Calla - Collisions

Calla- Collisions

Beggars Banquet / Indigo
VÖ: 03.02.2006

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Songs from the exhausted

Tür ins Haus, danke fürs Aufmachen. Drei Jahre liegen zwischen der letzten Calla-Platte "Televise" und ihrem neuen Album "Collisions". Nicht ungefähr drei Jahre, solche halben Sachen werden nicht gemacht bei diesen New Yorker Nachtschattengewächsen. Drei Jahre, auf den Tag. Das ist jetzt nicht gerade eine Beobachtung, von der man anderer Leute Enkelkinder erzählen wollte, zugegeben. Aber dafür eine, die paßt zu Calla, diesen notorischen Punktlandern. Kleine Präzisions-Perfektionisten sind das nämlich immer schon gewesen, mechanisch genau in ihren schwerfälligen, vornehmlich quälend langsamen Bewegungen. Das Schweizer Uhrwerk eines Zeitmessers auf der Venus. Sie haben jetzt übrigens auch noch die mathematische Formel hinter einem guten Popsong geknackt.

Man muß sich das so vorstellen: In einer Welt, in der die Sonne nicht scheint und die Nutella alle ist, wäre "Collisions" eine Hitplatte. Die Hände vor den Augen gibt es hier nach wie vor für niemanden zu sehen, bessere Stimmung hat man schon auf mancher Beerdigung erlebt, und auch sonst klingt alles nach fürchterlichen Anstrengungen und viel zu kurzen Ruhepausen. Aber Calla haben ein Zuhause gefunden in ihrer selbst auferlegten Dunkelheit. Sich vorangetastet zu größerer Selbstsicherheit, Geradlinigkeit als Spielzeug entdeckt und der eigenen Erscheinung einen ziemlich unwahrscheinlichen Popappeal reingewürgt. "It dawned on me" heißt das erste Stück und, nun ja, es scheppert recht genüßlich so daher. Die Treppe runter natürlich. Aber immerhin drei Minuten lang in die gleiche Richtung.

Und so geht das sogar weiter. Zwischen Melodien mit guter Rückenmuskulatur und ergebnisorientierter Gitarrenoffensive flippert es Calla in diesen Songs hin und her, das "Post" vor ihrem "Rock" könnte langsam mal jemand wegkillern, und erst im letzten Stück, dem vorhersehbaren, aber zweckmäßigen Shoegazer-Standard "Overshadowed", wettrennen die Instrumente wieder auf einen Höhepunkt zu, dem kurz vor der Ziellinie der Saft abgedreht wird. Gemein, klar. Aber doch nicht mehr ganz so sehr wie das hinterhältige Treiben des eckigen Vorgängers. Remember: Den hätte Hannibal Lecter sich beim Kochen anhören können. Auf "Collisions" hingegen brodelt das Bedrohliche unter der Oberfläche. Und läßt sich ums Verrecken nicht nach draußen locken. Alles bleibt im Dunkeln.

(Daniel Gerhardt)

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Highlights

  • It dawned on me
  • So far, so what

Tracklist

  1. It dawned on me
  2. Initiate
  3. This better go as planned
  4. Play dead
  5. Pulvarized
  6. So far, so what
  7. Stumble
  8. Imbusteros
  9. Testify
  10. Swagger
  11. Overshadowed

Gesamtspielzeit: 41:22 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
Ocean
2006-11-09 07:44:26 Uhr
Dann kauf dir noch Televise, ist das beste Album von allen!
bee
2006-11-08 20:36:14 Uhr
der Thread für eine der besten Indierockband der letzten 10 Jahre. Lief lange an mir vorbei - dann die zauberhafte Platte Collisions kennengelernt (hier von Dän sträflich unterbewertet ...). Dann Scavengers - was für eine grossartige Platte. und nun das Debut, staun. Ein Meisterwerk! auf einer Stufe mit Modest Mouse' The lonesome crowded west
bee
2006-07-27 11:36:04 Uhr
wirklich eine sehr gute Platte!
Jesus
2006-05-29 15:04:07 Uhr
Hab sie vor ein paar Monaten im Paradiso gesehen in Amsterdam! Fantastische und sehr freundliche Band!
Jesus
2006-05-29 15:04:03 Uhr
Hab sie vor ein paar Monaten im Paradiso gesehen in Amsterdam! Fantastische und sehr freundliche Band!
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