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Oasis - Familiar to millions

Oasis- Familiar to millions

Big Brother / Epic / Sony
VÖ: 13.11.2000

Unsere Bewertung: Ohne Bewertung

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Karaoke im Stadionformat

Das Unterfangen an sich ist ja bereits an Ironie kaum zu überbieten: Ausgerechnet Oasis, denen seit ihrer indiskutablen Performance beim diesjährigen Rock am Ring (resp. im Park) hierzulande der Ruf als schlechteste Live-Band der Welt vorauseilt, veröffentlichen ein Live-Album. Rückschlüsse vom Veröffentlichungsdatum auf mögliche Kaufanreize möge hierbei ausnahmsweise jeder selbst ziehen Daß für die zwei CDs von "Familiar to millions" keiner der Deutschland-Auftritte, bei der Liam Gallagher ohne Begleitung seines Bruders den Affen raushängen ließ, ausgewählt wurde, überrascht wenig. Stattdessen fiel die Wahl auf den Auftritt im inzwischen abgerissenen Wembley-Stadion zu London vom 21. Juli 2000.

Beinahe ein Heimspiel also - die Propheten predigen im eigenen Lande. Wie der dezent hochgestapelte Titel "Familiar to millions" vorgibt, beginnt die erste der beiden CDs mit wenig überraschenden "Oasis! Oasis!"-Sprechchören. Kaum sind diese verhallt, vernimmt der Hörer die ersten rumpelnden Töne musikalischer Art. Was ist das? Der Nachbar beim Staubsaugen? Hat die Anlage ihren Geist aufgegeben? Ist "Familiar to millions" in Wirklichkeit ein Bootleg, aufgenommen von den obersten Tribünenrängen? Oder ist das doch etwa "Fucking in the bushes", der Opener? Ganz recht. Wenig später ist zum Glück wieder alles beim Alten. Liam Gallagher tritt ans Mikro, stammelt etwas von "shithole" und "motherfucking" und nölt nach einem flockigen "Two, three, four" die ersten Zeilen von "Go let it out". Willkommen im Oasis-Universum!

So spielen sich Oasis durch ein achtzehnteiliges Best Of-Set mit den wichtigsten Gassenhauern und den obligatorischen Coverversionen. Diesmal dran glauben mußten "Hey hey, my my" von Neil Young sowie "Helter skelter" aus der Feder der einzig wahren Pilzköpfe. Aber wen interessieren schon Fremdkompositionen, wenn die beste Band der Welt ihre Songs zum Besten gibt? Die zahlreiche Gefolgschaft jedenfalls nicht. Genausowenig kümmert es das Publikum, daß sich die Gallaghers nach Kräften um einen möglichst rauhen Sound bemühen. Manche mögen auch sagen, sie spielten einmal mehr die lustlosen Diven und seien auf der Bühne unfähig, die Töne zu treffen. Daß Oasis großen Spaß daran haben, vor zigtausend begeisterten Besuchern auf der Bühne zu stehen, ist jedenfalls nicht zu erkennen.

Über weite Strecken sorgen die auffällig in den Vordergrund gemischten Zuschauerstimmen und die insgesamt angemessene Aufnahmequalität auf "Familiar to millions" für das gewisse Etwas und bringen einen Hauch von Stadionatmosphäre ins Wohnzimmer. Wenn die Bierflasche mal für längere Zeit in die Gallagher-Kehle entleert werden soll, übernimmt das Publikum auch gerne mal den halben Song ("Don't look back in anger"). Doch wenn Liam ausgerechnet bei "Wonderwall" keinerlei Anstalten macht, auch nur einen Funken Emotion in seine Stimme zu legen, hält sich der Spaß am Live-Erlebnis zwischendurch stark in Grenzen. So glaubt man manchmal tatsächlich statt bei einem Oasis-Konzert beim Weltrekordversuch im Karaoke-Singen mit Ansage gelandet zu sein. Denn die Meute auf den Rängen der Wembley-Arena macht derart viel Krach, als ob sie gewußt hätte, daß es beim allerletzten Ereignis vor dem Abriß des Stadions (bei dem Deutschland die Engländer bekanntlich mit 1:0 besiegte) wenig später nicht viel zu jubeln geben würde.

Ziemlich genau sechs Jahre, nachdem Effenbergs Stinkefinger einige tausend Kilometer weiter westlich für Furore gesorgt hatte, tragen Oasis dessen Geist nach Wembley. Aber ganz gleich, wieviele "Fucks" kommen, wie oft Liam in die erste Reihe spuckt oder ihm das Mikrofon aus der promillegeschwächten Hand fällt: Die treuen Fans werden dessen Dokument "Familiar to millions" lieben. Wieso also bewerten, wieso überhaupt fünf Absätze darüber verlieren? Vielleicht, weil ein solches Oasis-Album auch für alle anderen noch sein Gutes hat: Wenn Tante Gerda nämlich beim Familienfest "Stille Nacht" mal wieder bemitleidenswert schief intoniert, so ist es doch beruhigend zu wissen, daß die Oasis-CD unterm Weihnachtsbaum in dieser Hinsicht auch keine anderen Maßstäbe setzt.

(Armin Linder)

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Highlights

  • Step out
  • Live forever
  • Champagne supernova

Tracklist

  • CD 1
    1. Fuckin' in the bushes
    2. Go let it out
    3. Who feels love?
    4. Supersonic
    5. Shakermaker
    6. Acquiesce
    7. Step out
    8. Gas panic!
    9. Roll with it
    10. Stand by me
  • CD 2
    1. Wonderwall
    2. Cigarettes & alcohol
    3. Don't look back in anger
    4. Live forever
    5. Hey hey, my my
    6. Champagne supernova
    7. Rock'n'Roll star
    8. Helter skelter

Gesamtspielzeit: 97:49 min.

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User Beitrag

Armin

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Postings: 30697

Registriert seit 08.01.2012

2025-09-29 19:32:16 Uhr - Newsbeitrag
OASIS kündigen "Familiar To Millions" Limited Editions auf Vinyl und CD an

Oasis kündigen heute die Limited Editions ihres ersten Live-Albums "Familiar To Millions" für den 14. November 2025 an.
Das Album erscheint als 2CD und 3LP. Das Album wurde aufgenommen während ihrer legendären Wembley Show in London am 21. Juli 2000. "Familiar To Millions" erscheint via Big Brother Recordings und kann ab jetzt vorbestellt werden und erscheint erstmals seit dem Original-Release wieder auf Vinyl.



Das Announcement von "Familiar To Millions" kommt nach den letzten zwei London Shows der "Live '25" Welt-Tour von Oasis. Insgesamt spielten Oasis damit sieben Mal ausverkaufte Konzerte in Wembley in London. Die Tour wurde von Fans wie auch Presse gefeiert und von The Sunday Times" als "biggest rock comeback in history" und vom Musikexpress als "Comeback des Jahres" betitelt.

Außerdem kommt das Announcement wenige Tage vor dem Release von Oasis' Release der 30th Anniversary Edition des Meilensteins "(What's The Story) Morning Glory?". Diese erscheint am Freitag, dem 03. Oktober 2025 und kann ab jetzt bemustert werden. Auf dem Release sind außer dem Original-Album unveröffentlichte Unplugged-Versionen von "Cast No Shadow", "Morning Glory", "Wonderwall", Acquiesce" und "Champagne Supernova".

"(What’s The Story) Morning Glory?" ist eines der größten Rockalben aller Zeiten, das eine ganze Ära geprägt hat. Das zweite Album von Oasis, das 1995 bei Creation Records erschien, folgte nur 14 Monate nach ihrem Klassiker-Debüt "Definitely Maybe" und enthält die allseits beliebten Hymnen „Wonderwall“, „Don’t Look Back In Anger“, „Champagne Supernova“ sowie die Fan-Favoriten „She’s Electric“ und „Roll With It“. Das Album verhalf der Band zu weltweitem Erfolg und wurde bis heute weltweit mehr als 22 Millionen Mal verkauft, darunter 6 Millionen Mal in den USA. Es ist das drittbestverkaufte Studioalbum aller Zeiten in Großbritannien. Das Album wurde außerdem vom National Album Day zum offiziell meistgestreamten Album der 90er Jahre gekürt, gefolgt von "Definitely Maybe" auf Platz zwei.

The MACHINA of God

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2024-03-02 00:41:53 Uhr
Ah seh grad, "Live forever" spielt doch der Chef selber das Solo.

The MACHINA of God

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2024-03-02 00:17:47 Uhr
Ach, in der DVD-Version sagt Liam ja vor "Gas Panic" etwas anderes und zwar "This is for all the potheads". Sehr passend, weil ich mit 16 echt genau diese Live-Version hoch und runter gehört hab auf Kopfhörern und auf pot. :D

The MACHINA of God

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2024-03-01 23:47:55 Uhr
Was übrigens alle Konzerte der Touren 00 bis 05 herabgesetzt hat: dass Noel seine Soli von Gem spielen lassen hat, der diese leider nur einfach pflichtbewusst umsetzt. Noel ist sicher auch kein Gott an der Gitarre, aber ich mag seine Soli und seine Variationen davon live (speziell "Love forever" und "Champagne supernova").

The MACHINA of God

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2024-03-01 23:38:25 Uhr
lol, hab grad entdekct, dass ich die DVD besitze. Ich muss die irgendwann in den letzten Jahren mal auf ebay geschossen und direkt nach Lieferung vergessen haben. Geb ich mir mal die Tage.
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