Maximo Park - Missing songs

Maximo Park- Missing songs

Warp / Rough Trade
VÖ: 25.11.2005

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Einserschüler

Am Ende eines Jahres, wenn sich dann langsam abzeichnet, wer die vielen sehr guten und wer die wenigen wirklich herausragenden Bands waren, bleibt ja häufig die Frage offen, was genau denn nun die wenigen wirklich herausragenden Bands so wirklich herausragend gemacht hat. Wieso Conor Oberst und nicht, sagen wir, Smog? Warum …And You Will Know Us By The Trail Of Dead, warum nicht Biffy Clyro? Und wieso zum Geier eigentlich Maximo Park? Nun, zumindest das ist doch eigentlich sehr einfach. Hinweis: Es lag nicht daran, daß sie zu einer der Konsensbands des Jahres wurden, ohne dabei die notorischen "Ich-sage-nein-zu-Hype!"-Sager allzu sehr zu verärgern. Und es lag auch nicht daran, daß ihr Frontmann aussieht wie eine Mischung aus bösartigem Oberstudienrat und Christoph Maria Herbst in "Der Wixxxer".

Es ist viel einfacher. Das Besondere an Maximo Park ist, daß ihr Album "A certain trigger" das ganze Jahr über nicht aufhören wollte, immer besser und besser und besser zu werden. Eine Hit-Platte von vorne bis hinten, die einen ums Verrecken nicht satt machen konnte. Wer hatte das schon zuletzt geschafft? The Strokes vor vier Jahren? Weezer vor elf? Es ist ja auch egal. Die rasante Entwicklung von Maximo Park jedenfalls, die läßt sich jetzt sogar innerhalb eines einzigen Songs, innerhalb einer Demoversion von "Apply some pressure" nachvollziehen, die auf der B-Seiten-Sammlung "Missing songs" enthalten ist. Wie eine Kellerlochband unter Tausenden stottert sie los, bei ziemlich hanebüchenem Sound. Und dann wird sie doch irgendwie gepackt. Von der Magie, die gute Bands zu großen Bands macht. Von was auch immer.

Wer weiß das schon, vielleicht war diese Aufnahme ja sogar der entscheidende Moment in der Karriere von Maximo Park. Der Augenblick, in dem zum ersten Mal alles zusammengepaßt hat. Und vielleicht steht sie deshalb neben zwei weiteren Demos auf "Missing songs", einer Platte, wie man sie sechs Monate nach seinem Debüt eigentlich nicht veröffentlichten sollte. Aber deshalb sauer sein auf Maximo Park? Geht ja doch wieder nicht. Das ist eben einfach zu toll, wie die sich in ihre Songs fallen lassen. Für jeden Track einen ganzen Strauß Melodien in die Luft schmeißen, die schönsten davon wieder auffangen und schließlich mit Refrains wie dem aus "A19" abstürzen. "A continent could fall tonight?" Wäre dann ja auch egal.

Viele der Stücke von "Missing songs" sind natürlich deshalb nicht auf "A certain trigger" untergekommen, weil ihnen der Witz und Cleverness ihrer großen Brüder fehlen, weil sie glasklare B-Seiten sind. Gleichzeitig wäre es aber auch ziemlich unfair, einem Song wie "A year of doubt" mit seiner kurzen Westernanspielung oder der Roboter-Version von John Lennons "Isolation" vorzuwerfen, daß er nur sieben und nicht neun Meter weit springen kann. Zumal es hier ja auch wirklich was zu Lernen gibt. Von "Stray talk" etwa, wie Maximo Park ohne Schlips und Kragen, aber dafür mit Akustikgitarre klingen. Und von "Hammer horror", daß es immer gut ist, einen Oberstudienrat in der Band zu haben, der weiß, wie man ein Xylophon zum Rocken bringt.

(Daniel Gerhardt)

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Highlights

  • A19
  • Stray talk
  • Hammer horror

Tracklist

  1. A19
  2. Isolation
  3. My life in reverse
  4. Fear of falling
  5. I want you to leave
  6. A year of doubt
  7. Trial and error
  8. Stray talk
  9. Hammer horror
  10. Apply some pressure (Original demo version)
  11. Graffiti (Original demo version)
  12. Once, a glimpse (Original demo version)

Gesamtspielzeit: 32:59 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
john garcia
2019-01-23 23:46:05 Uhr
https://www.youtube.com/watch?v=zoK1swTBKXc&t=152s

tolle relax music
john garcia
2019-01-23 23:23:42 Uhr
seit 12 jahren nicht ein beitrag?
nix?
nada?

wie kann das sein!

bitte?
Bonzo
2007-02-06 21:49:43 Uhr
ich finds immer noch herrlich, dass so viele brit rock/pop bands nicht an diese b-seiten rankommen.
Khanatist
2007-02-06 21:36:41 Uhr
Den habt ihr vergessen, Jungs.
hellworm
2006-09-15 09:25:23 Uhr
@obrac
"...Das ist einfach Logik, die du auch richtig erkannt hast. ..."
Danke, Herr Lehrer! :-)
Musikkritik ist, finde ich, überwiegend Bauchsache, weniger Kopf- bzw. Logiksache. Wieso willst Du eine, wenn auch sehr subjektive Aussage/Bewertung/Kritik (die von Neighbourhood z. B.) mit Logik "ad absurdum führen"?! Du hast Neighbourhood aufgrund seiner Art und Weise, wie er sich zum MP-Output geäußert hat(vermutlich spontan und aus dem Bauch heraus),in die Bon-Jovi-Fan-Ecke geschoben. That's it. Was Du da jetzt schreibst, ist mir für so ein Thema wie Musikkritik einfach zu abgehoben.
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