Cat Power - The greatest

Cat Power- The greatest

Matador / Beggars / Rough Trade
VÖ: 20.01.2006

Unsere Bewertung: 8/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Home bittersweet home

Heimat ist etwas Wunderbares. Das muß sich auch Chan Marshall kürzlich einmal gesagt haben. Bislang war sie auf der Flucht. Weg von der Welt, weg von der Hektik. Hinein in die Ruhe der Dunkelheit. Befand sich ihre klangliche Zuflucht eher in jenen Schatten, in denen Kargheit plötzlich zu betörender Schönheit wird, verspricht das fünfte Cat-Power-Album Veränderung. Die Sonne geht auf.

"The greatest" ist nicht nur charmant großspurig betitelt. Es zeigt sogar Fäuste. Wenn auch nur als völlig häßliche Goldkettchenanhängsel auf dem putzigen Pink des Covers. Denn der einzige, dem hier Schläge androht werden, ist der Groove. Ja, statt katzenhaftem Geschleiche darf jetzt geschmeidig getanzt werden. Rhythm und Blues. Die Musik, die in der gleichen Region geboren wurde wie Cat Power.

Möglicherweise fanden die Aufnahmen zu "The greatest" deswegen mitten in Memphis, Tennessee statt. Die Stadt, in der Elvis starb und in der Al Green zum Star wurde. Apropos Al Green: Mit Mabon "Teenie" Hodges und dessen Bruder Leroy "Flick" sind zwei seiner langjährigen Mitstreiter der Hi Rhythm Band mit für den oft reichlich satten Sound verantwortlich. Erdig, saftig, füllig. Ganz anders, als man es bislang von Cat Power gewohnt war. Und doch lebt und gedeiht und atmet in "The greatest" vor allem eines: Chan Marshalls Songwriting.

Es sind Kleinigkeiten wie ferne Streicher im entzückenden Titelstück oder der Gitarrenreverb. Es ist das Ineinandergreifen von Klavier und Gitarre, von Schlagzeug und Baß und Hammondorgel. Es sind die Verzierungen durch gestopfte Trompeten, zuckrige Steelguitars und federleichte Chöre. Es sind Umarmungen wie "Islands" oder "Living proof" und tirilierende Schleicher wie "After it all". Es ist der beinahe ein Eigenleben führende Hall, der Songs wie "Lived in bars" oder "The moon" wie in einer Kirche präsentiert. Aufs Nötigste reduzierter Bombast. Und dann wird in "Hate" plötzlich doch wieder alles stockfinster. Auch das ist Heimat. Etwas Wunderbares.

(Oliver Ding)

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Highlights

  • The greatest
  • Lived in bars
  • The moon
  • Hate

Tracklist

  1. The greatest
  2. Living proof
  3. Lived in bars
  4. Could we
  5. Empty shell
  6. Willie
  7. Where is my love
  8. The moon
  9. Islands
  10. After it all
  11. Hate
  12. Love & communication

Gesamtspielzeit: 41:43 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
von Neid zerfressender JeffistheMan!
2007-05-05 17:27:46 Uhr
Mein unbändiger Hass möge jeden treffen, der da war.. =(
Dän
2007-05-05 17:10:57 Uhr
Es war natürlich schon außerordentlich toll. Eine solche Backing-Band hätte ich mir mal für das Dylan-Konzert neulich gewünscht. Chan fand ich auch sehr sympathisch. Wirkte sehr relaxt, obwohl sie sich die meiste Zeit über am Bühnenrand versteckt hat. Super Tanzstil auch.
tobi
2007-05-03 19:20:16 Uhr
@anika sorry nein

@ernie uhuhuhuuu
ernie
2007-05-02 16:50:11 Uhr
einzig kann man nicht steigern
anika
2007-05-02 13:48:35 Uhr
Gehst du dahin? Kommst du zufällig aus Freiburg und hast noch einen Platz im Auto? ;)
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