Neil Diamond - 12 songs

Neil Diamond- 12 songs

American / Columbia / SonyBMG
VÖ: 17.02.2006

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Liedermacher

Es war keine Nachricht, auf die man gewartet hätte. Neil Diamond zurück im Studio. Aber ein kleines Detail an dieser Meldung sorgte dann doch für Aufmerksamkeit. Denn ausgerechnet Rauschebart Rick Rubin wollte sich des gealterten Herzensbrechers annehmen. Schon den großen Johnny Cash hatte Rubin ja allein mit seiner Gitarre eingesperrt und ihn so zu Höchstleistungen angefeuert. Und genau diese asketische Behandlung sollte nun auch Diamond den Schmalz austreiben, der sich seit Mitte der Siebziger angestaut und festgesetzt hatte.

Obwohl Diamond seit den Sechzigern immer wieder sein Händchen für großartige Popnummern wie "I'm a believer" bewiesen hatte, verließ er sich doch seit dem aufgedonnerten "Beautiful noise" 1976 vorwiegend auf fremdes Material. Und eben leider eher auf glamourösen Glitzer als auf Musik. "12 songs" hingegen geriet ähnlich schlicht wie sein Titel. Im möglichst intimen Rahmen setzte sich Diamond mit seiner Gitarre, seinen Songs und vor allem auch mit sich selbst so auseinander, daß mittlerweile auch er selbst von einer Neufindung spricht, die er Rubins Beharrlichkeit zu verdanken habe.

Doch solch große Worte führen vom Weg ab. Denn diese vierzehn Songs - die europäische Ausgabe enthält zwei Bonustracks - benötigen keine großen Gesten oder aufgedunsene Arrangements. Nur eine Spur Pathos braucht es manchmal, um der Seelenschau den nötigen Nachdruck zu verleihen. Mag auch ein Song wie "Evermore" vielleicht ein wenig affektiert klingen, wischt doch Diamonds hörbar am Leben gereifte Stimme jeden Zweifel beiseite. Manchmal etwas belegt, doch immer exakt am pochenden Herz der Musik.

Das hier sind Songs, die einfach raus mußten. Die irgendwo in Diamonds Körper schlummerten, wo schon "Red, red wine", "Girl, you'll be a woman soon" und "Solitary man" zu lupenreinen Diamanten herangewachsen waren. Eindringliches wie "Hell yeah", Schwungvolles wie "Delirious love" (als Bonus dann noch mit Brian Wilson kalifornisiert) und Augenzwinkerndes wie "We". Das zurückgelehnt bluesende "I'm on to you" und der orgelselige Gospel "Man of God". Sanft tastet sich das Beiwerk an Diamonds Lieder heran, läßt mehr offen als es zudeckt. Und läßt so genug Platz für die volle Größe dieser Kleinigkeiten.

(Oliver Ding)

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Highlights

  • Oh Mary
  • Hell yeah
  • Delirious love
  • I'm on to you
  • We

Tracklist

  1. Oh Mary
  2. Hell yeah
  3. Captain of a shipwreck
  4. Evermore
  5. Save me a saturday night
  6. Delirious love
  7. I'm on to you
  8. What's it gonna be
  9. Man of God
  10. Create me
  11. Face me
  12. We
  13. Men are so easy
  14. Delirious love (with Brian Wilson)

Gesamtspielzeit: 57:19 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
virginia
2010-04-01 00:11:50 Uhr
Oh mary oh mary oh mary

bee
2008-06-09 15:14:57 Uhr
neues Album namens Home before dark - wieder ein echter Rick Rubin Rubin (oder so ...) - stark!
cole
2006-03-24 15:23:22 Uhr
Das Fazit nach 4 Monaten "12 Songs": Phantastisches Album mit einigen all-time-classics ("Save Me A Saturday Night", "I´m On To You" etc.). Nur mit "Evermore" hab´ich immer noch meine liebe Mühe.
Nun denn, weiß jemand, ob irgendwelche Live-Shows in Europa geplant sind?
Le-nnon
2006-03-21 16:39:25 Uhr
Ich finde, er hat einen eigenen Thread verdient.

Jetzt wo es danach aussieht, als hätte der bärtige fette Mann einen neuen Johnny Cash gefunden.
Satan
2006-03-09 19:47:14 Uhr
Das Album ist großartig. Punkt. Ausrufezeichen. In einer Liga mit den letzten Alben von Johnny Cash. Großes Kino!
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