The Mitchell Brothers - A breath of fresh attire

The Mitchell Brothers- A breath of fresh attire

The Beats / Inkubator / Soulfood
VÖ: 18.11.2005

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Sharp darts

"Entdeckt von The Streets", wird es in jedem zweiten Artikel über die Mitchell Brothers heißen. Und vielleicht machen sie daraus auch einen Sticker für ihre CD. Eigentlich müßte da aber draufstehen: "Haben sichergestellt, daß Mike Skinner sie entdecken wird." Wer sich schließlich in einer Bankfiliale an Englands populärsten Sprechsänger heranschleicht, ihm sein Demo-Tape in die Manteltasche mogelt und danach schleunigst das Weite sucht, der legt sein Schicksal nicht in die Hände anderer Leute. Unnötig zu erwähnen, daß Skinner ganz begeistert war. Das Debüt der beiden Frechdachse in seiner Wohnung produzierte. Und die Mitchell Brothers zum ersten Signing seines eigenen Labels The Beats machte. Nicht Beziehungen sind wichtig. Sondern wie sie entstehen.

Tony und Teddy Mitchell sind dabei streng genommen gar keine Brüder, aber immerhin Cousins. Und wer einmal gehört hat, wie sich diese zwei Knalltüten schon im Opener ihrer Platte mit ausreichend Four-Letter-Words eindecken, um Ned Flanders samt seiner Kinder unters Sauerstoffzelt zu schicken, der weiß, daß die Familienverhältnisse hier vollkommen intakt sind. Ob es in der Folgezeit nun gegen übereifrige Cops, unfreundliche Verkäufer oder doch wieder die eigene Familie geht - Streitereien sind das große Thema der Mitchells. Einen Grund zum Disput brauchen die beiden dabei nie besonders lange zu suchen. Ähnlich ihrem Förderer können sich die beiden so wunderbar in Kleinigkeiten reinsteigern, daß meistens schon ein einziges Stichwort genügt. Say Tottenham.

Der Musik, zu der sich die Mitchell Brothers ihre selten jugendfreien, oft sehr witzigen und immer schlagfertigen Wortgefechte liefern, würde man indes noch etwas mehr Selbstbewußtsein wünschen. Als Gastrapper tritt Skinner zwar nur zweimal in Erscheinung, sein Producerjob ist aber in jeder Sekunde gegenwärtig. Viele seiner Trademarks sind in Cameo-Auftritten herauszuhören. Wie auch bei ihm wirken die Beats oft abgehackt, scheinen einen Halbton zu spät dran zu sein. Und das eigentlich positiv überraschende, weil ungeahnt verletzliche "She's got it all wrong" könnte glatt ein Remix des Streets-Tracks "Wouldn't have it any other way" sein. Noch liegt das Schicksal der Mitchells also doch in fremden Händen. Aber sie werden das in den Griff kriegen. Und bis dahin brauchen sie ja auch ein paar Dinge, wegen denen es zu streiten lohnt.

(Daniel Gerhardt)

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Highlights

  • F*ck me? F*ck you!
  • Routine check
  • Alone with the TV

Tracklist

  1. F*ck me? F*ck you!
  2. G.O.R.G.I.E. (feat. Leo The Lion)
  3. Routine check (feat. Kano & The Streets)
  4. She's got it all wrong (feat. Leo The Lion & The Streets)
  5. Someone can't look us in the eye
  6. Harvey Nicks (feat. Sway)
  7. When the whistle blows
  8. Alone with the TV
  9. Excuse my brohter
  10. Smart b*stard
  11. Wish I did the same
  12. Don't try this at home

Gesamtspielzeit: 51:43 min.

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