Letzteres nicht im Fernsehen oder bei der Landesgartenschau, die dieses Jahr in Rathenow stattfindet und sicherlich wieder eine Pilgerfahrt wert ist. Aber Zucchini Drive, die lassen das durchsickern, quasi im Vorbeimusizieren. Ein Belgier und ein Schwede, vereint durch ihre Faible für Nutzgärtnerei und abstrakte HipHop-Entwürfe jenseits von 50 Cent und ähnlich georteten Fleischfressern. Ein Belgier und ein Schwede mit guten Freunden in ganz Europa. Und sogar darüber hinaus.

Wäre diese Platte hier in den USA bei Anticon, Def Jux oder einem der anderen Labels für listigen Abenteuer-Rap erschienen, dann hätte man sich selbst mit den schlechtesten Absichten nicht daran stören können. Es gibt auf "Being Kurtwood" - benannt nach dem Schauspieler Kurtwood Smith oder jemand anderem - schließlich das Schüttelreiminferno "Bonafied gambler" zu hören, für das Zucchini Drive mit Produzenten-Guru Alias und Kellerloch-MC Lord Grunge gleich zwei gestandene Szene-Helden gewinnen konnten. Aber auch diejenigen Tracks, die lediglich unter kontinentaler Mithilfe entstanden sind, wurden mit Biegen, Brechen und verwinkelten Beats für jeden denkbaren Anlaß fit gemacht. Ist ja auch kein Wunder, wenn man Leute wie Giardini di Mirò oder The Notwists Markus Acher kennt.

Zur Orienterung: Erstere haben die letzten elf italienischen Landesmeisterschaften im Post-Rock-Machen gewonnen und für "Being Kurtwood" nun das behutsame Herantasten des Albumopeners "Painting things in harsh colours" in Form produziert. Und Zweiterer pflegt ja nicht erst seit 13 & God gute Beziehungen zum HipHop. Als Gastsänger und Gitarrenspieler klingt er im überragenden "Sombre city" nun, als wäre er von einem alten Demotape direkt in den Track hineingesamplet worden. Und es kann natürlich wieder mal nichts schiefgehen, wenn dieser Mann das Steuerrad übernimmt. "I see in the air / Tiny creatures' things." Keine Ahnung, worum es geht. Ist aber großartig.

Und auch danach bleibt "Being Kurtwood" vor allem dank der schnellen, beweglichen Zungen seiner beiden Schöpfer lebendig. "Easy tiger" findet nach drei hitzigen Minuten noch Zeit für eine schnelle "I'm easy"-Hommage. "Banned from Poland" rollt ziemlich zügig über frisch geteerte Straßen. Und nur im Mittelteil, wenn alles ein wenig statisch wirkt und die Düster-Beats plötzlich eher widerwillig anschieben, muß die Platte ein paar Federn lassen. Sehr nett übrigens auch, daß Zucchini Drive am Ende zum milden Zupfen von "Good music & Indian food" dann noch ihr Erfolgsrezept offen legen. Was sie dabei allerdings vergessen: Die richtigen Leute zu kennen hat ganz offensichtlich auch noch niemandem geschadet.

(Daniel Gerhardt)

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Highlights

  • Painting things in harsh colours
  • Sombre city
  • Banned from Poland

Tracklist

  1. Painting things in harsh colours
  2. Sombre city
  3. Easy tiger
  4. Knucklesandwich
  5. 1000 streets beneath the sky
  6. Vagabondage
  7. Earth to Kurtwood
  8. Banned from Poland
  9. Bonafied gambler
  10. Good music & Indian food

Gesamtspielzeit: 37:52 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
jeb
2008-01-01 02:27:29 Uhr
Doch, das neue Album ist schon draußen und wieder richtig gut. Allein die Tracks mit Radical Face und Pilot Balloon: yummy... sehr gutes Teil.

2nd rec/sonicane legt derzeit bei der Bestellung die Being Kurtwood obendrauf, sehr geiles Angebot --> Zugreifbefehl.
smörre
2007-12-31 13:35:03 Uhr
glaub nicht. Ich finds für Europa dennoch recht innovativ - gibt doch wenig, was einen solchen Sound abliefert.

Weiterhören: K-The-I??? (US, Mush Records). Könnte dir dann auch gefallen.
graft
2007-12-31 13:29:08 Uhr
hat mir auch sehr gut gefallen. ging in richtung anticon. nicht besonders innovativ, aber das was anticon seit ein paar jahren veröffentlicht war auch nicht gerade interessant.

ist das neue zucchini drive album eigentlich schon offiziell bei uns erschienen?
smörre
2007-12-31 13:17:22 Uhr
Auf jeden Fall! Alleine "Earth To Kurtwood" rechtfertigt den Kauf. Indietronic-Rap - und in wirklich keinster Weise mit Linkin Park vergleichbar. Nicht im Ansatz.
*push*
2007-12-31 13:12:47 Uhr
Unterbewertet!
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