Chiodos - All's well that ends well

Chiodos- All's well that ends well

Equal Vision / Cargo
VÖ: 18.11.2005

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Hi Freaks

Langsam wird das zum Programm, drüben bei Equal Vision. Die hübschen Circa Survive und Coheed And Cambria, die ganz wunderbaren The Fall Of Troy, und jetzt schieben sie auch noch so ein Ding hinterher, das sich Chiodos nennt, mindestens genau so schön verspult ist wie die anderen da und auch sonst so. Weißt schon. Keine Blöße eben: Drehorgelmusik als Interludes, eine Stimme, die permanent auf Helium ist. Und ein ganz bezauberndes Artwork. Gehört ja schon irgendwie dazu, daß bei dieser Sorte Arthouse-Hardcore auch noch der Glitzer am Drumrum stimmt. Ansonsten geht's ja nicht.

Tja, Chiodos. Was die hier ganz doll lieb haben, sind Tasteninstrumente. Klavier und Keyboard spielen auf "All's well that ends well" nicht bloß Nebenrollen, wie auf Deiner Standardrockplatte. Piano-Intro? Ehrensache. Aber Chiodos gehen weiter. Das führt schonmal soweit, daß man bei den Käse-Keyboards (Bavaria Blue, aber mindestens) in "Whos' Sandie Jenkins", dessen Schluß dann übrigens auch noch total Queen ist, vor Lachen auf dem Boden liegen könnte. Tut man aber nicht, weil man ja weiß, wie's gemeint ist. Grinst sich eins und denkt: "Hey, Neben-der-Spur-Sein ist doch toll!"

A propos Standard. Auch bei Chiodos ist Essig mit den In-drei-Minuten-zum-Hit-Formeln (repeat at nauseum). Das ist schon ziemlich verrückt, was da abläuft. Metal-Gitarren, Pop-Punk-Melodien, Prog-Patina und all sowas. Ein Hang zu großer Dramatik und übertheatralischem Allerlei. Lieder, die "One day women will all become monsters", "Expired in Goreville", oder "No hardcore in the living room" heißen und auch so klingen. Wie ein Kopf, der gegen Beton knallt, nur nicht halb so kaputt. Solche Musik würde wohl Meat Loaf machen, wäre er Punkrocker und hätte Strophe-Refrain-Strophe-Baukästen, nun ja, satt.

Gerne lullen Chiodos einen auch mit La-Le-Lu-Gezirpe ein, doch dann folgen in der Regel unberechenbare Breaks, die um die Wette Sackhüpfen. Und dann ein bißchen Noise-Chaos. Minimum. So geht das bei ihnen. Sehr nett. Der letzte Akt hört auf den Namen "To Trixie and Reptile, thanks for everything", ein kleiner Emo-Song, in dem über den Stromgitarren mal wieder dauergeklimpert wird bis Wanne-Eickel. Und in dem Rabatzmacher Craig Owens irgendwas von "Post love affliction" singt. Wer Trixie und Reptile sind? Was die wohl von all dem denken? Und überhaupt: Warum haben die eigentlich so komische Namen? Mein Freund, jetzt mal unter uns: Wundert Dich das jetzt wirklich noch?

(Sven Cadario)

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Highlights

  • All nereids beware
  • There's no penguins in Alaska

Tracklist

  1. Prelude
  2. All nereids beware
  3. One day women will all become monsters
  4. Expired in Goreville
  5. Baby, you wouldn't last a minute on the creek
  6. The words "Best friend" become redefined
  7. Interlude Pt.1
  8. There's no penguins in Alaska
  9. Interlude Pt.2
  10. We're gonna have us a champagne jam
  11. No hardcore dancing in the living room
  12. Who's Sandie Jenkins
  13. To Trixie and Reptile, thanks for everything

Gesamtspielzeit: 42:17 min.

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