Jeff Caudill - Here's what you should do

Jeff Caudill- Here's what you should do

Redfield / Cargo
VÖ: 18.11.2005

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 6/10

Der richtige Weg

Gameface. Game over. Kurz nach Veröffentlichung von "Four to go" im Spätsommer 2003 vermeldete eine der prägendsten und zugleich wohl am meisten unterbewerteten Bands des Emo-Genres ihre Auflösung. Leider. Leider? Nun ja, großartige Songs wie "Laughable", "The warmest heart attack", "Song" oder "My star" werden mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auch noch in einigen Jahren in privaten All Time Favourite-Listen und auf selbst gemachten Samplern ihren Platz finden. Wer allerdings das letzte Album der kalifornischen Sunnyboys gehört hat – besser gesagt – hören mußte, wird feststellen, daß die Trennung blöderweise um eben dieses eine Machwerk zu spät kam. Denn das war nix.

Über zwei Jahre danach macht Gameface-Oberhaupt Jeff Caudill genau das, was schon unzählig viele andere Frontmänner vor ihm gemacht haben und auch noch nach ihm tun werden. Nachdem der gute Mann hin und wieder mal ein paar Songs unter seinem Namen unter das Volk gebracht hatte, schickt er sich nun an, mit seinem ersten Longplayer die Solokarriere richtig anzugehen.

So etwas kann funktionieren. Muß aber nicht, wie so manche Soloplatten beweisen, auf denen gestandene Punkrocker plötzlich zu handzahmen Schmusebarden mit Schnarchfaktor mutieren. Caudill läßt beide Extreme außer Acht und wählt stattdessen die Mitte. Da ist zwar auch längst nicht alles gold, was glänzt bzw. mit vertrauter Knödelstimme aus den Boxen klingt, aber gerade zu dieser schattigen Jahreszeit wie geschaffen für die wärmenden Momente vor dem heimischen Kamin.

Mit "Favorite version of you life" und "Stop writing songs" wurden zwei Stücke als Opener gewählt, die munter und beschwingt nach vorne poppen und sich dabei nicht allzu weit vom Gameface-Liedgut früherer Tage entfernen. Das akustische "Destination" und der verträumte Fünfminüter "Nite lite" fressen sich auf Anhieb in Herz und Ohr. Schön. Hier eine Akustikgitarre, da ein Akkordeon. Hier eine Orgel, da eine Mundharmonika. So einfach ist das. Und überhaupt nicht verrückt. Ganz im Gegensatz zur lieblichen Country/Polka-Nummer "Crazy people do". Eine Stunde zum Mitwippen und -träumen.

(Jochen Gedwien)

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Highlights

  • Stop writing songs
  • Nite lite
  • Crazy people do

Tracklist

  1. Favorite version of your life
  2. Stop writing songs
  3. Destination
  4. Nite lite
  5. Never been high
  6. Then there’s me
  7. Crazy people do
  8. Change everything
  9. Worn out welcome
  10. Getaway car
  11. My side of the bridge
  12. What you deserve
  13. I just disappear
  14. Stop writing songs (Acoustic version)
  15. American high school

Gesamtspielzeit: 62:32 min.