John Vanderslice - Pixel revolt

John Vanderslice- Pixel revolt

Barsuk / Indigo
VÖ: 17.02.2006

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Schlagzeilen

Als vor ein paar Monaten der umtriebige John Vanderslice mit der Sammlung "Five years: Selected songs 2000-2005" zum ersten Mal hierzulande veröffentlicht wurde, war man noch ein wenig skeptisch. Rührend war seine Musik damals schon. Kein Wunder, wenn man Sentimentalisten wie Matthew Caws (Nada Surf) und Britt Daniel (Spoon) als Fans für sich gewinnt. Doch der Funken wollte trotz raffinierter Herzlichkeiten wie "Pale horse" noch nicht so recht überspringen.

Jetzt aber erscheint mit "Pixel revolt" ein reguläres Vanderslice-Album, und zwei dieser Songs kennt man bereits. "Exodus damage" und "Trance manual" zählten schon auf dem zuvor veröffentlichten Überblick zu den Highlights. Und nicht nur die Downloader, die sich auf Vanderslices Website aus dem reichlichen Songfundus bedienen können, wissen, was sie an der butterweichen Stimme und den ausgeklügelten Songs haben.

Es sind seufzende Atempausen und kathedralenweite Beschwörungen, beherzte Aufrufe und salbungsvolle Geschichten. Tatsächlich verstecken sich in den Erzählungen Schicksale, die ganz tief in die amerikanische Seele zu blicken scheinen. "Radiant with terror" transferiert ein eindringliches Gedicht von Robert Lowell mit Glockengeläut in die Neuzeit. "Exodus damage" reflektiert über das zweite Flugzeug, das um 9:02 Uhr einschlug. "Trance manual" erzählt von einem Embedded Journalist, der die Grauen des Krieges in den Armen einer arabischen Prostituierten vergessen will. Und in "Plymouth rock" blickt ein möglicherweise tödlich verwundeter Soldat im romantisch verklärten Delirium zurück in seine Heimat.

Es ist keine Propaganda, die hier betrieben wird. Doch Vanderslices Songs können gar nicht anders, als ans Herz zu gehen. Mit scheinbar einfachsten harmonischen Mitteln bereiten die Strophen ihren Refrains das Feld, so daß diese lediglich noch abstauben müssen. So anschmiegsam hier die Melodien dahinfließen, so aufrührend sind ihre Inhalte. Ehrensache, daß immer wieder unruhige Elektronik oder unheimlich verhallte Tasteninstrumente ihren Teil zur beklemmenden Atmosphäre beitragen. "We need your pretty words / In clipped and chanted verse." Genau.

(Oliver Ding)

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Highlights

  • Plymouth rock
  • Exodus damage
  • Trance manual
  • Farewell transmission
  • Dead slate Pacific

Tracklist

  1. Letter to the East Coast
  2. Plymouth rock
  3. Exodus damage
  4. Peacocks in the video rain
  5. Trance manual
  6. New Zealand pines
  7. Radiant with terror
  8. Continuation
  9. Dear Sarah Shu
  10. Farewell transmission
  11. Angela
  12. Dead slate Pacific
  13. The golden gate
  14. CRC7173, affectionately

Gesamtspielzeit: 53:36 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
bee
2006-08-21 16:53:19 Uhr
guter Mann - gute Platten! mir gefällt die Mass Suicide am besten - Bill Gates Must Die ,-)
Armin
2006-08-21 16:00:32 Uhr
Auch aus San Francisco ist JOHN VANDERSLICE, meines Erachtens (und damit bin ich nicht alleine), einer der wohl umtriebigsten, engagiertesten, liebenswertesten und begnadedsten Songwriter und Performer derzeit, der mit Pixel Revolt eines der nachhaltigsten Alben formuliert hat.
"LAURA VEIRS and JOHN VANDERSLICE made the best two records of 2005, and are to be studied closely and enjoyed completely." - Chris Walla (Death Cab For Cutie)
Nach zwei erfolgreichen Touren im Vorprogramm von, ja, Death Cab For Cutie im Frühjahr diesen und Nada Surf Ende letzten Jahres, macht sich JV nun auf, Europa im Alleingang zu erobern. Eine Aufgabe, bei der man ihm nur Glück wünschen kann. Nun im Alleingang ist nur bedingt richtig, hat er diesmal doch seine gesamte Band im Schlepptau. Dave Douglas, den wir ja schon als "vielseitigen" Drummer kennen, David Broecker (Bass), dem ein oder anderen noch aus Juno Zeiten ein Begriff und Ian Bjornstad (Keyboards).

JOHN VANDERSLICE

30.10.2006 CH-Lausanne - Satellite Club
31.10.2006 Karlsruhe - Jubez
01.11.2006 Stuttgart - Schocken
02.11.2006 Würzburg - Café Cairo
03.11.2006 München - Orangehouse
04.11.2006 A-Wien - B72
05.11.2006 Dresden - Scheune
07.11.2006 Leipzig - Nato
08.11.2006 Berlin - Magnet
14.11.2006 Hamburg - tba
16.11.2006 Köln - Blue Shell
17.11.2006 Heidelberg - Karlstorbahnhof

Booking: mikrokultur

Und als ob dies nicht schon Anlass genug wäre sich zu freuen, wurde jüngst das Video zur zweiten Single Trance Manual fertiggestellt. Schnüff, sooo schön... Aber seht selbst: http://www.zecommunist.com/films.html#
Außerdem ein wie ich finde sehr gelungener Exodus Damage Remix von Alias: http://barsukfreemp3s.blaireau.net/ExodusDamage_AliasRemix.mp3


Interpret: John Vanderslice
Album: Pixel Revolt
VÖ: 17.02.06
Label/Vertrieb: Barsuk/Indigo
Links: www.johnvanderslice.com, www.barsuk.com

curtbali
2006-01-29 14:41:00 Uhr
"Pixel revolt", schöne Platte. Die Stimme ist toll, die Produktion sehr klar und einnehmend und doch facettenreich. Leider fällt das Album nach der sehr, sehr interessanten ersten Hälfte stark ab. Trotzdem insgesamt sehr gut.
olli
2006-01-27 20:13:27 Uhr
hammertyp......
bee
2006-01-27 20:11:58 Uhr
den Herrn werde ich mir anschauen - bin gespannt.
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