Paul Weller - As is now

Paul Weller- As is now

V2 / Rough Trade
VÖ: 07.10.2005

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Momentaufnahmen

Heute gut, gestern besser. Die Bejahung der Gegenwart in Verbindung mit der Glorifizierung des Vergangenen - das waren schon immer die zwei konstanten Topoi der Songs von Paul Weller. "Modern classics" hieß folgerichtig die Best-Of-LP aus dem Jahr 1998, auf der Weller den vorläufigen Zenit seiner Songkunst präsentierte. Zeitgemäße Klassiker also, allesamt Kunststücke. Was jedoch nach dieser Werkschau kam, ist Vergangenheit und wird daher an dieser Stelle wohlwollend umhüllt von einem Mantel des Schweigens. Weller ließ fortan oft jene Kunstfertigkeit vermissen, die seine Songs einmal mal zur wertvollen Inspirationsquelle der gesamten Britpop-Elite machten. Konsequenz für das neue Album: Das Vorbild Weller rafft sich noch mal auf, besinnt sich seiner Tugenden und steht einmal mehr kurz vor dem Zenit.

"Come on / Let's go" ruft Paul Weller uns zu und versteckt hinter diesem knallenden Imperativ einen Song, wie er ihn vielleicht seit jammenden Zeiten nicht mehr zu schreiben vermochte. Rumpelnder Retro-Sound: "Sing it little fuckers / Sing it like you've got no choice." Schön unanständig. "And I feel the wind / And I feel so high." Ein Höhepunkt. Wie es zu diesem kam? Die Kunst des Songschreibens sei ihm wieder in den Sinn gekommen, nachdem er sein Coveralbum im "Studio 150" in Amsterdam aufgenommen habe, erklärt Weller im Rückblick auf die vergangenen Monate. Auch der Arschwackler "From the floorboards up", gleichzeitig erste Single, groovt derart, daß es einem das Hüftgelenk auskugelt. Eher hausbacken hingegen wirkt der angestaubte Opener "Blink and you'll miss it". Rock'n'Roll, wie ihn eigentlich keiner mehr benötigt. Besonders immer dann, wenn die Gitarren zu recht platten Riffs ansetzen. Wir aber drücken ein Auge zu. Denkmalbonus. Besser gelingt da der "Paper smile". Auch hier Riffs. Aber garniert mit einigen fast jazzigen Ausflügen.

Dann zieht Weller die Handbremse. Brav und wohlig arrangiert ist etwa die soulige Ballade "The start of forever". Das nur dezent von einer elektrischen Gitarre begleitete "I wanna make it alright" zeigt, daß hier sehr wohl vieles richtig gemacht wurde. Dann wieder erklingt die sehnsüchtige Stimme des Herrn Weller alleinig zum Klavier ("Pan" und "The pebble and the boy"), und in "Fly little bird" am Ende hört man beinahe Gospel. Überhaupt ist Spielfreude eine Konstante des Albums. "Roll along summer" rollt mehr als es rockt und endet mit Gitarrenraffinessen. Und "Bring back the funk (Pts. 1 & 2)" trägt den Stil schon im Namen. Einmal mehr ein Rückgriff auf die bewegte musikalische Vergangenheit. Der Sound authentisch wie vielfältig, die technische Ausführung nahe der Perfektion. In Frage gestellt werden darf vielleicht an dieser Stelle nur ansatzweise der Titel dieses Albums. Denn das gegenwartsfixierte "As is now" hätte sehr wohl gegen ein vergangenheitsorientiertes "As was then" getauscht werden dürfen.

(Sebastian Peters)

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Highlights

  • Come on / Let's go
  • Pan
  • Bring back the funk (Pts. 1 & 2)

Tracklist

  1. Blink and you'll miss it
  2. Paper smile
  3. Come on / Let's got
  4. Here's the good news
  5. The start of forever
  6. Pan
  7. All on a misty morning
  8. From the floorboards up
  9. I wanna make it alright
  10. Savages
  11. Fly little bird
  12. Roll along summer
  13. Bring back the funk (Pt. 1 & 2)
  14. The pebble and the boy

Gesamtspielzeit: 53:22 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
wellermania
2007-07-29 22:30:31 Uhr
Rolling Stone, Spex, Piranha und Haldern Pop präsentieren

Variations On A Dream - An Acoustic Evening Of Varied Music

16.09.07 Frankfurt, Mousonturm
18.09.07 Köln, Theater am Tanzbrunnen
19.09.07 Hamburg, Laeiszhalle
20.09.07 Berlin, Schillertheater
rudi
2007-07-09 15:20:11 Uhr
is jemand in köln dabei im herbst?
feLix
2006-11-18 10:53:12 Uhr
Sehr gut.

2006-11-18 00:34:50 Uhr
nee
zutter
2006-11-18 00:19:14 Uhr
wie is der so live ?
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