Isobel Campbell & Mark Lanegan - Ballad of the broken seas

Isobel Campbell & Mark Lanegan- Ballad of the broken seas

V2 / Rough Trade
VÖ: 27.01.2006

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Grimms Mädchen

Diese Zusammenarbeit ist schon ein wenig unwahrscheinlich. Daß Isobel Campbell und Mark Lanegan jemals zusammenarbeiten würden, war ähnlich realistisch wie ein Teamwork von Kylie Minogue und Nick Cave. Jenes fand allerdings schon vor Jahren den Weg in die Wirklichkeit und hinterließ staunende Begeisterung. Auch die schottische Chanteuse und der amerikanische Grantler wirken auf dem Papier erst einmal in etwa wie Schneewittchen und der böse Wolf. Und auch dieses Mal gab sich der Wolf dem unschuldig lächelnden Mädchen gegenüber ausgesprochen zutraulich.

Nachdem Lanegan sich bei einem Treffen während einer Tour mit den Queens Of The Stone Age als Campbell-Fan geoutet hatte, nagelte sie ihn flugs auf eine Zusammenarbeit fest und produzierte das folgende Album dann auch noch. Dieses "Ballad of the broken seas" dreht also die klassische Grimmsche Rollenverteilung ein wenig um. Und erinnert Lanegan dann auch noch daran, daß er vor "Bubblegum" einmal richtig schicke Folk- und Countrysongs gesungen hat. Denn genau um diese geht es auf der Scheibe.

Gleich der eindrucksvolle Opener "Deus ibi est" strahlt mit Lanegans dunkler Kehle und treibender Kickdrum den Charme eines Henkers aus, während Campbell gleichzeitig den Todesengel gibt. In "Black mountain" übernimmt Campbell die flüsternde Hauptrolle und schlingert von Moll zu Dur und von Zutraulichkeit zur Depression. Auch das morbide Ehedrama "The false husband" und der taumelnde Hank-Williams-Klassiker "Ramblin' man" finden ihr Glück im Schatten.

Doch irgendwann scheint den beiden bei all der Hin- und Hersenderei von Backingtracks und Gesangsspuren die schwarze Farbe ausgegangen zu sein. Dann schummelt sich immer mal ein blumiges Gezwitscher wie "Honey child what can I do?" oder ein angekitschtes Instrumental wie "It's hard ot kill a bad thing" dazwischen und verdirbt ein wenig die angenehm schlechte Laune. Trotzdem: Wenn "Ballad of the broken seas" mit "When the circus leaves town" zum Schluß kommt, bleibt ein mulmiges Vergnügen zurück. Ein Happy End. Wer hätte das gedacht? Und wenn sie nicht gestorben sind ...

(Oliver Ding)

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Highlights

  • Deus ibi est
  • Black mountain
  • The false husband
  • Ramblin' man

Tracklist

  1. Deus ibi est
  2. Black mountain
  3. The false husband
  4. Ballad of the broken seas
  5. Revolver
  6. Ramblin' man
  7. (Do you wanna) Come walk with me?
  8. Saturday's gone
  9. It's hard to kill a bad thing
  10. Honey child what can I do?
  11. Dusty wreath
  12. The circus is leaving town

Gesamtspielzeit: 42:45 min.

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User Beitrag
simon
2005-11-29 12:23:19 Uhr
naja, hab mir die auch eher wegen des durchsichtigen vinyls gekauft ; )
stativision
2005-11-28 20:35:37 Uhr
der track auf der "time is just the same" ep war aber wenig campbell und viel lanegan, insofern ein wenig zweifelhaft. der rest der ep war aber auch teilweise großartig (@simon: das "bang bang"-cover ist gänsehaut und "the breeze whispered pt. 2" ist auch schön. vielleicht nochmal anhören ;)
simon
2005-11-28 14:54:38 Uhr
die haben damals schon auf einem lied einer EP von isobel zusammen gearbeitet. sehr schöner track, wobei ich den rest der ep eher mittelmäßig finde ...
hermit
2005-11-28 14:06:44 Uhr
sehr seltsame Mischung. Aber mal reinhören, könnte ja durchaus interessant sein...
Armin
2005-11-28 13:41:13 Uhr
Der Betreff sagt alles. Genanntes Album erscheint am 27.01.2006 via V2. Und könnte beide Lager außerordentlich interessieren.
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