Tenhi - Maaäet

Tenhi- Maaäet

Prophecy / Soulfood
VÖ: 10.02.2006

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Waldschrate auf leisen Sohlen

"Naturmusik mit Folk-/Prog-Einflüssen." So werden Tenhi angekündigt. Folk? Wird im allgemeinen mit wild fiedelnden Streichern und ähnlichem Instrumentarium assoziiert. Naturmusik? Wölfe, die den Mond anheulen so wie norwegische Black-Metaller im Pandalook ihre Wälder? So viel zu Vorurteilen. Denn Tenhi sind Finnen. Und die sind, wie schon mehrfach an dieser Stelle angedeutet, ein wenig anders. Indem sie sich ihre Schubladen brav selber aussuchen.

Diese hier öffnet sich langsam und bedächtig. Nämlich mit sanft perlendem Piano und langsamer Verdichtung einer düsteren, aber doch positiven Stimmung. Wie ein Spaziergang durch den Wald in der Dämmerung, wenn man weiß, daß man gleich wieder zu Hause ist. Plötzlich Gesang. Kein sänftelndes Gesäusel, sondern knarrig-tiefe finnische Vocals. Die finnische Sprache kann sich also tatsächlich auch für fremde Ohren melodisch anhören.

"Sigur Rós!" schallt es da durch die Taiga. Klar, auch die Herrschaften aus Island verstauen Verbundenheit zu heimatlicher Scholle in rätselhafte Klangkosmen, vermutet muttersprachliche Texte als Beigabe. Doch während diese bisweilen die Gitarre in den Verstärker einstöpseln, ziehen Tenhi ihre Linie (noch) konsequent durch. Einzig beim zunächst etwas schwungvolleren, dann jedoch stilistisch leider etwas unentschlossenen "Vähäinen violetissa" wird das Tempo ein wenig angezogen. Und "Tuulenkaato" erinnert gar an Großtaten von Anathema.

Man muß schon äußerste Aufmerksamkeit an den Tag legen, damit "Maaäet" nicht unregistriert am Hörer vorbeidümpelt. Doch mit ein wenig Einarbeitung erschließen sich wunderbare Welten. Welten wie die unendlichen finnischen Wälder zum Beispiel. In die man sich mit ein wenig Phantasie auch hineinversetzen mag. Sänger Tyko Saankko vermag mit seiner Stimme entschlossen voranzuschreiten, kann jedoch urplötzlich in ein Flüstern verfallen, als lauere ein Raubtier hinter dem nächsten Baum. Dieser Spannungsbogen zwischen wahrhaftiger Progressivität bis hin zu Esoterik ist es, der den Sound von Tenhi so einzigartig macht. Und irgendwo findet sich bestimmt noch jemand, der die finnischen Texte in ein verständliches Idiom übersetzen kann.

(Markus Bellmann)

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Highlights

  • Kuoppa
  • Tuulenkaato

Tracklist

  1. Varpuspäivä
  2. Kuoppa
  3. Kuulut kesiin
  4. Salain
  5. Viimeiseen
  6. Vähäinen violetissa
  7. Sarastuskävijä
  8. Maa syttyy
  9. Tuulenkaato
  10. Aatos
  11. Uuvu oravan luu
  12. Rannalta haettu

Gesamtspielzeit: 60:11 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
toolshed
2008-09-08 04:03:20 Uhr
Ich weiß doch was du gerne hast. :)
NOK
2008-09-08 03:50:14 Uhr
Gah! Der Portnoy! Na, der ist ja wohl immer schockierend. :D
toolshed
2008-09-08 03:14:03 Uhr
OSI findest du nicht schockierender? :D
NOK
2008-09-08 03:10:20 Uhr
Tolles Album.

Ich überlege bloß grade, was Enya in den Referenzen unter der Rezension verloren hat. Wobei... :D
addae
2006-02-24 08:42:01 Uhr
Eine wundervoll tiefgrünige und atmosphärische Platte. Genial!
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