Fort Minor - The rising tied

Fort Minor- The rising tied

Machine Shop / Warner
VÖ: 18.11.2005

Unsere Bewertung: 5/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Freigang

Man hat ja bei Linkin Park immer das Gefühl, sie denken sich nur dann neue Musik aus, wenn sie dazu gezwungen werden. Laß erstmal vorher noch diese Remix-Platte machen. Vielleicht ein Live-Album aufnehmen. Und dann Jay-Z zurückrufen, der wollte auch irgendwas. Musik macht eben keinen Spaß, wenn man immer die Plattenfirmenpistole im Kreuz sitzen hat. Und weil das irgendwann auch Mike Shinoda gemerkt hat, brachte er erstmal ein bißchen Abstand zwischen sich und die großen Erwartungen, die seit jeher in seine Hauptband gesteckt werden. Fort Minor ist sein Nebenprojekt, und als solches soll es zuallererst mal Spaß bringen. Den hat man natürlich am ehesten mit Freunden. Und so blieb Shinoda dann doch nicht lange allein.

Interessant ist allerdings, wer so alles im Telefonbuch des Linkin-Park-Sprachrohrs steht. Conscious-HipHop-Helden wie Common oder Black Thought (The Roots) passen zwar gut zum Fort-Minor-Konzept einer reinen Rap-Platte. Hier treten sie aber ebenso überraschend auf wie der Langzeitarbeitslose Jonah Matranga (Far, New End Original, Onelinedrawing, Gratitude), der sich in gewohnt empfindsamer Manier durch zwei Tracks hindurchzwängt und damit einen gern genommenen Kontrapunkt zum massigen, düsteren Sounds des Albums setzt. Das hier mögen Shinodas Ferien sein. Aber wenn man erstmal fünf Jahre im Perfektionismus-Camp von Linkin Park verbracht hat, ist es natürlich nicht mehr so einfach, sich locker zu machen. "The rising tied" ist die Arbeit eines Profis.

Stolz wäre man bei der Hauptband auch auf die Cross-Promotion, die Shinoda in der Folgezeit betreibt, indem er vor allem solche Künstler auf "The rising tied" unterbringt, die bei Linkin Parks eigenem Shop-Machine-Label zuhause sind. Sonntag-Morgen-Stimme Holly Brook singt die Hookline des dünnhäutigen "Where'd you go", dem einzigen Stück, das Executive Producer Jay-Z nicht in besonders dicke Hosen reinproduziert hat. Die wortgewaltigen Labertaschen von Styles Of Beyond dürfen sowieso jeden zweiten Track nachsenfen. Und ganz am Ende kommt auch Linkin-Park-DJ Joe Hahn zum Zug und ritzt "Slip out the back" ein paar Kratzer in den Lack.

Schon das munter kreiselnde Personalkarussell stellt also sicher, daß mit "The rising tied" so schnell niemandem langweilig wird. Daß es am Ende trotzdem ein Album der verpaßten Chancen ist, läßt sich nicht nur an konkreten Fallbeispielen wie "High road" festmachen, das seinen ziemlich sprungstarken Beat durch einen müden Refrain von Soulboy John Legend verschenkt. Es liegt vor allem an Shinoda selbst, der sich zwar vom Sound seines Arbeitgebers emanzipieren konnte, nicht aber den Stock aus seinem Arsch rausgekriegt hat. Man wird keine Stelle auf dieser Platte finden, die nicht in mühseligster Frickelarbeit zurechtgehobelt, feucht gewischt und schließlich mit Möbelpolitur blitzend blank poliert wurde. Man wird keine Seele in dieser Musik finden. Und letzten Endes wird man deshalb auch nur wenig Spaß mit ihr haben.

(Daniel Gerhardt)

Bei Amazon bestellen / Preis prüfen für CD, Vinyl und Download
Bei JPC bestellen / Preis prüfen für CD und Vinyl

Bestellen/anhören bei Amazon

Highlights

  • Where'd you go
  • Back home

Tracklist

  1. Introduction
  2. Remember the name (Featuring Styles Of Beyond)
  3. Right now (Featuring Black Thought & Styles Of Beyond)
  4. Petrified
  5. Feel like home
  6. Where'd you go (Featuring Holly Brook & Jonah Matranga)
  7. In stereo (Featuring Lupe Fiasco)
  8. Back home (Featuring Common & Styles Of Beyond)
  9. Cigarettes
  10. Believe me (Featuring Eric Bobo & Styles Of Beyond)
  11. Get me gone
  12. High road (Featuring John Legend)
  13. Kenji
  14. Red to black (Featuring Kenna, Jonah Matranga & Styles Of Beyond)
  15. The battle (Featuring Celph Titled)
  16. Slip out the back (Featuring Joe Hahn)

Gesamtspielzeit: 61:37 min.

Album/Rezension im Forum kommentieren (auch ohne Anmeldung möglich)

Einmal am Tag per Mail benachrichtigt werden über neue Beiträge in diesem Thread

Um Nachrichten zu posten, musst Du Dich hier einloggen.

Du bist noch nicht registriert? Das kannst Du hier schnell erledigen. Oder noch einfacher:

Du kannst auch hier eine Nachricht erfassen und erhältst dann in einem weiteren Schritt direkt die Möglichkeit, Dich zu registrieren.
Benutzername:
Deine Nachricht:
Forums-Thread ausklappen
(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
CHaz
2006-08-02 19:30:22 Uhr
so leute wie "die-muetze" sind die geilsten. du hast dir das album wohl nicht angehoert, sonst wuesstest du das common dabei war. und wenn du es dir nicht angehoert hast, brauchst du nicht sagen, dass es scheisse ist.
ich find die tracks mit styles of beyond geil, die sind auch ohne fort minor geil.
dese
2006-05-26 21:37:51 Uhr
Gutes Album wehred you go ist ne sehr schöne Nr.
Hollaback Boy
2006-05-11 07:38:30 Uhr
na muetze, was los? bist doch sonst immer so gut informiert...oder hat dein Ego dich in die eigene Tasche gesteckt?
Das Album ist ein durchaus gelungenes Projekt geworden, aber is ja auch kein Wunder bei den Songwritern und Producern!
lalla
2006-05-10 23:49:17 Uhr
ey du vogel common hat doch auf rising tied mitgemacht^^ wie soll der die dann in die tasche stecken
Armin
2006-02-10 11:13:08 Uhr
FORT MINOR - Where'd You Go (feat. Holly Brook and Jonah Matranga)
CDM, VÖ 31.03.2006
Auf der zweiten Single seines Soloprojekts FORT MINOR begrüßt Linkin Park- Rapper Mike Shinoda zwei spezielle Gäste. Where’d You Go featuret mit Holly Brook eine begnadete Songwriterin, die den Song mit einer fragilen Stimme veredelt. Die in Los Angeles ansässige Holly wird im Laufe des Jahres ihr Debut auf dem Linkin Park-eigenen Label Machineshop veröffentlichen.
Ein weiteres Highlight bringt Jonah Matranga auf den Track. Er ist ebenfalls ein Songwriter, der vor allem im kleinen Rahmen produziert und in seinem Umfeld wahren Kultcharakter genießt. Zu seinen prominenten Fans gehört neben Mike Shinoda auch Chris Carrabba von Dashboard Confessionals.

Mit The Rising Tied spielt sich Mike Shinoda aus dem Schatten Linkin Parks heraus und bringt seinen persönlichen Sound auf den Punkt. Doch trotz seines Soloerfolgs (Album und Single Top-30 in D) bleibt er natürlich bei Linkin Park: Auch auf dem in diesem Jahr zu erwartenden Linkin Park-Album werden seine Raps den LP-Sound pushen.




Zum kompletten Thread

Hinterlasse uns eine Nachricht, warum Du diesen Post melden möchtest.

Bestellen bei Amazon

Threads im Plattentests.de-Forum

Anhören bei Spotify