Underoath - They're only chasing safety

Underoath- They're only chasing safety

Tooth & Nail / Solid State / Golf / Cargo
VÖ: 02.12.2005

Unsere Bewertung: 8/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Jahre später

Warten ist kein Spaß. Man wartet und wartet und, nun ja, wartet. Und so viel Teetrinken kann man gar nicht, wie man sollte. Tut's aber dann doch. Und kann vor lauter Abwarten und Teetrinken irgendwann im Viertelstundentakt das komplette Alphabet in die Kloschüssel pinkeln. Im Falle Underoath reichte es bei uns von Plattentests.de sogar fürs chinesische, warteten wir doch schon rund Jahre. Irgendwo im Untergrund haben wir damals aufgeschnappt, daß Underoath mit "Changing times" ein vielversprechendes Album veröffentlicht haben und das nächste ganz große Emocore-Ding sein sollen. Seitdem waren wir erpicht darauf, endlich eines ihrer Alben in die Griffel zu kriegen. Also begann das Warten. Und wir waren so lange mit Warten beschäftigt, daß wir nicht mal gemerkt haben, daß "They're only chasing safety" bereits im August 2004 weithin unbeachtet erstmals veröffentlicht wurde.

Glücklicherweise kommt immer eine zweite Chance. Jetzt nämlich wird das gute Stück mit größerem Tamtam nochmal auf den Markt geworfen. Um das Aufsehen und Staunen nachzuholen, das damals versäumt wurde. Hierfür wurde das Hannibal-Lecter-Gedächtnis-Cover überarbeitet und in ekelhaftes Grün gehüllt. Und vor allem wurden vier neue Bonustracks hintendraufgepackt. Für alle, die die CD als Import- oder abgespeckte Version im Schrank stehen haben, könnte der Kauf dieser Neuauflage schon alleine deswegen lohnen. Denn "I've got 10 friends and a crowbar that says you ain't gonna die Jack" ist etwa genauso toll wie sein Titel lang und "The 80's song" ähnlich amtlich. Und auch die beiden anderen Dreingaben halten das Niveau des eigentlichen Albums problemlos.

Und dieses Niveau? Tja, das ist ein äußerst hohes. Das einzige, was man Underoath überhaupt vorwerfen könnte, ist, daß sie zu spät dran sind. Gar nicht auszudenken, wie einen dieses Album vor fünf Jahren umgeblasen hätte. Irgendwo zwischen den damals noch so neuartigen Helden wie Thursday, Taking Back Sunday oder Glassjaw wäre noch Platz gewesen für diese ungestüme Combo. Aber: Es ist auch heute noch Platz.

Ganz gleich, ob die allgegenwärtige Verzweiflung nun eine echte ist oder wie so oft eine aufgesetzte. Ganz gleich, ob manche mit dem Finger auf Underoath zeigen, nur weil sie beim Christenlabel Tooth & Nail unter Vertrag sind (als ob das ein Verbrechen wäre). Ganz gleich, ob vom "Einer schreit, einer singt"-Gezeter längst alle übersättigt sind: Dieses Album ist über weite Strecken so brillant, daß es über alle Vorbehalte hinwegfegt, sie dem Erdboden gleich macht und dort Sachen wie "The impact of reason", "Reinventing your exit" oder den obligatorischen Tränendrücker "Some will seek forgiveness, others escape" einbrennt. Es tätowiert etliche Songs derart tief ins Hirn, daß man sie auch mit Laserbehandlung nicht mehr da rauskriegt. Der verspätete Ruhm - er wäre nur gerecht für den Sechser aus Florida. Vor allem hätte dann das sinnlose Warten einen Sinn gehabt. Also: Auf zum DJ, einmal Süssem und einmal Anderooff wünschen. Und dann ab dafür!

(Armin Linder)

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Highlights

  • The impact of reason
  • Reinventing your exit
  • I've got 10 friends and a crowbar that says you ain't gonna die Jack

Tracklist

  1. Young and aspiring
  2. A boy brushed red living in black and white
  3. The impact of reason
  4. Reinventing your exit
  5. The blue note
  6. It's dangerous business walking out your front door
  7. Down, set, go
  8. I don't feel very receptive today
  9. I'm content with losing
  10. Some will sek forgiveness, others escape
  11. I've got 10 friends and a crowbar that says you ain't gonna die Jack
  12. The 80's song
  13. You're so intricate
  14. Smic tague

Gesamtspielzeit: 52:06 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
chucky
2010-10-08 18:47:42 Uhr
Immernoch ein grundsympathisches Album. Also musikalisch. ;)
Wer macht denn heute noch solche Musik? Jede scheiß Rise-Records-Scenesterband knallt ihre Schreimusik doch nur mit lauter drittklassigen Breakdowns zu, um zu überdecken wie furchtbar grottig deren Katalogmelodien sind furchtbar. They're only chasing safety ist da eines der letzten Überbleibsel aus einer Zeit, als diese Musik zwar schon gehasst wurde, aus heutigem Blickwinkel aber durchaus geiles Zeug ist.
Khanatist
2008-05-26 00:02:57 Uhr
Bisschen Tratsch zum nächsten Album von purerock.de:

Underoath veröffentlichen im Herbst ihr neues Album, das an einigen Stellen Prog-Einflüsse mit „Nine-Inch-Nail-Feeling“ haben soll, wie die Band in einem MTV-Interview mitteilte. Im Grunde soll das neue Album aber ähnlich wie das letzte sein, dass das erste gewesen sei, dass man nicht gehasst hätte: „From [2002's] The Changing of Times to [2004's] They're Only Chasing Safety, we hated it. So we changed, and then, by the time Chasing came out, we hated that too. Then we wrote Define the Great Line, and I feel like this record's kind of similar to that. I was worried, at first, but I think we took it and stepped it up a lot. It's the same style — we didn't completely change who we are. But we had to push each other, raise the bar and experiment and explore things we haven't done before. This is our band, and this record — this is our sound.".
solea
2007-07-22 21:42:23 Uhr
is doch scheiße
Winnie
2006-03-15 19:27:56 Uhr
Okay, grad nochmal gelesen. Der Rest des Absatzes macht die Sache klar. Ging ja um den Vorwurf als Nachzügler.
Naja, wie gesagt, geht auch heute noch in Ordnung. :-)
Winnie
2006-03-15 19:18:49 Uhr
Thursday und Glassjaw als Referenzen zu nennen kann man imho schon bringen.
Was ich nur nicht verstehe, in der Rezi steht doch sowas von, "nicht auszudenken wie dieses Album einen vor 5 jahren umgeblasen hätte" (o.ä.).
Nunja, das Album entstand aber nunmal vier Jahre später. 5 jahre sind vergangen und heute ist heute. Komisches Argument. Die Referenzen waren da ihrer Zeit sowieso voraus. Das das Album trotzdem rockt wie blöde, ist dennoch wahr.
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