Tiger Saw - Sing!

Tiger Saw- Sing!

Kimchee / Broken Silence
VÖ: 14.11.2005

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 6/10

Cat power

Auf einmal geht es los. Unvermittelt, selbstverständlich und als wäre es schon immer da gewesen. Warum auch vorne anfangen, wieso nicht mittendrin? Ein ganzer Chor singt darüber, daß er singt. Ein Cello klebt an seinen Fersen, das Schlagzeug stolpert hinterher, Gitarre und Klavier machen kleine Luftsprünge. Tiger Saw. "Sing!" Dylan Metrano ist der Mann dahinter. Kein Unbekannter, wie man so sagt, in Massachusetts' ordentlich ausgeleuchteter Indierock-Unterwelt. Ein Mann, der ein großes Herz zu tragen hat. Und es deshalb auf den Schultern von 15 Freunden ablud, die ihm halfen, diese Platte zu machen. Ein Ding unter Freunden. Man kann da richtig neidisch werden, weil man nur von draußen draufgucken darf.

Wichtiger sind aber andere Sachen: Ein Chor ist hier zwar in jedem Song dabei, eine Ostküsten-Ausgabe von The Polyphonic Spree sind Tiger Saw deshalb allerdings längst noch nicht. Ihre Musik kennt keine Opulenz, kein Pathos und keine großen Gesten. Stattdessen hat sie eher etwas Lakonisches, Verzagtes an sich. Ist trotzdem irgendwie doch auch wieder feierlich, eine Sammlung von schwankenden Hymnen, in Zeitlupe zelebriert. Und gerät natürlich dennoch in keiner Sekunde in kirchentäglichen Schlamassel. Oder auch nur dessen Nähe. Man kann "Sing!" drehen und wenden, wie man will. Am Ende ist es doch immer das, was man nun gerade nicht von ihm erwartet hätte.

Metrano ist dabei ein umsichtiger, aber strenger Dirigent. Kaum einem der Instrumente auf dieser Platte - unter anderem sehr viele Streicher, ein Banjo, diverse Tastensachen und zweimal gar ungestümere E-Gitarren - läßt er besonders viel Spielraum für Soloausmärsche oder allzu spielerische Kleinigkeiten. Alles muß den Songs nützen, sich einordnen und manchmal auch hinten anstellen. Gehen lassen darf sich höchstens das barjazzig eingefärbte Piano hin und wieder. Es hat diesen Liedern, dem inständigen Titelstück, der zärtlichen Elegie "Singing with ghosts" und den tosenden Wellenbrechern im abschließenden "The sea", natürlich nicht geschadet, sie vielmehr noch ein Stückchen enger zusammenrücken lassen. Und deshalb ist auch völlig okay, daß Tiger Saw sich rausnehmen, ihr Album einfach mittendrin zu beginnen. Schließlich können wir dann auch mittendrin aufhö

(Daniel Gerhardt)

Bei Amazon bestellen / Preis prüfen für CD, Vinyl und Download
Bei JPC bestellen / Preis prüfen für CD und Vinyl

Bestellen/anhören bei Amazon

Highlights

  • Sing!
  • For Adrian
  • The sea

Tracklist

  1. Sing!
  2. Singing with ghosts
  3. The sun
  4. O, Dylan
  5. Postcards & letters
  6. For Adrian
  7. For Molly
  8. Lord knows, I need my own place to stay
  9. The tiger and the tailor
  10. Snow
  11. The sea

Gesamtspielzeit: 34:27 min.

Album/Rezension im Forum kommentieren (auch ohne Anmeldung möglich)

Einmal am Tag per Mail benachrichtigt werden über neue Beiträge in diesem Thread
Dein Name:
Deine Nachricht:
Forums-Thread ausklappen
(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
zu viele Tiger!
2007-03-06 17:25:23 Uhr
Tiger Lou, Tiger Army, Tiger Saw, Tiger Tunes, Timid Tiger, Tigerbeat, Tigerbombs ... Jetzt reichts!
bee
2005-11-26 15:25:51 Uhr
hier gibt's einige MP3s: http://www.tigersaw.com/
*
darunter der Titelsong von der Blessed are the trials (klasse!) und mit Postcards and letters auch ein Song von der Sing! - sehr vielversprechend!
und danke an Dän für die gute Rezi ,-)
Stephie
2005-11-26 14:51:06 Uhr
Also langsam kann ich diese ganzen Tiger-Bands nicht mehr auseinanderhalten...
bee
2005-11-26 14:40:07 Uhr
"neulich live gesehen"
ah - wo denn? hab die etwa verpasst?
Uh huh him
2005-11-26 12:15:20 Uhr
hab sie neulich live gesehen, das war schon schön!
Zum kompletten Thread

Hinterlasse uns eine Nachricht, warum du diesen Post melden möchtest.

Threads im Plattentests.de-Forum