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Stevie Wonder - A time to love

Stevie Wonder- A time to love

Motown / Universal
VÖ: 21.10.2005

Unsere Bewertung: 4/10

Eure Ø-Bewertung: 5/10

A little bit of soul

Der großartige Ben Folds stellte unlängst einen interessanten Vergleich an: auf der einen Seite weiße Mittelklasse-Kids, die in friedlichen Vorstädten aufwuchsen und jetzt haßerfüllte Musik über ihr schweres Leben machen. Auf der anderen Seite Stevie Wonder, der blind und schwarz in den sechziger Jahren in den amerikanischen Südstaaten aufwuchs, und der seit jeher überwiegend positive Songs über das Leben und vor allem die Liebe geschrieben habe. Klar, wem da unsere Sympathien gehören.

Nun zählte Stevie Wonder sicherlich mal zu den wichtigsten und großartigsten Musikern seiner Generation. Aber wir erinnern uns auch an die Szene aus "High Fidelity", in der Jack Black fragt, ob man einen vormals guten Musiker noch schätzen dürfe, nachdem er Lieder wie "I just called to say I love you" verbrochen habe. Es gibt auch kaum eine Geburtstagsfeier Über-Dreißigjähriger, die heute noch ohne Wonders "Happy birthday" auskommt - in völliger Unkenntnis dessen, worum es in dem Lied überhaupt geht.

Man darf also durchaus gespaltener Meinung sein, wenn ein neues Album des inzwischen 55-Jährigen erscheint. Gibt es nicht genug junge Musiker, die mit einer Mischung aus Funk, Soul und R&B die Radiolandschaft verpesten und uns auf die Nerven gehen? Braucht es da noch eine weitere Legende, die sich selbst demontiert? Andererseits: Paul McCartney hat mit seiner neuen Platte "Chaos and creation in the backyard" ja auch alle überrascht.

Von den 15 Titeln beinhalten sechs das Wort "love", immerhin zwei das Wort "heart". Das überrascht bei Wonder aber ebensowenig wie die Tatsache, daß nur drei Songs kürzer als vier Minuten sind. Böse gesagt geht es hier mal wieder um Gefühlsduseleien im weitesten Sinne, die auch noch zu epischen Ausmaßen breitgewalzt werden. Auch musikalisch hat sich nicht viel verändert: "A time to love" klingt wie 1976, was manche als "zeitlos", andere als "rückwärtsgewandt" bezeichnen werden. Auch die zahlreichen namhaften Gäste machen die Sache kaum moderner - schon gar nicht, nachdem neben En Vogue vor allem alte Recken wie Hubert Laws, Prince, Bonnie Raitt oder eben McCartney eingeladen wurden.

Damit ist im Wesentlichen auch schon alles über diese Platte gesagt, denn sie reiht sich ein zwischen die neuen Alben von den Rolling Stones, Sting oder Robbie Williams: Die Fans und Formatradios freuen sich über Nachschub, allen anderen kann es zu Recht reichlich egal sein. Ein Song wie "Passionate raindrops" ist ganz hübsch, hält aber dem direkten Vergleich mit alten Klassikern nicht stand. Außerdem sind fast 80 Minuten natürlich eine verdammt lange Zeit zum Lieben und werden schnell zur nervlichen Belastung. Und so lautet die völlig wertfreie Erkenntnis am Ende: Stevie Wonder hat ein neues Album rausgebracht.

(Lukas Heinser)

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Highlights

  • Passionate raindrops
  • Positivity

Tracklist

  1. If your love cannot be moved
  2. Sweetest somebody I know
  3. Moon blue
  4. From the bottom of my heart
  5. Please don't hurt my baby
  6. How will I know
  7. My love is on fire
  8. Passionate raindrops
  9. Tell your heart I love you
  10. True love
  11. Shelter in the rain
  12. So what the fuss
  13. Can't imagine love without you
  14. Positivity
  15. A time to love

Gesamtspielzeit: 77:39 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
mm
2005-05-14 11:17:59 Uhr
kann mir das so richtig vorstellen:
Jetzt wackelt die mit den dicken Titten rechts mit dem Hintern und dreht sich so rum, dass man auch ja fast alles sieht, und der Typ in der Mitte macht so YoYo-Bewegungen. Schnitt. Jetzt sieht man, wie der dicke Buddy in den SwimmingPool fällt und alle Mädels springen hinterher. Dann kommen da so Autos, die auf und nieder hüpfen, und der Bass macht Booom.
Klarer Fall von Schnapsidee
Armin
2005-05-14 00:18:27 Uhr
Stevie Wonder
Aktuelles Album: "A Time To Love" - VÖ: 20.06.05 // Aktuelle Single: "So What The Fuss" -VÖ: 13.06.05


Stevie Wonder - Video fur Blinde

Der blinde Sänger Stevie Wonder veröffentlicht am 13.06. seine erste Auskopplung "So What The Fuss" aus dem kommenden Album "A Time To Love". Für die Single hat die Musik-Legende gemeinsam mit Rapper Busta Rhymes das erste Musik-Video für Blinde aufgenommen und damit Musikgeschichte geschrieben. Damit sich auch die blinden Wonder-Fans das neue Musikvideo vorstellen können, wurde der Clip in zwei unterschiedlichen Versionen aufgenommen.

Neben dem "normalen" Musikvideo gibt es auch eine Version fur Sehbehinderte, bei der Busta Rhymes die visuelle Handlung auf einer zweiten Audiospur beschreibt. Stevie Wonder über sein Projekt: "Bisher waren Musikvideos fur Blinde und Sehgeschädigte stets sehr eindimensional. Dank der Beschreibungstechnik und Busta Rhymes' Erzählweise können jetzt alle Fans ihre Vorstellungen auf mein Video anwenden."

(Quelle: www.mzee.com)



Hm...
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