Johnny Dowd - Cruel words

Johnny Dowd- Cruel words

Munich / Indigo
VÖ: 17.02.2006

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 9/10

Der Hausmeister

Ein Job als Möbelpacker ist nicht unbedingt das üblichste Sprungbrett zum Rockstar. Aber Johnny Dowd hat es ja gar nicht darauf abgesehen, sich anhimmeln zu lassen. Kaum ließ sich anläßlich seines düster blickenden Sarkasmus' auf Platten wie "Pictures from life's other side" oder "The pawnbroker's wife" dezente Belobigung ausmachen, hüpfte er mit "Cemetery shoes" vor zwei Jahren prompt aus der Alt.-Country-Schublade heraus. Und landete geradewegs im Schrank mit allerlei liegengebliebenem Funk-Gerümpel.

Aus diesem staubt auch "Cruel words" einen knochentrockenen Beat nach dem anderen nach draußen. Dowd läßt seine Band knirschen, um darüber ein wenig Gift und Galle oder einfach ziemlichen Unfug zu versprühen. Und dabei wahlweise zu klingen wie ein verschnupfter Beck Hansen, ein rappender Isaac Brocks oder ein heiserer Bart Simpson. Oder einfach wie er selbst mitten in seinem Element. Was das aber so ist, läßt er zwischen scheppernden Grooves, schunkelnden Licks und delirierenden Gitarren so offen wie möglich.

Es sind zum einen handgesägte Rhythmen wie in "House of pain", taumelnder Bluesrock wie in "Cradle of lies" oder kakophone Weirdo-Jams wie "Poverty house". Gerne auch alles gleichzeitig. Man höre nur das in irgendwelche whiskeyverseuchten Kaschemmen verschleppte "Johnny B. Goode", das am Ende dann sogar noch dem "Iron man" zum Fraß vorgeworfen wird. Selbst wenn Kim Sherwood-Case zwischendurch die Sirene gibt oder für die Säuferschmonzette "Drunk" Sally Timms und Jon Langford von den Mekons mitsäuseln, sollte man besser nicht auf Zurechnungsfähigkeit plädieren. Kirmesorgel gegen Zerrgitarre gegen Bollerdrums. Und trotzdem Grooves, für die Jim O'Rourke mit Grizzlybären jonglieren würde. Am Ende von "Cruel words" ist nur noch eines sicher: Noch zerfurchter als Dowds Gesicht sind nur seine Songs.

(Oliver Ding)

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Highlights

  • House of pain
  • Poverty house
  • Corner laundromat
  • Johnny B. Goode

Tracklist

  1. House of pain
  2. Miracles never happen
  3. Praise God
  4. Unwed mother
  5. Cradle of lies
  6. Ding dong
  7. Final encore
  8. Wilder than the wind '66
  9. Drunk
  10. Poverty house
  11. Corner Laundromat
  12. Anxiety
  13. World of him
  14. Johnny B. Goode

Gesamtspielzeit: 43:49 min.

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  • Johnny Dowd (25 Beiträge / Letzter am 04.04.2013 - 19:32 Uhr)

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