Mudhoney - Under a billion suns

Mudhoney- Under a billion suns

Sub Pop / Cargo
VÖ: 03.03.2006

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Kleine Nachtmusik

"Mensch, Alter, schön Dich wiedersehen. Ist ja der Hammer, Du hast Dich überhaupt nicht verändert." Es soll Menschen geben, für die eine solche nett gemeinte Begrüßung den Selbstwertgefühl-Super-GAU darstellt. Die Unterstellung lautet Stillstand, vielleicht sogar Leblosigkeit. Der vorangeschickte Ausdruck der Freude verpufft und wird durch den Knockout des Egozentrums nicht mehr wahrgenommen. Hoffen wir also, daß die vier Herren aus Seattle ausreichend selbstbewußt sind, um diese Begrüßung richtig zu verstehen.

Es ist nämlich ab und zu schön und wichtig, ein paar Landmarken zur Orientierung zu haben. Einige Konstanten, auf die man sich verlassen kann. Und einem Leuchtturm wird schließlich niemand Bewegungslosigkeit vorwerfen wollen. Tatsächlich haben Mudhoney in mancherlei Hinsicht Ähnlichkeiten mit einem Leuchtfeuer. Sie stehen ein wenig Abseits in einer unzugänglichen Ecke an einer schroffen, klippigen Küste. Und am besten sind sie, wenn es dunkel wird.

Trotz seines Titels ist "Under a billion suns" ein Album für die Nacht. Den schweren, am Rand der Dissonanz umhertorkelnden Riffs würde helles Tageslicht ebensowenig stehen wie Mark Arms waidwundem Gesang. Und Bläsersätze, die King Crimsons "21st century shizoid man" tief in sich aufgesogen haben, lassen sich nicht gut mit funkelnden Sonnenstrahlen überkreuzen. Mudhoney sind nicht depressiv, aber melancholisch. Zu etwa gleichen Teilen vermengen sich hier scheinbar so unvereinbare Stile wie Punk, Progressive, Grunge und alternativer Krach.

Mudhoney haben sich längst ein eigenes Genre geschaffen und bewohnen ihre Schublade unbehelligt und weitgehend alleine. Im Gegensatz zu den meisten anderen Bands, die stramm auf das zwanzigjährige Jubiläum zugehen, sind Mudhoney auch auf ihrem neuen Werk weder langweilig noch peinlich. Sondern so gut wie immer. Schön, Euch wiederzusehen. Ihr habt Euch überhaupt nicht verändert.

(Rüdiger Hofmann)

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Highlights

  • It is us
  • Let's drop in
  • On the move

Tracklist

  1. Where is the future
  2. It is us
  3. I saw the light
  4. Endless yesterday
  5. Empty shells
  6. Hard-on for war
  7. A brief celebration of indifference
  8. Let's drop in
  9. On the move
  10. In search of
  11. Blindspots

Gesamtspielzeit: 44:17 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
Wolffather
2011-10-13 22:50:29 Uhr
aktuell würde ich mich eindeutig festlegen: ihr bestes Album!
Indii
2008-05-17 14:00:23 Uhr
Manchmal bin ich ein bißchen langsam, aber jetzt habe ich die Platte auch für mich entdeckt. Ist auch meine erste von Mudhoney, daher sage ich lieber nicht zuviel, sonst kommt da nur Mist bei rum. Aber das Album gefällt mir. Schön, dass Schrammel-Musik nicht tot ist.
Wolffather
2008-03-24 03:05:57 Uhr
nur 11 Beiträge für dieses grandiose Album sind echt mager... bin grad mal wieder am Hören und wieder begeistert...

we're the empty shells of our former selves!
tobi
2006-02-25 06:29:14 Uhr
Gute Kritik von Rüdiger Hofmann. Der Vergleich mit dem Leuchtturm/feuer ist wirklich gut.

Die "Touch Me I'm Sick" Zeiten sind vorbei, aber Mudhoney sind immer noch am Start.

o'reilly
2006-02-23 08:09:27 Uhr
Die waren vorallem immer extrem cremig! Wenn ich nur an deren "Hype! - The Movie"-Auftritt denke, muss ich loslachen.
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