Tiga - Sexor

Tiga- Sexor

Different / PIAS / Rough Trade
VÖ: 03.02.2006

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 6/10

Outta space

Electroclash. Ein Sound, ein Wort, eine Ästhetik. Es ist natürlich schon ein Weilchen her, daß die Mixtur aus käsiger Achtziger-Elektronik und dreckigen Nuller-Beats für Furore unter der Discokugel gesorgt hat. Der Kanadier Tiga war damals schon vorne mit dabei. Zusammen mit Zyntherius gelang ihm eine frostigfrische Version von Corey Harts "Sunglasses at night", die noch heute Frisuren plättet und Hemdkragen stärkt.

Seitdem gelangen dem Elektrodandy flackernde Überarbeitungen von Depeche Mode, Fischerspooner oder Nelly und pumpende eigene Tracks wie der Mitmüsser "Pleasure from the bass". Daß man so auch ohne eigenes Album auf die Titelseiten kommt, hat schon der furztrockene Erfolg von LCD Soundsystem gezeigt. Doch jetzt ist mit "Sexor" auch Tigas Debüt fertig. Im doppelten Wortsinn übrigens. Denn diese Grooves stehen bei aller Stromlinienform immer etwas neben der Schnur.

Aber das gehört eben dazu, wenn man feist rockende Tracks sowohl für den durchgeschwitzten Club als auch für die Flutlichtarena raushauen will. Tiga entführt uns also auf den Planeten "Sexor" und mischt dafür ein paar pinke Pillen in die Astronautenkost. Er trifft sich mit Scissor Sister Jake Shears für die Single "You gonna want me", er baut sich mit den Soulwax-Jungs die Euphoriespritze "Good as gold" zusammen, und freut sich darüber, "(Far from) Home" zu sein.

Überall pumpt und funkt es, die Neonröhren flackern im Takt, und Tiga freut sich hörbar darüber, Herr über all diese Knöpfe zu sein. Mit drei schillernden Coverversionen von so unterschiedlichen Acts wie Public Enemy ("Louder than a bomb"), Talking Heads ("Burning down the house") und Nine Inch Nails ("Down in it") gibt er sich stilistisch unverfänglich. Und doch wirkt "Sexor" nicht durchgängig angemessen ausgeschlafen. Kein Wunder, haben doch manche Tracks doch schon einige Zeit auf dem Katzenbuckel. Aber Tiga will halt ein Rocker sein. Denn da stören abgelaufene Verfallsdaten nicht so sehr.

(Oliver Ding)

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Highlights

  • (Far from) Home
  • High school
  • Pleasure form the bass
  • Down in it
  • Good as gold

Tracklist

  1. Welcome to Planet Sexor
  2. (Far from) Home
  3. You gonna want me
  4. High School / Jamaican boa
  5. Louder than a bomb
  6. Pleasure for the bass
  7. Who's that
  8. Down in it
  9. The ballad of Sexor
  10. Good as gold / Flexible skulls
  11. Burning down the house
  12. 3 weeks
  13. Brothers

Gesamtspielzeit: 55:09 min.

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