Julia Hummer And Too Many Boys - Downtown Cocoluccia

Julia Hummer And Too Many Boys- Downtown Cocoluccia

Strange Ways / Indigo
VÖ: 23.09.2005

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Heimeligtuerei

Am Anfang fehlte der Mitbewohner. Und während er für kurze Zeit weg war, schlich sie - schwups! - in sein Zimmer, mopste ihm seine Akustikklampfe und fing an, darauf ein paar Akkorde zu schrammeln. Julia Hummer. Ihre schon vorher große Begeisterung für Musik ließ den Funken nun völlig überspringen und die Leidenschaft fürs Selberspielen und Selberschreiben entflammen. Mit Feuereifer fing sie an zu üben, brachte sich selbst autodidaktisch Stück für Stück nach vorne. Ausbaufähiges Musiktheorie-Wissen stört keinen großen Geist. Was hier zählt, ist Hingabe.

Ändern soll sich, daß man sie bislang hauptsächlich als äußerst hübsche Schauspielerin kennt, die mit jugendlicher Frische und ihrem leisen melancholischen Zauber in Streifen wie "Crazy" oder "Die innere Sicherheit" die Herzen des Publikums erobert hat. Schließlich gelte ihre weitaus größere Liebe nach eigener Aussage der Musik, und an Durchsetzungsvermögen hat es ihr bislang nicht gemangelt. Nach ersten musikalischen Ausflügen ins härtere Lager hat sie zunehmend ihre Liebe zum Folkrock entdeckt und eine kleine Korona fähiger Mitmusiker um sich geschart, um mit ihnen gemeinsam den Traum Wirklichkeit werden zu lassen.

Naturbelassen und erdig walzert uns der Opener "True & innocent & untouched" mit warmen Gitarrenakkorden und kuscheligem Akkordeon entgegen. Die Schultern wiegen sich sanft im Takt, während uns die Mundharmonika zur Begrüßung freundlich entgegenkräht, als wolle sie sagen: "Liebe Grüße von His Bobness". Ihr Gesang lässt die dylanesken Ähnlichkeiten allerdings wieder ein klein wenig zerbröseln. Sehr zart, mit weit mehr Rauch als Schall haucht sie Ihre Gesangszeilen mit dezentem Lolita-Einschlag ins Mikro, hüpft munter zwischen kindlicher Unschuld vom Lande und verruchtem Luder hin und her.

Einen stimmigen und geschmackvoll arrangierten Indiefolkrockpop-Bogen haben sie und ihre Jungs gezimmert. Oft ein bißchen schrammelig mit spröd-schönem Indie-Flair, mal mit kleinen frivolen Juchzerspritzern ("Too Many Boys"), mal zurückgenommen und verträumt ("Bowling in Woodstock"), mal als vergnügt groovender Bluesshuffle mit knusprigem Elektrogeplucker ("I want more"), mal bleischwer und tränenverhangen ("If time was on my side"), mal mit wildem Gitarrenquietschen, als sei eine ganze Rattenhorde im Schiffsbug auf der Flucht ("What they want"). Streckenweise plätschert es aber auch ein wenig dahin. Dem Charme kann man sich trotzdem nicht ganz entziehen. Schön, Mitbewohner zu haben, auf deren Gitarren man schrammeln kann, wenn sie nicht da sind. Erst recht, wenn es zu so etwas führt.

(Ole Cordsen)

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Highlights

  • True & innocent & untouched
  • I want more
  • If time was on my side

Tracklist

  1. True & innocent & untouched
  2. Too many boys
  3. Boxy, where are the spangles?
  4. As simple as can be
  5. Bowling in Woodstock
  6. Our empire is
  7. Endsong
  8. New blues
  9. Pilot in the storm
  10. I want more
  11. Katharina
  12. If time was on my side
  13. Desire is bigger than life itself
  14. What They Want

Gesamtspielzeit: 49:58 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
vzwcjrln
2012-09-30 13:14:49 Uhr
cfnmuapz
ckmdocb
2012-09-10 04:25:04 Uhr
kapglk
Marianne
2012-05-31 12:54:38 Uhr
Die sollte in die Linkspartei eintreten. Dort essen sie ja alle Hummer.
Marianne
2012-05-31 12:54:38 Uhr
Die sollte in die Linkspartei eintreten. Dort essen sie ja alle Hummer.
Uli
2011-01-31 17:19:34 Uhr
Die soll mal ne Zeit lang in ner Oben-Ohne-Bar in Rio de Janeiro gearbeitet haben als Stripperin.
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