Belle & Sebastian - The life pursuit

Belle & Sebastian- The life pursuit

Rough Trade / Sanctuary
VÖ: 10.02.2006

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Junge Hüpfer

Frösche! Warum eigentlich Frösche? Manche haben sie im Hals, im famosen Film "Magnolia" regnen die possierlichen Amphibien haufenweise vom Himmel, und ein weniger niedliches Exemplar der Gattung nervt seit Monaten im Sparabo. Da Belle & Sebastian aber von jeher unverdächtig sind, irgendwelchen Trends hinterherzuhecheln, dürfen sie auch ungestört eine Single namens "Funny little frog" veröffentlichen.

Mehr oder weniger genau zehn Jahre liegen Bandgründung und das Debüt "Tigermilk" inzwischen zurück, immerhin deren vier seit dem Ausstieg von Gründungsmitglied, Cellistin und Muse Isobel Campbel. Belle & Sebastian haben in der Zeit eine erhebliche Entwicklung durchgemacht und blieben sich doch immer treu - das zeigt schon besagte Single.

In ihrem Universum der verspielten Popmelodien haben Belle & Sebastian einige neue Galaxien entdeckt: "The blues are still blue" kommt als waschechter Glam... nunja... -rock angewackelt, im funkigen "Sukie in the graveyard" beginnt Stuart Murdoch fast zu rappen, und "We are the sleepyheads" klingt zumindest zu Beginn so, als habe da noch jemand die Titelmusik zu einer Sechziger-Jahre-TV-Science-Fiction-Serie schreiben wollen. Überhaupt: Belle & Sebastian wirken nach wie vor nicht wie von dieser Welt - zumindest nicht aus unserer Zeit. Diese Geigen, diese Trompeten, diese Orgeln, die immer wieder überraschend um die Ecke kommen und doch genau im richtigen Moment ertönen - all das ist wie ein Gruß aus einer Welt, als sich junge Mütter mit Dauerwelle mit ihren Kinderwagen im Park trafen und dabei getupfte Kleider trugen. Und Tony Hoffer (Air, Beck, Phoenix, Supergrass) weiß genau, welche Knöpfchen er drücken muß, um das Songwriting abzurunden und die Sonne anzuknipsen.

"I'm the singer, I'm the singer in the band / You're the loser, I won't dismiss you out of hand", beginnt Murdoch "Dress up in you". Aber so, wie er diesen Text singt (fast müßte man sagen: flüstert), kann man ihm nicht böse sein. Oder sich zumindest nicht angesprochen fühlen. Belle & Sebastian sind so charmant und leicht harmlos wie eh und je. Und eindeutig sie selbst, ohne sich dabei tatsächlich zu wiederholen. Sollen die Spötter doch über die schmächtigen Schotten und ihre lieblichen Lieder lachen - das stört die Band jetzt auch nicht mehr.

(Lukas Heinser)

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Highlights

  • Another sunny day
  • The blues are still blue
  • Sukie in the graveyard
  • Funny little frog

Tracklist

  1. Act of the apostle
  2. Another sunny day
  3. White collar boy
  4. The blues are still blue
  5. Dress up in you
  6. Sukie in the graveyard
  7. We are the sleepyheads
  8. Song for sunshine
  9. Funny little frog
  10. To be myself completely
  11. Act of the apostle II
  12. For the price of a cup of tea
  13. Mornington crescent

Gesamtspielzeit: 49:13 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
depperl
2008-03-21 19:37:46 Uhr
muss man bei dem depriwetter mal wieder auspacken!
lützenbach
2008-03-11 20:51:57 Uhr
Tigermilk (1996) [9/10]
If You're Feeling Sinister (1996) [8/10]
The Boy with the Arab Strap (1998) [8/10]
Fold Your Hands Child, You Walk Like a Peasant [7/10]
Storytelling (2002) [6/10]
Dear Catastrophe Waitress (2003) [9/10]
The Life Pursuit (2006) [7/10]

"Dear Catastrophe Waitress" wird ja allgemein geächtet, aber die Songs sind doch echt allererste Sahne. Klar, das intime der ersten Alben wurde durch Opulenz ersetzt, aber gerade das mag ich auch. Für mich ihr zweitstärkstes Album.
Spenderleber
2008-03-11 19:27:08 Uhr
Wäre ja wirklich wieder mal Zeit.

Und auch wenns nie passieren wird, aber ich wünsche mir ja so eine Platte wie zu Tigermilk-
oder Sinisterzeiten.
Besser waren sie nie.
Kilian
2008-03-11 19:07:29 Uhr
Wann kommt da eigentlich mal was Neues?
Florian
2006-12-26 19:30:50 Uhr
Die Trompeten-Melodie bei "Dress Up In You" (1:57 - 2:32) ist göttlich. Könnte ich mir stundenlang anhören.
Ebenso "To Be Myself Completely", bei dem Gitarrist Stevie Jackson seine wundervolle Stimme einsetzen darf. Ich bin zwar nicht so der Stimmenfetischist, aber diese ist einfach großartig.
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