The Elected - Sun, sun, sun

The Elected- Sun, sun, sun

Sub Pop / Cargo
VÖ: 20.01.2006

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Jede Stimme zählt

Manche Leute sagen ja, wenn man erstmal anfängt, Country zu hören, dann geht's auch langsam zu Ende mit einem. Wie aber ist es um Leute bestellt, die plötzlich anfangen, Country zu machen? So richtig mit Pedal Steel, Rodeobeat und Cowboyhut? Blake Sennett und Jenny Lewis wollten es wissen. Zwei Menschen, die so viel gemeinsam haben, daß sie sich bestimmt ab und zu selbst miteinander verwechseln. Beide gehören nämlich normalerweise bei Rilo Kiley mit dazu, und beide sind eigentlich noch viel zu jung zum Sterben. Um der Verwirrung beizukommen, wurde deshalb fein säuberlich getrennt: Jeder ein Album, jedes zumindest ein bißchen Country. Gleiche Ausgangsposition, (fast) gleicher VÖ-Termin. Und jetzt bitte die Hufe geschwungen.

Die Jury hat uns The Elected zugelost, Sennetts Wochenendprojekt, dem zwar drei Viertel Rilo Kiley angehören, das aber trotzdem und ganz zu recht nicht als tittenloser Ableger der Hauptband verstanden werden möchte. Wohl aber darf angemerkt werden, daß die Jungs, verstärkt durch Ozma-Mitglied Daniel Brummel, ihren Männerabend auf "Sun, sun, sun" im großen Stil auskosten. Gesungen wird aus vollen Kehlen, oft von allen zugleich. Die Melodien hoppeln und rudern spielfreudig über Griffbrett und Klaviatur. Und durch einen Walzer wie "Did me good", der im Vorbeitänzeln auch noch den Choleriker in Sennett enthüllt, stolziert die Bande ohnehin auf großem Fuß. Diese Platte hält mit nichts hinterm Busch.

Man darf sich überhaupt darüber wundern, welch strahlender Dramatiker an Sennett verloren gegangen ist - bei Rilo Kiley ist der Mann mit dem Jack-White-Schnorres schließlich immer für zwischen die Zeilen geschobene LoFi-Einwände zuständig gewesen. Hier hantiert er nun aber mit gründlich durchkomponierten Songs, läßt viel Platz für Blasinstrumente und hält sich trotz aller Country-Erdung immer auch das Hintertürchen Richtung Ekstase offen. "Fireflies in a steel mill" ist zum Beispiel so ein Song, den zum Ende nichts mehr halten kann. Und wenn sich "Biggest star" im dritten Anlauf zur großen Trotzkopf-Hymne dieses Albums hochjazzt, wollen wir uns glatt zu einem Wahlversprechen hinreißen lassen: Wer dieser Band seine Stimme gibt und später nicht zufrieden ist, dem schicken wir eigenhändig den Chef vorbei. Der mäht Euch dann den Rasen.

(Und wer fragt mich vorher? Anm. des Chefs)

(Daniel Gerhardt)

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Highlights

  • Fireflies in a steel mill
  • Did me good
  • Biggest star

Tracklist

  1. Clouds parting (8:14 a.m.)
  2. Would you come with me
  3. Fireflies in a steel mill
  4. Not going home
  5. It was love
  6. Sun, sun, sun
  7. Did me good
  8. The band and trust
  9. Old times
  10. Desiree
  11. I'll be your man
  12. Beautiful rainbow
  13. Biggest star
  14. At home (Time unknown)

Gesamtspielzeit: 47:45 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
conorocko
2007-09-03 19:20:23 Uhr
immer wieder schön diese zwei alben
Pelo
2006-01-15 13:23:10 Uhr
jop, erste album war toll, dieses hier habe ich noch nichtgehört... sollte ich mal tun.
björn
2006-01-13 17:52:47 Uhr
das erste album war ja schon ziemlich großartig, aber ich denke das neue (vö. 24.1) wird das nochmal souverän übertrumphen. unter www.myspace.com/theelected kann man sich übrigens zwei neue und zwei lieder vom alten album reintun. fein das!
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